iPaaS und die Datenautomatisierung Kollege KI gräbt sich in die Prozesse ein

Von Dr. Stefan Riedl 4 min Lesedauer

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Je mehr in der IT verlässlich automatisiert ist, desto besser kann der Admin schlafen. Der KI Zugriffsrechte auf Steuerungs-APIs und Microservices zu gewähren, klingt vielleicht erst einmal fatal. Doch kann das Resultat – sofern es gut gemacht ist – zu ­besseren Prozessen führen.

Künstliche Intelligenzen sind gut darin, Anomalien zu finden – auch in der IT-Umgebung.(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
Künstliche Intelligenzen sind gut darin, Anomalien zu finden – auch in der IT-Umgebung.
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Die 1988 in Finnland entwickelte iPaaS-Plattform Frends bietet Tools für die Integration von Anwendungen in die Cloud im Zusammenspiel mit On-Premises­-Lösungen. Dabei steht „iPaaS“ für „integrated Platform as a Service“ und stellt ein Cloud-basiertes Softwaremodell zur Integration von Daten aus verschiedenen Quellen dar. Mit der Frends-Plattform können die Nutzer dabei Integrationen, automatisierte Prozesse und APIs in BPMN-2.0-basiertem Low-Code erstellen. BPMN steht für „Business Process Model and Notation“ und ist eine grafische Spezifikationssprache auf Low-Code-Basis, mit der in der Wirtschaftsinformatik beziehungsweise im Prozessmanagement an den Prozessen in Unternehmen gefeilt wird.

Daten für die Automatisierung

Neben der Optimierung der Prozesse selbst geht es bei iPaaS-Plattformen auch um die praktische Bereitstellung der Daten für die Automatisierung der Prozesse. Diese Automatisierungslösungen sind prädestiniert dafür, Entscheidungen auf Basis eingebundener Künstlicher ­Intelligenz zu treffen – ein aktuelles Hypethema, das am Channel nicht spurlos vorbeigeht.

In diese Kerbe schlägt Frends und will das Geschäft im deutschsprachigen Raum nun via Channel ankurbeln, für den ein Partnerprogramm ausgerollt wird. Mit Robert Panholzer als neuen Head of Channel DACH soll der Channel-Vertrieb forciert werden. Panholzer will bestehende Netzwerke erweitern und so einen ­Vertriebskanal im DACH-Channel ­etablieren. Insbesondere Managed Service Provider (MSPs) werden angesprochen, aber auch ISVs, Reseller und Referral Partner.

In der Praxis bedeutet dies, dass der Algorithmus Zugriff auf Steuerungs-APIs und Microservices bekommen muss.

Robert Panholzer, Head of Channel DACH, Frends

Künstliche Intelligenz und der Datenhunger

Doch was lässt sich mit dem iPaaS-Ansatz in Kombination mit KI in Projekten so alles bewerkstelligen, also wenn es sozusagen „Kollege KI“ ermöglicht wird, sich tief in die Prozesse einzugraben? Vieles ist in diesem Umfeld möglich und einiges noch nicht etabliert. Aus Panholzers Sicht ist ­Künstliche Intelligenz insbesondere dann stark, wenn es um repetitive Aufgaben geht. Aber auch im Entdecken von Anomalien. Ein Anwendungsgebiet ist die proaktive Überwachung von IT-Infrastrukturen. „Stellen Sie sich vor, ein Integrator verwendet KI, um automatisch Anomalien oder potenzielle Störungen in einer komplexen IT-Landschaft zu identifizieren. Die KI kann nicht nur Warnungen generieren, sondern auch automatisierte Maßnahmen initiieren, um potenzielle Ausfälle zu verhindern – bevor diese überhaupt auftreten“, so der Frends-Channel-Chef.

Hintergrund

Warme Milch mit Honig für den Admin

Finden ungewohnte Aktionen statt, die aus den Arbeitsroutinen ausbrechen – ungebremster Datentransfer oder verdächtige Verschlüsselungen – schlagen UEBA-Systeme (User and Entity Behavior Analytics) Alarm. Werden automatisiert stoppende und heilende Prozesse angetriggert, schläft der Admin besser. Die KI bringt dies auf ein neues Level.Link hier

Zugriff auf die Systeme

Solche Maßnahmen erfordern aber selbstverständlich eine Verbindung und einen Zugriff auf die betroffenen Systeme. Deshalb müsse der KI die Möglichkeit gegeben werden, aktiv entsprechende Handlungen vornehmen zu können. In der Praxis bedeutet dies, dass der Algorithmus Zugriff auf Steuerungs-APIs und Micro­services bekommen muss, meint ­Panholzer. Solche Verknüpfungen lassen sich schnell und effizient mit einer iPaaS-­Lösung aufeinander abstimmen und in überwachbare Prozesse übersetzen. „Systemhäuser und Integratoren können durch den Einsatz von KI-gesteuerten Prozess-Orchestrierungen so nicht nur ihre operativen Abläufe optimieren, sondern auch innovative Dienstleistungen für ihre Kunden schaffen“, sagt der Channel-Chef. Der Problematik eines anhaltenden Fachkräftemangels könne auf diese Weise technologisch begegnet werden.

Intelligente Automatisierung von Vertriebsprozessen

Automatisierung von Prozessen wirft die Abläuft in Unternehmen über den Haufen.(Bild:  KI-generiert / Midjourney)
Automatisierung von Prozessen wirft die Abläuft in Unternehmen über den Haufen.
(Bild: KI-generiert / Midjourney)

Das Potenzial von Künstlicher Intelligenz liegt nach Darstellung des Frends­-Managers aber auch in einer intelligenten Automatisierung des Vertriebs. „Dazu gehören Aufgaben wie Lead-­Qualifizierung, Kundeninteraktionen und Prognose-Analysen, vor allem in großen Volkswirtschaften wie Deutschland“. Damit eine KI hier aber sinnvolle Ergebnisse liefern kann, müssen die zugrunde liegenden Daten für die Lernmodelle – aus Systemen des Unternehmens und externen Datenquellen – oft in Echtzeit importiert, geprüft und bereitgestellt werden. Eine hohe Anzahl an Systemen und Daten­sätzen, die das Lernmodell mit den entsprechenden Informationen versorgen, kann jedoch schnell zu einer unkontrollierbaren Komplexität und hohen Fehler­anfälligkeit führen.

Kommandozentrale für die Lernmodelle der KI

In diese Kerbe wollen iPaaS-Lösungen wie die von Frends schlagen, indem sie dafür sorgen, dass die Datenbereitstellung aus verschiedenen Schnittstellen schnell und robust erfolgt. „Eine solche Integrationsplattform als Service wird damit zum Digital Integration Hub, der das Rückgrat und die Kommandozentrale für die Lernmodelle der KI bildet“, sagt Panholzer.

Auch wenn vielerorts das Schreckgespenst der KI an die Wand gemalt wird, die IT-lern die Jobs wegnimmt, wird es wohl eher andere Aufgaben geben. „Wir“, so Panholzer und präzisiert, wer damit gemeint ist, nämlich „die Systemhäuser, der Channel“, entwickeln die Menschen, die durch KI wegfallende Tasks hatten, in eine Richtung. Nämlich „die der Anwendungsentwicklung oder anderen Aufgaben“, so der Channel-­Manager. Bei der strategischen Optimierung der Geschäftsprozesse beim Kunden verlaufe der Pfad „weg vom Programmieren gleichbleibender Routinen hin zu der Entwicklung und Erarbeitung intelligenter und schlanker Prozesse“.

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