Collaboration heute und in der Zukunft

Meetings auf dem »Holodeck« werden mit Telepresentern real

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Usability in der Collaboration

Die Gesamtbandbreite wird im Betrieb dynamisch nach Bedarf der einzelnen Bildschirme verteilt. Wenn keine Telepresence-Verbindungen aktiv sind, steht die Bandbreite anderen Unternehmensanwendungen zur Verfügung. Ansonsten greifen Vorfahrtsregeln hinsichtlich des Quality-of-Service für die Videoübertragung in Form einer Bandbreitenreservierung. Die Übertragung selbst basiert auf Standards wie dem Session Initiation Protocol (SIP) und H.264. In der Praxis wird das Konferenzsystem als Ressource in eine Groupware-Lösung wie beispielsweise Microsoft Outlook eingebunden. Haben sich die Konferenzteilnehmer eingefunden, erfolgt die weitere Bedienung über ein IP-Telefon.

Bei einem komplett installierten System kann eine Verbindung mit einem anderen Standort über zwei Tastendrücke auf dem IP-Telefon aufgebaut werden. Zunächst wird auf der Telepresenter-Benutzeroberfläche – einem Touch-Screen-Feld auf dem IP-Telefon – das Standortverzeichnis aufgerufen und nach der Auswahl eines Standortes fahren alle Systeme automatisch hoch. In so einem Konferenzraum sollte man sich also nicht allzu unbeobachtet fühlen.

Die Zukunft der Collaboration heißt Holografie

Der nächste große Evolutionsschritt für die High-End-Videokonferenzlösung »Cisco Telepresence« steht bereits kurz vor der Marktreife. Schon Ende 2008 wird es soweit sein: Die Gesprächspartner im Telepresence-Meeting werden dreidimensional – per Hologramm – aufeinander treffen. So präsentierten Cisco-CEO John Chambers und sein Senior Vice President für Emerging Technologies, Marthin DeBeer, sichtlich stolz am 9. November 2007 ein voll funktionsfähiges System im Rahmen der Eröffnung der Cisco-Zentrale für den Fernen Osten im indischen Bangalore.

Dort befand sich physisch präsent John Chambers und hielt ein Telepresence-Meeting der Zukunft mit DeBeer ab, der als virtueller Gesprächspartner ebenfalls in Lebensgröße als 3D-Abbild zu sehen war, sich jedoch leibhaftig in der Unternehmenszentrale in Kalifornien aufhielt. Die holographische Darstellung von DeBeer, also die Sprachwiedergabe, Bild und Bewegungen, wirkten nahezu lebensecht, die Übertragung führte kaum zu Verzerrungen.

Das Delay (die Verzögerung) beträgt gegenwärtig nach Unternehmensangaben nur maximal 160 Millisekunden und die benötigte Bandbreite übersteigt die des 2D-Telepresenters nur geringfügig. Das Hologramm wird bei diesen 3D-Systemen in Glasquader projiziert. Auf der Aufnahmeseite können sich die Teilnehmer in dem bisher verfügbaren Pilotsystem auf einer Fläche von etwa einem auf zwei Metern frei bewegen. Nähere Details zur Hologramm-Technologie haben die Cisco-Forschungsabteilung jedoch noch nicht verlassen.

Das Unternehmen ließ es sich aber nicht nehmen, das erste öffentliche Holografie-Treffen zwischen Chambers und DeBeer auf demVideoportal www.youtube.com zu veröffentlichen. Eine sehr beeindruckende Show, die einen Einblick in die nahe Zukunft von Telepresence-Lösungen gibt.

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