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Katastrophen-App Smarter

Kommunikation im Krisenfall: Smarter-App funktioniert ohne Netz

| Autor / Redakteur: dpa / Margrit Lingner

Mit der App Smarter ist Kommunikation selbst dann möglich, wenn das Mobilfunknetz zusammengebrochen ist.
Mit der App Smarter ist Kommunikation selbst dann möglich, wenn das Mobilfunknetz zusammengebrochen ist. (Bild: gemeinfrei/Pixabay / CC0)

Wissenschaftler haben mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und dem Bundesforschungsministerium die App „Smarter“ entwickelt. Damit sollen künftig im Notfall über das Smartphone Hilferufe oder Lebenszeichen abgesetzt werden können, selbst wenn Mobilfunknetz und Internet ausgefallen sind.

Bei der Abschlusskonferenz des Projekts „Smarter“ am 30. Januar 2018 in Berlin zeigten Wissenschaftler, die gemeinsam mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und dem Bundesforschungsministerium die App Smarter entwickelt haben, wie wir künftig in Krisensituationen kommunizieren können. Mit der App sollen Menschen selbst dann kommunizieren können, wenn das Mobilfunknetz zusammengebrochen ist und es keine Internetverbindung gibt. Im Notfall soll damit über das Smartphone Hilferufe oder Lebenszeichen abgesetzt werden können.

„Katastrophen und Krisen können jederzeit und überall eintreten, deshalb sollte man sich entsprechend darauf vorbereiten“, sagte Professor Matthias Hollik von der Technischen Hochschule in Darmstadt am Dienstag bei der Vorstellung der Arbeitsergebnisse in Berlin. Man denke nur an Stromausfälle, Cyberangriffe oder Naturkatastrophen.

Wie die Technik funktioniert? Ähnlich wie bei Funkgeräten. Über den WLAN-Chip verbindet sich das Telefon direkt mit einem anderen Smartphone, auf dem die App geladen ist. Dieses wiederum vernetzt sich mit weiteren Geräten im Umfeld. Im freien Feld werden laut der Wissenschaftler Reichweiten von 200 bis 250 Metern von Smartphone zu Smartphone erreicht. Über dieses Ad-hoc-Netz können die Daten, also beispielsweise digitale Hilferufe, bei jedem Funkkontakt zweier Telefone weitergeleitet werden, bis sie das Zielgerät erreichen.

Die Technik sei bereits im September 2017 in einer groß angelegten Krisenübung auf dem Militärübungsplatz bei Paderborn erfolgreich getestet worden, hieß es. Bis die Technik, die bislang nur auf Android-Geräten angewendet wurde, tatsächlich alltagstauglich wird, ist es aber noch ein weiter Weg. Normale Nutzer könnten die App vorerst leider nicht runterladen, da die Geräte nicht von Haus aus eine direkte Kommunikation unterstützen, erklärte Hollik. „Wir mussten sie technisch modifizieren und tief in die Smartphones eingreifen.“

„Die technische Grundlage wurde geschaffen, nun muss an die Gerätehersteller appelliert werden“, lautet das Fazit der Forscher. Und auch Lutz Diwell vom Zukunftsforum Öffentliche Sicherheit erklärte: „Krisenbewältigung kann man nur als gemeinsame Aufgabe von Staat und Wirtschaft sehen.“ Die Unternehmen müssten Beiträge leisten, um den Staat in seiner Reaktionsfähigkeit zu erhalten und zu stützen.

Weitere Informationen zu der App finden Sie unter smarter-projekt.de

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