Raubkopien als Schlüssel für neue Umsätze Lizenzmanagement eröffnet Marktchancen
Software Asset Management wird gerade in kleineren Unternehmen oft stiefmütterlich behandelt. Meistens fehlt schlicht der Überblick über den Bestand. Auch der Channel kann die Situation verbessern – zum eigenen Vorteil.
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Milliarden US-Dollar an Umsatz gehen Softwareunternehmen jährlich verloren. Laut der vierten weltweiten Software-Piraterie-Studie der Business Software Association (BSA) und den Marktforschern von IDC beträgt der Anteil illegaler Softwarekopien in Deutschland derzeit 28 Prozent, in der EU sogar 36 Prozent. Der Umsatzausfall alleine hierzulande ist beträchtlich: 1,6 Milliarden US-Dollar. Doch nicht nur Hersteller wie Adobe und Microsoft verlieren Einnahmen, die Einbußen betreffen die gesamte Lieferkette.
Nach Informationen von IDC werden für jeden US-Dollar, der mit dem Softwareverkauf umgesetzt wird, mindestens weitere 1,25 US-Dollar im Rahmen von Dienstleistungen – wie etwa für individuelle Anpassungen und Support – generiert. Somit summiert sich der durch die Softwarepiraterie verursachte wirtschaftliche Verlust auf mehr als das Doppelte. Doch endet die IDC-Rechnung hier noch nicht: Zusätzlich verliert auch der Channel einen US-Dollar Umsatz für jeden entgangenen Dollar der Softwareunternehmen.
Diese Zahlen verdeutlichen, warum Software-Hersteller konsequent gegen den illegalen Einsatz ihrer Produkte vorgehen. Ebenso zeigt sich allerdings, dass auch der Channel ein Interesse hegen muss, die Situation zu verbessern und eigene Lösungswege zu finden. Denn: Oft ist es Unwissenheit statt böser Absicht, wenn sich zu wenige Lizenzen im Unternehmen befinden; meistens fehlt schlicht der Überblick über den Bestand.
Der Grund ist, dass das Thema Lizenzmanagement gerade in kleineren Unternehmen oft stiefmütterlich behandelt wird. Häufig fehlt es in kleinen Unternehmen an einem Verantwortlichen für die Lizenzpolitik, nicht selten installieren Mitarbeiter auch ohne das Wissen der IT-Abteilung Programme. Der erste Schritt in die Lizenzierungsfalle ist damit getan. Ein manuelles Audit des Netzwerks kann in solchen Fällen Wochen und Monate dauern. Die eigentliche Schwierigkeit eines händischen Vorgehens liegt aber darin, die Ergebnisse mit den bestehenden Lizenzvereinbarungen abzugleichen.
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