Logicalis Deutschland fast ein Jahr nach der Fusion Logicalis Deutschland: Mehr Sales, mehr KI, mehr Profitabilität

Von Mihriban Dincel 4 min Lesedauer

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Fast ein Jahr nach dem Zusammenschluss zu Logicalis Deutschland zieht CEO Jürgen Hatzipantelis eine positive Bilanz: Die Integration ist geglückt, die Profitabilität gestiegen. Nun investiert der IT-Dienstleister stark in den Vertrieb. Die Hintergründe.

Logicalis Deutschland ist weiter auf Wachstum programmiert. Seine Profitabilität konnte der IT-Dienstleister bereits signifikant steigern. Insbesondere die Bereiche Cybersecurity und Cloud sind hier Treiber. (Bild:  Canva / KI-generiert)
Logicalis Deutschland ist weiter auf Wachstum programmiert. Seine Profitabilität konnte der IT-Dienstleister bereits signifikant steigern. Insbesondere die Bereiche Cybersecurity und Cloud sind hier Treiber.
(Bild: Canva / KI-generiert)

Knapp ein Jahr nach der Fusion zur Logicalis Deutschland blickt CEO Jürgen Hatzipantelis zufrieden auf die zurückliegenden Monate. „Die Zusammenführung ist uns geräuschlos gelungen.“ Der IT-Dienstleister habe nicht nur den Brand vereinheitlicht, sondern auch inhaltlich tiefgreifende Veränderungen vorgenommen. Alle Shared Services wie Finance, HR und Marketing wurden konsolidiert. Dabei hielt das Unternehmen sein Versprechen: „Kein einziger Arbeitsplatz wurde abgebaut.“

Neue Business-Unit-Struktur für mehr Marktorientierung

Der Umbau ging jedoch über die Zusammenlegung von Supportfunktionen hinaus. Logicalis etablierte in der gesamten Gruppe eine neue Organisationsstruktur mit Business Units, die sich an aktuellen Marktanforderungen orientieren, unter anderem für Security & Netzwerk, (Hybrid) Cloud sowie Data & AI. „Diese Business-Unit-Struktur ermöglicht uns nicht nur eine bessere Aufstellung mit unseren Partnern, sondern spiegelt auch die Themen wider, die unsere Kunden heute nachfragen“, erklärt Hatzipantelis.

Profitabilität deutlich gesteigert

Die Transformation zahlt sich aus: Trotz herausfordernder Marktbedingungen konnte Logicalis Deutschland seinen Umsatz steigern. Noch wichtiger: „Unsere Profitabilität ist signifikant gestiegen. Wir sind profitabler denn je“, betont Hatzipantelis. Das Deutschland-Geschäft habe seine Position innerhalb der EMEA-Region weiter gestärkt. Auch für die gesamte Logicalis-Gruppe werde das Geschäftsjahr die Erwartungen erfüllen.

Wir werden nicht wachsen, weil der Markt wächst, sondern weil wir uns den Markt aktiv schaffen.

Jürgen Hatzipantelis, CEO bei Logicalis Deutschland

Der Erfolg in schwierigem Fahrwasser basiert auf einem klaren Portfolio-Ansatz. „Wir haben genau analysiert, was Kunden in dieser Situation brauchen: nämlich weniger Expansion, mehr Effizienz“, erklärt der CEO. Konkret möchte der IT-Dienstleister Kunden zeigen, wie sie durch mehr Digitalisierung, bessere Konditionen und optimierte Kostenstrukturen ihr Geschäft effizienter gestalten können. Zusätzlich spiele das Unternehmen seinen Vorteil als globaler Lieferant aus: „Am schnellsten wachsen Kunden mit einer zentralen, globalen IT-Strategie, die einen Partner suchen, der weltweit liefern kann.“

Security, Cloud Optimization und Digitale Souveränität

Bei den Umsatztreibern sieht Hatzipantelis klare Schwerpunkte: „Ganz klar Cybersecurity, zunehmend in Verbindung mit intelligenten Lösungen.“ Ebenso stark nachgefragt seien Cloud-Themen, insbesondere Cloud Optimization und Kubernetes.

In dem Zusammenhang spielt auch Digitale Souveränität eine Rolle. „Wir unterstützen beispielsweise einen Kunden in Deutschland beim Aufbau einer souveränen deutschen Cloud. Darauf sind wir besonders stolz“, berichtet der CEO.

Die Chancen für Deutschland bzw. die EU unabhängiger zu werden, schätzt der Geschäftsführer als realistisch ein. „Wir wären in Deutschland nie in diese Abhängigkeit geraten, wenn wir in der Vergangenheit manches anders gemacht hätten, vor allem bei der Vermarktung deutscher Innovationen“, bedauert er. Doch Deutschland sei nach wie vor eine der führenden Nationen bei Patenten, die Startup-Zahlen steigen. „Wir haben die Experten und die Chancen. Es erfordert jetzt eine größere Kraftanstrengung, aber wir können das schaffen.“ Bei Netzwerken etwa gebe es mit Nokia und Ericsson zwei europäische Hersteller. „Was europäische Souveränität angeht, haben wir also eine gute Ausgangsposition“, so Hatzipantelis.

KI: Selbst Vorbild sein, um Kunden zu beraten

Ein weiterer strategischer Schwerpunkt ist Künstliche Intelligenz. Bereits im Vorjahresinterview hatte Hatzipantelis einen notwendigen Change bei der Kundenbetreuung angemahnt. Diese Rechnung sei aufgegangen. Und nun scheint KI das Thema zu sein, das Kunden interessiert, um schlankere, effizientere Prozesse zu ermöglichen.

Jürgen Hatzipantelis, CEO bei Logicalis Deutschland(Bild:  Logicalis Deutschland)
Jürgen Hatzipantelis, CEO bei Logicalis Deutschland
(Bild: Logicalis Deutschland)

Der Clou: Logicalis begann bei sich selbst. „Wir haben systematisch unsere internen Prozesse durchforstet und mithilfe von KI optimiert. Die ersten Projekte sind abgeschlossen. Denn wenn man KI nicht selbst nutzt, hat man beim Kunden kein überzeugendes Argument“, so die Überzeugung des CEO. Innerhalb der Logicalis Group ist Deutschland Vorreiter und hat den Auftrag, die Erfahrungen in die gesamte Organisation zu tragen. Parallel entwickelt das Unternehmen ein Portfolio speziell für KI-Infrastruktur und Netzwerke.

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Makropolitik und Preisexplosion als Herausforderungen

Doch nicht alles läuft rund. Hatzipantelis benennt die Herausforderungen klar: „Die makropolitische Lage mit den USA, China und Russland macht Verbindungen komplexer. Dazu kommt die schwache deutsche Konjunktur mit hoher Arbeitslosigkeit und kaum Wirtschaftswachstum.“ Hinzu kämen drastische Preissteigerungen, etwa bei Speicher. „Das bedeutet nicht automatisch mehr Umsatz, sondern eher Verwerfungen: Kunden, die nicht bestellen können, weil das Budget fehlt“, warnt der CEO. So könnte auch Wachstum in der IT-Branche zur Herausforderung werden.

CEO als Coach:

Teambildung als Erfolgsfaktor

Gut ein Jahr nach seinem Antritt als CEO zieht Jürgen Hatzipantelis auch ein persönliches Fazit. Der geplante Umbau sei erfolgreich abgeschlossen. Doch seine Rolle definiert er anders: „Ich sehe mich eher als Coach. Die Talente im Unternehmen sind da. Man muss sie nur zu einem harmonischen und erfolgreichen Team zusammenbringen.“ Aus unterschiedlichen Charakteren ein echtes Team mit Teamgeist zu formen, das sei ihm bisher erfolgreich gelungen.

Vertriebsoffensive als Antwort auf Marktunsicherheit

Logicalis Antwort auf diese Gemengelage: eine klare Vertriebsoffensive. „Mit der richtigen Struktur, die wir geschaffen haben, und mit klarem Fokus auf Sales“, beschreibt Hatzipantelis die Strategie. Das Unternehmen baue seine Vertriebsmannschaften deutlich aus und erhalte aktuell viele qualifizierte Bewerbungen. „Wir werden nicht wachsen, weil der Markt wächst, sondern weil wir uns den Markt aktiv schaffen“, erklärt der CEO.

Agenda 2026: Wachstum ohne weitere Umbauten

Für 2026 steht bei Logicalis Deutschland Stabilität im Fokus. „Wir werden noch an der einen oder anderen Stelle bezüglich des Umbaus nachjustieren, aber grundsätzlich sind wir fest überzeugt, dass wir die richtige Aufstellung haben“, so Hatzipantelis. Der Vertrieb werde personell verstärkt, weitere Berater kämen hinzu. „Wir sind auf Wachstum programmiert, sowohl bei Umsatz als auch bei Profitabilität.“ Und das erstmal organisch.

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