Feste Platten und wechselndes Partnerprogramm Maxtor zieht bei Seagate ein – mit Konsequenten für Partner
Wechsel.Im Festplattenmarkt tut sich was: Nach der Übernahme von Maxtor durch Seagate wird der MXO Brand preisagressiv eingesetzt. Maxtor-Partner müssen gegenwärtig ins Seagate-Partnerprogramm wechseln.
Anbieter zum Thema
Unabhängig vom Produkt gilt oft die Devise „zwei Hersteller im Portfolio sind besser als einer“. Falls es beim einen Lieferengpässe gibt, kann der andere in die Presche springen. Das ist sicherlich mit ein Grund, warum Seagate nach der Übernahme von Maxtor anders als ursprünglich geplant eine Dual-Brand-Strategie fahren und die Marke Maxtor am Leben halten will. Hans-Dieter Blaser, der als „Executive Director Distribution Sales EMEA“ bei Seagate für den Europavertrieb zuständig ist, nennt weitere Überlegungen der Seagate-Chefs: „Wir wollen den Brand erhalten, da er in vielen Ländern einen guten Namen und damit einen Wert hat.“ Der „MXO Brand“ von Maxdata soll dazu genutzt werden, im unteren Marktsegment etwas aggressiver aufzutreten, also weniger Garantie und weniger Marketingsupport zu gewähren. „Wenn nötig“, schränkt Blaser ein. In manchen Ländern sei das durchaus ein großer Vorteil, denn oft geht es leider um den reinen Nettopreis. „Mit der Dual-Brand-Strategie können wir uns mit unseren Premium-Seagate-Produkten ein bisschen von den Billiganbietern absetzen“, sagte Blaser.
Keine zwei Schienen wird es allerdings beim Partnerprogramm geben: Das bisherige VIP-Programm von Maxtor wird derzeit vom Seagate Partner Program (SPP) abgelöst – mit Konsequenzen für ehemalige Maxtor-Partner. Sie müssen wechseln, denn laut Blaser sei weder seinen Kunden, noch Seagate geholfen, wenn zwei Programme „verwaltet und mit Sinn gefüllt werden“ müssten. Mit Problemen bei der Migration rechnet der Europa-Manager allerdings nicht, da eine einfache Registrierung für das SSP ausreiche, das Blaser wiefolgt skizziert: „Wir versuchen damit diejenigen Kunden zu bedienen, die wir auf Grund Ihrer Größe nicht täglich selbst besuchen können, also etwa 50 000 Firmen im Raum EMEA.“ SPP-Kunden erhalten regelmäßig Newsletter mit allen wichtigen Informationen und Änderungen bezüglich der Produkte und Marketingprogramme. Zudem erhalten SSPs „immer wieder Testgeräte zum Sonderpreis oder wir binden sie in speziell für diesen Kundenkreis entwickelte Aktionen ein“, so Blaser. Darüber hinaus profitieren sie von einer vereinfachten RMA-Prozedur. Aber hauptsächlich geht es um Kundenbindung durch detaillierte und schnelle Info.
In Sachen Garantie wird allerdings wieder angeglichen - und zwar nach oben: Seagate gewährt ab sofort drei Jahre Garantie auf alle internen Festplattenkits der Marke Maxtor. Die Erweiterung gilt rückwirkend für alle Kits, die sich bereits im Bestand der Händler befinden oder seit 1. Oktober an Kunden verkauft wurden. Seagate bietet die Maxtor-Kits in Kapazitäten von bis zu 500 GByte an. Sie enthalten alle notwendigen Montageteile wie beispielsweise Flachbandkabel oder Schrauben. Die Preise liegen zwischen 78 Euro (80 GByte, UVP) und 233 Euro (500 GByte).
Produktseitig sind bei Seagate einige Neuerungen in der Pipeline: Anfang kommenden Jahres will das Unternehmen einige Notebook-Festplatten der Momentus-5400-Baureihe mit integrierter AES-Verschlüsselung ausstatten. Die neuen, so genannten DriveTrust-Laufwerke sollen mit Ultra-ATA- und Serial-ATA-Schnittstelle auf den Markt kommen. Über Pläne, schnellere Festplatten mit 7 200 Umdrehungen pro Minute oder gar die kommenden Hybrid-Platten mit Flashspeicher per Hardware-AES zu verschlüsseln, ist derzeit noch nichts bekannt. Neben den Notebookfestplatten will Seagate in Kürze auch eine Baureihe für digitale Videorekorder anbieten. Wsr
(ID:2001326)