IT-BUSINESS Aktion:

#ITfightsCorona

Umfrage von Qualtrics

Kommunikation ist alles

| Autor: Heidemarie Schuster

Von unten nach oben wird in Unternehmen zu wenig kommuniziert.
Von unten nach oben wird in Unternehmen zu wenig kommuniziert. (Bild: © fotomek - stock.adobe.com)

Wissen deutsche Führungskräfte, wie zufrieden ihre Mitarbeiter sind? Fragen sie regelmäßig, was sie beschäftigt, wo der Schuh drückt und was sie erwarten? In einer Umfrage zur Arbeitnehmerzufriedenheit hat Qualtrics den Zusammenhang zwischen der Bottom-up-Kommunikation, bei der Arbeitnehmer um ihre Meinung und um ihren Input gebeten werden, und der Mitarbeiterzufriedenheit untersucht.

Es ist nichts Neues, dass zufriedene Mitarbeiter mehr für ihr Unternehmen leisten. Doch einer Qualtrics-Studie zufolge ist nicht einmal jeder zweite deutsche Arbeitnehmer bereit, im Job mehr zu geben, als normalerweise erforderlich. Ein Grund dafür: Nur die Hälfte der deutschen Arbeitgeber hört ihren Mitarbeitern zu. Demnach haben nicht einmal die Hälfte der befragten deutschen Arbeitnehmer (46 %) in kleineren Unternehmen die Gelegenheit, ihrem Arbeitgeber die Erfahrungen im Job zurückzumelden. In Unternehmen mit mehr als 500 Beschäftigten sieht die Situation besser aus: hier werden 57 % der Mitarbeiter regelmäßig gehört.

Dementsprechend gibt auch lediglich die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer (52 %) bei der Umfrage an, dass ihr Arbeitgeber dafür sorgt, dass sie sehr zufrieden sind und nur die Hälfte (56 %) würde ihn an Bekannte weiterempfehlen. Jeder vierte Deutsche plant hingegen den Absprung innerhalb der kommenden beiden Jahre (24 %).

Zufriedene Mitarbeiter, zufriedene Kunden

Nicht verwunderlich ist vor diesem Hintergrund, dass nur 46 Prozent der Befragten angeben, dass sie mehr leisten würden, als normalerweise für ihre Arbeit erforderlich ist. Denn Mitarbeitermotivation und Mitarbeitererfahrung hängen zusammen: 62 Prozent der motivierten Angestellten glauben, dass ihr Unternehmen für eine sehr hohe Zufriedenheit in der Belegschaft sorgt; das Gleiche sagen nur 14 Prozent der durchschnittlich oder unterdurchschnittlich Motivierten. Auch glauben nur 34 Prozent der Befragten, dass ihr Arbeitgeber die Kunden sehr zufrieden stellt. Wiederum scheinen Unternehmen, die ihre Mitarbeiter glücklich machen, auch Kunden zu begeistern: Sehr zufriedene Beschäftigte glauben zu 88 Prozent, dass auch die Kunden sehr zufrieden sind. Von den weniger glücklichen Angestellten denken nur 19 Prozent, dass die Kunden sehr zufrieden sind.

Doch wie sorgt ein Arbeitgeber für eine gute Mitarbeitererfahrung? Hier ist ein klarer Unterschied zu sehen, ob ein Unternehmen seine Mitarbeiter befragt oder nicht: 66 Prozent derer, die ihrem Arbeitgeber Feedback geben dürfen, sind mir ihrer Mitarbeitererfahrung zufrieden. Haben die Beschäftigten keine Möglichkeit, Rückmeldung zu geben, sinkt die Zahl der Zufriedenen auf 40 Prozent.

„Natürlich kann ein Unternehmen mit großem Glück auch aufs Geratewohl seinen Mitarbeitern fantastische Erfahrungen ermöglichen – und ihnen, ohne sie einmal zu fragen, genau das bieten, wonach sie suchen. Doch die starke Korrelation, die wir zwischen dem Einholen von Feedback und der Zufriedenheit der Mitarbeiter festgestellt haben, sollte uns stutzig machen“, sagt Roland Abel, Head of Growth & Strategy - Employee Experience (EX) DACH von Qualtrics.

Bottom-up-Kommunikation

Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern keine Möglichkeit bieten, Feedback zu geben, kappen die Verbindung zu dem Herzstück ihres Betriebs: zum Mitarbeiter. Zudem tendiert die Kommunikation von unten nach oben dazu, verzerrt zu sein. Experten nennen unter anderem Angst und fehlendes Vertrauen als Grund hierfür. Diesen Feedback-Killern entgegenwirken können Unternehmen zum Beispiel, indem sie anonymisierte Mitarbeiterbefragungen durchführen. Wichtig ist jedoch nicht nur, dass gefragt wird, sondern auch, dass gehandelt wird.

Kritikpunkte müssen zunächst gehört, dann aktiv angegangen werden. Die Studienergebnisse zeigen, dass mehr als die Hälfte der Unternehmen (53 %), die Mitarbeiterfeedback einholen, dieses nicht weiter verwerten. Nur knapp jeder zehnte Beschäftigte (14 %) ist überzeugt, dass sein Arbeitgeber die Rückmeldungen nutzt, um die Mitarbeitererfahrung zu verbessern.

„Dabei spielt es keine Rolle, ob die überwiegende Mehrheit der Organisationen tatsächlich nichts mit dem Feedback der Mitarbeiter unternimmt oder dies einfach nur nicht gut genug kommuniziert“, sagt Roland Abel. „Das Ergebnis ist das gleiche: Die Mitarbeiter haben das Gefühl, dass ihr Feedback zu nichts führt und beginnen, mit ihrer Meinung zurückzuhalten. Die Folge sind neue Erfahrungslücken – dort, wo die Arbeitgeber ihre Angestellten nicht verstehen, und dort wo Zermürbung einsetzt, und das Engagement aufgrund fehlender oder nicht kommunizierter Maßnahmen leidet.“

Tatsächlich zeigt sich, dass mit 86 Prozent die überwältigende Mehrheit der Beschäftigten, die sagen, ihr Unternehmen sorge für große Mitarbeiterzufriedenheit, auch angeben, ihr Arbeitgeber würde das Feedback in eine verbesserte Mitarbeitererfahrung umsetzen. Tut das ein Unternehmen nicht, ist es doppelt so wahrscheinlich, dass Mitarbeiter innerhalb von zwei Jahren aus dem Unternehmen ausscheiden. Häufig scheitert es aber nicht nur am Willen des Arbeitgebers, das in Erfahrung gebrachte Wissen umzusetzen, sondern schon viel früher. Die Angestellten werden zwar befragt, dennoch wird nicht offengelegt, wo es knirscht.

Missverständnisse ausräumen

Nur jeder zweite der befragten deutschen Arbeitnehmer (53 %) findet, dass die meisten in Mitarbeiterbefragungen gestellten Fragen für die Arbeitssituation relevant sind. Mit der Folge, dass sie sich nicht verstanden fühlen. Hingegen sagen drei von vier Befragten (75 %), die sich von der Geschäftsleitung verstanden fühlen, die gestellten Fragen seien für sie relevant. Auch der Zusammenhang zwischen der Mitarbeitererfahrung und dem Verständnis seitens der Chefetage ist groß: 78 Prozent derer, die sagen, ihr Unternehmen würde die Mitarbeiterzufriedenheit sehr hoch hängen, sagen auch, die Geschäftsleitung kenne die Herausforderungen, vor denen sie im Arbeitsalltag stünden.

Es reicht aber nicht, sich einmalig nach dem Befinden der Angestellten zu erkundigen und die Hände dann für ein Jahr oder sogar noch länger in den Schoß zu legen. Die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter (91 %), die denken, dass ihr Management sie nicht versteht, wird nur einmal im Jahr oder seltener befragt.

Über die Studie

Qualtrics, Anbieter von Experience-Management-Software, befragte im März 2020 500 vollbeschäftigte Arbeitnehmer zu ihrer Mitarbeitererfahrung und Arbeitsmotivation.

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de/ (ID: 46498341 / Studien)