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Thorsten Pelka, Geschäftsführer Direkt Gruppe, im Interview

„Mit SaaS rollt die nächste Welle heran“

| Redakteur: Michael Hase

Thorsten Pelka, Geschäftsführer der Direkt Gruppe, beobachtet bei Kunden eine wachsende Bereitschaft, die Public Cloud zu nutzen.
Thorsten Pelka, Geschäftsführer der Direkt Gruppe, beobachtet bei Kunden eine wachsende Bereitschaft, die Public Cloud zu nutzen. (Bild: Direkt Gruppe)

Aus Sicht von Thorsten Pelka, Geschäftsführer der Direkt Gruppe, erfordert Cloud Computing andere Ausschreibungsprozesse. Der Outsourcing-Experte hält SaaS für den kommenden Trend.

ITB: Die Skepsis deutscher Unternehmen gegenüber der Public Cloud scheint 2015 abgenommen zu haben. Was beobachten Sie bei Ihren Kunden?

Pelka: Es hat tatsächlich ein Umschwung stattgefunden. Haben wir 2014 mit Kunden noch darüber diskutiert, ob sie die Cloud ernst nehmen müssen, kommen inzwischen vermehrt Anfragen zu Readyness-Assessments, zur Auswahl von Providern oder zu Integrations-Leitfäden. „Wie komme ich in die Cloud? Ist meine in­terne IT dafür bereit? Wie kann ich das Modell für mich nutzen?“ Das sind die Fragen, über die wir jetzt reden.

ITB: Die Direkt Gruppe ist AWS-Partner, versteht sich aber als unabhängiges Beratungshaus. Bei der Provider-Auswahl empfehlen Sie den Kunden also nicht nur Amazon?

Pelka: Nein, wir setzten die AWS-Partnerschaft gedanklich für einen Moment aus und nehmen die Position des Kunden ein. Dessen Erwartung geht dahin, dass wir ihm einen Katalog mit den 15 bis 20 ­Anbietern erstellen, die er bei einer Ausschreibung berücksichtigen sollte. In der Regel kommen wir dabei auf drei Kategorien: klassische Outsourcer wie Atos, HP oder IBM, echte Public Cloud Provider wie AWS oder Microsoft und regionale Service Provider, die ebenfalls Infrastructure as a Service (IaaS) anbieten.

ITB: Somit gewinnt nicht zwangsläufig ein Public Cloud Provider?

Pelka: Sie schaffen es fast immer unter die ersten drei. Ob sie gewinnen, hängt dann von den einzelnen Parametern ab. Ge­rade AWS ist aber gut beraten, sich intensiver mit den deutschen Ausschreibungs­prozessen zu befassen. Denn das ist nicht der Markt, aus dem das Unternehmen kommt. HP oder IBM wissen seit 25 Jahren, wie man auf eine Ausschreibung ­reagiert. Vom Geschäftsmodell her bietet AWS einen fertigen Service mit einer Preistabelle, Nutzungsbedingungen und Compliance-Regeln an, beantwortet aber keine Ausschreibungen.

ITB: Sind Ausschreibungen für das Cloud-Geschäft womöglich ungeeignet?

Ergänzendes zum Thema
 
Zur Person

Pelka: Darauf gibt es keine Musterantwort. Wir sind in einer Umbruchphase, wo die alte Welt mit den alten Prozessen auf ein ­neues Angebot reagiert. Momentan sagen wir noch: Das neue Angebot muss sich den bestehenden Regeln anpassen. Womöglich müssen wir uns bei der Cloud-Provider-Auswahl von den Prozessen her aber verändern. Darüber diskutieren wir mit unseren Kunden und legen ihrem Einkauf gelegentlich nahe, etwas als fertiges Paket zu beziehen, das einen festen Preis hat, der wahrscheinlich über die Zeit sogar noch sinken wird – wie das bei AWS regelmäßig geschieht.

ITB: Welche Trends beobachten Sie darüber hinaus im Cloud-Markt?

Pelka: Ein klarer Trend geht in Richtung Software as a Service (SaaS). Allein über den AWS Marketplace lassen sich 2.100 Software-Produkte abrufen. In absehbarer Zeit werden für jede Branche die wesentlichen Applikationen in der Cloud verfügbar sein. Der Kunde braucht sich dann keine Gedanken mehr darüber zu machen, wie er seine Anwendungen migriert, sondern er ruft sie direkt aus der Cloud ab und migriert nur noch seine ­Daten. Mit SaaS rollt eine neue Welle heran, die der Entwicklung einen weiteren Schub verleihen und sie noch beschleunigen wird.

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