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Benefits & Wellbeing 2020 Mitarbeiter verzichten für Benefits auf Gehalt

Autor: Ann-Marie Struck

Mit Mitarbeiter-Benefits machen sich Unternehmen bei Bewerbern und Mitarbeitern beliebt. Laut einer Studie von Mercer ist jeder zweite Beschäftigte bereit, für attraktive Zugaben auf Gehalt zu verzichten. Vor allem sind flexible Vergütungen erwünscht.

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Der Firmenwagen ist ein beliebtes Employee Benefit, das gerne angenommen wird.
Der Firmenwagen ist ein beliebtes Employee Benefit, das gerne angenommen wird.
(Bild: alfa27 - stock.adobe.com)

Sei es der Obstkorb, die Weihnachtsfeier oder eine betriebliche Altersvorsorge – fast jedes Unternehmen bietet Mitarbeiter-Benefits an. Immerhin profilieren sich Unternehmen damit als attraktive Arbeitgeber und die Zugaben sind darüber hinaus ein gutes Instrument zur Mitarbeitergewinnung sowie –Motivation. Zu den Top drei der Angebote gehören Weiterbildungen, flexibles Arbeiten sowie Gesundheit. So das Ergebnis der Studie „Benefits & Wellbeing 2020+: Was Mitarbeitende wollen“ der Unternehmensberatung Mercer, die gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Toluna durchgeführt wurde. Dabei wurden deutschlandweit 1.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte im Alter von 18 bis 67 Jahren befragt.

Wünsche der Mitarbeiter

Laut der Umfrage würde jeder zweite der Befragten für ein attraktives Benefit auf einen Teil seines Gehalts verzichten. In der Altersklasse von 18 bis 39 Jahren sind es sogar 60 Prozent. Insbesondere zeigt die Studie, dass Mitarbeiter die Nebenleistungen gerne nach individuellen Bedürfnissen auswählen und auch ändern möchten. Denn 72 Prozent der Umfrageteilnehmer finden inhaltliche und 82 Prozent zeitliche Flexibilität bei den Benefits wichtig. Leider kommt die Mehrheit der Unternehmen dieser Forderung nicht nach. Nur 12 Prozent geben an, ihre Unternehmen gewähren ihnen komplette inhaltliche und 17 Prozent zeitliche Flexibilität.

Darüber hinaus können lediglich 17 Prozent der Mitarbeitenden über eine Plattform oder App sowohl innerhalb als auch außerhalb des Unternehmens auf ihre Nebenleistungen zugreifen.

Das bieten Firmen

In einer weiteren Studie „Benefits & Wellbeing 2020+: Was Unternehmen bieten“ hat Mercer zusammen mit Henkel 130 Unternehmen befragt, welche Nebenleistungen sie ihren Mitarbeitern bieten. Diese wurden in vier Kategorien unterteilt: Finanziell, Körperlich, Sozial und Emotional. In der ersten Rubrik bieten 94 Prozent der befragten Unternehmen eine betriebliche Altersvorsorge an, gefolgt von 84 Prozent Entgeltumwandlung. 82 Prozent geben Sonderzahlungen für bestimmte Lebensumstände.

Im Bereich Gesundheit belegt medizinische Beratung beziehungsweise ein Unternehmensarzt den ersten Platz der Nebenleistungen (69 %). Präventionskurse landen auf Platz 2 (66 %) und 65 Prozent der befragten Unternehmen haben ein Fitnessstudio für ihre Mitarbeiter beziehungsweise beteiligen sich an der Mitgliedschaft.

So genannte „soziale Benefits“ fördern oft das Betriebsklima, daher veranstalten 90 Prozent der befragten Organisationen Weihnachtsfeiern oder Betriebsessen. 80 Prozent der Unternehmen beteiligen sich an der Kantine und ebenso viele haben eine Duschmöglichkeit in ihrem Unternehmen für Mitarbeiter eingerichtet. Bei „emotional Wellbeings“ stehen Trainings, Coachings und Weiterbildungen auf Platz eins (89 %) der Benefit-Angebote, gefolgt von dem altbekannten Firmenwagen (82 %). 79 Prozent stellen ihre Mitarbeiter zu besonderen Anlässen frei.

Wie entsteht die Benefit-Auswahl?

Dabei wünschen sich Mitarbeiter vor allem flexible Nebenleistungen von ihren Unternehmen. Immerhin bieten 28 Prozent dies bereits an und 66 Prozent der Befragten denken über eine entsprechende Einführung nach. Außerdem sieht ein Drittel der Unternehmen Benefits als ein Kriterium im Kampf um Bewerber. 76 Prozent der Unternehmen erstellen ihr Angebot der Leistungen auf Grundlage der Unternehmenshistorie. Nur 59 Prozent orientieren sich bei der Zusammenstellung am Markt, wobei davon 53 Prozent ihre eigenen Werte mit einfließen lassen. Für 45 Prozent spielt die Kosteneffizienz eine entscheidende Rolle. Und 41 Prozent der Unternehmen geben an, die Präferenzen der Mitarbeitenden bei der Auswahl der Benefits zu berücksichtigen.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin