Das Storage-Business läuft für die Hersteller von Speicherlösungen und den Channel trotz einer kleinen Delle in diesem Jahr gut. Für weiteres Wachstum soll der steigende Storage-Bedarf für KI-Anwendungen sorgen, die zunehmend in lokalen Rechenzentren laufen.
Der hohe Speicherbedarf von KI-Anwendungen soll der Storage-Branche in den kommenden Jahren gehörig Schub verschaffen, so die Marktforscher.
(Bild: Andrii - stock.adobe.com / KI-generiert)
Für die Storage-Branche ist die Welt noch in Ordnung. Laut den Marktforschern von Statista ist der Umsatz mit Speicherlösungen seit 2017 langsam aber stetig gewachsen. Zwar sagen die Analysten für dieses Jahr aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage mit einem Minus von 0,7 Prozent eine kleine Delle voraus, aber schon im kommenden Jahr soll es wieder aufwärts gehen. Daran haben mehrere Faktoren ihren Anteil. So sind die meisten Hersteller und der Channel schon längst nicht mehr nur darauf angewiesen, Storage-Hardware für lokale Datacenter oder Colocation-Standorte anzubieten, sondern sie bieten ihre Lösungen auch für die Public Cloud an. Hinzu kommt die steigende Nachfrage nach Storage für Edge-Standorte, da hier vor allem in der Industrie immer komplexere Anwendungen laufen. Darauf aufbauend offerieren Hersteller und Systemhäuser ihren Kunden passende Lösungen für das Datenmanagement und die Absicherung ihrer Daten.
Wachstum bei Software Defined Storage und Storage für Edge-Computing
Ein derzeit stagnierendes bis leicht schrumpfendes Channel-Geschäft mit reiner Storage-Hardware registriert Reinhold Egenter, Geschäftsführer von Bytec Bodry Technology. Allerdings mit Ausnahme des Software-Defined-Storage-Segments (SDS), in dem der VAD ein Wachstum von mehr als 20 Prozent realisieren konnte. Für SDS spricht laut Egenter die Hardware-Unabhängigkeit sowie ein flexibles und einheitliches Storage-Management. „In Cloud-Umgebungen führt an einer SDS-Lösung in der Regel kein Weg vorbei“, so der Bytec-Chef. Eine steigende Nachfrage nach Storage-Lösungen für Edge-Computing sieht Egenter ebenfalls, gibt aber zu bedenken, dass die Trennlinie zwischen Server und Storage unscharf sei.
Im Channel ist das Thema KI nach unserer Wahrnehmung noch nicht wirklich angekommen.
Reinhold Egenter
Reinhold Egenter, Geschäftsführer bei Bytec Bodry Technology
(Bild: Bytec Bodry Technology)
Für Rocco Frömberg, Leiter Vendor Development & Operations beim VAD Tim, wird sich das On-Premises-Segment als Teil einer hybriden Cloud weiter stark entwickeln. Als Wachstumstreiber identifiziert er unter anderem die Abwägung der Kosten von Cloud-Workloads gegenüber On-Premises-Lösungen, die sich oft als günstiger erweisen sowie die Umsetzung von NIS2-Richtlinien bezüglich Ausfallsicherheit und Resilienz.
Ein Geschäftsfeld für den Channel seien zudem preiswerte Alternativen zu VMware-basierten HCI-Lösungen. Hier sieht Frömberg eine Renaissance von klassischem 3-Tier-Storage.
Jürgen Neureuther, Leiter der Business Unit Storage bei ADN, sieht in seinem Geschäftsfeld das On-Premises-Segment in der DACH-Region weiterhin als stabil, „auch als Teil von hybriden Cloud-Strukturen“. Dennoch beobachtet er den Trend, dass sich der Storage-Markt immer mehr in Richtung Cloud verschiebt. Allerdings, so schränkt Neureuther ein, ist es auch mit 40 Jahren Erfahrung in der IT-Branche schwierig einzuschätzen, „in welche Richtung es exakt mit Storage gehen wird und wie schnell die Transformation stattfindet.“
KI als zukünftiger Umsatzbringer
Für steigende Umsätze in den kommenden Jahren soll vor allem der Bedarf nach Storage für KI-Workloads sorgen. Hier spielt sich zwar viel in der Cloud ab, vor allem das Training sehr großer Modelle, aber auch in Unternehmen wird der Speicherbedarf wachsen und ebenso der Markt für Lösungen sowie Beratungsleistungen für das Datenmanagement. Denn KI-Anwendungen sind ohne entsprechend aufbereitete Daten nutzlos. So hat etwa Huawei festgestellt, dass beim Training von KI-Modellen die Menge und die Qualität der Trainingsdaten wichtiger ist, als die Anzahl der Parameter. Selbst wenn Unternehmen keine eigenen Modelle trainieren, sondern mittels KI und RAG den Datenbestand der Firma nutzen, haben die dafür nötigen Vektordatenbanken etwa das 5- bis 15-fache Volumen der Quelldaten, erklärt der Markus Grau von Pure Storage. Als Vorteile für KI-Anwendungen in Unternehmen macht der von NetApp in Auftrag gegebene Cloud Complexity Report die Erhöhung der Produktionsrate durch KI-gestützte Automation, eine schnellere Produktentwicklung durch KI-Analyse-Tools sowie eine erhöhte Sicherheit durch die Echtzeit-Erkennung von Bedrohungen und Anomalien aus.
Beim Thema KI haben die Spezialisten der drei VADs allerdings sehr unterschiedliche Ansichten. Für den Bytec-Chef Egenter wird KI „als der Treiber für IT-Umsätze schlechthin gehyped. Im Channel ist das aber nach unserer Wahrnehmung noch nicht wirklich angekommen. Viele IT-Dienstleister sind noch in der Findungsphase und suchen den konkreten Anwendungsfall jenseits von ChatGPT und der inhaltlichen Zusammenfassung von virtuellen Meetings.“
Stand: 08.12.2025
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KI ist das große Thema unserer Zeit und auch der Storage-Markt wird davon profitieren.
Jürgen Neureuther
Jürgen Neureuther, Leiter der Business Unit Storage Solutions bei ADN
(Bild: ADN)
Bei ADN macht Neureuther durchaus einen steigenden Bedarf nach mit KI-Funktionen gepaarten Storage-Lösungen aus. Für ihn ist KI „das große Thema unserer Zeit und auch der Storage-Markt wird davon profitieren – und zwar in einem Ausmaß, das noch gar nicht absehbar ist.“ Er ergänzt, man sehe bei ADN, dass „namhafte Storage-Hersteller strategische Partnerschaften mit KI-Vorreitern eingehen, weil sie wissen, dass in KI die Zukunft ihres Business liegt.“ Allerdings schränkt der Leiter der Business Unit Storage ein, dass sich KI noch nicht in dem Umfang im Storage-Sektor bemerkbar mache, wie in den USA oder anderen europäischen Ländern, was auch mit mit gesetzlichen Regularien wie dem Datenschutz zu tun habe, an die sich Unternehmen in Deutschland halten müssen.
Für den VAD Tim konstatiert Frömberg, dass zwar bereits KI-Projekte in der Umsetzung seien, mit entsprechender Beschaffung von IT-Infrastruktur. Die Mehrzahl der mittelständischen Kunden befinde sich jedoch noch in der Beratungsphase und Projektdefinition. Denn für „den Aufbau einer Unternehmens-KI braucht es eine klare Zielstellung und vielfältige Bausteine.“ Für die Zukunft sieht er daher eine steigende Nachfrage und stellt fest: „Das ganze KI-Themenfeld ist superdynamisch und wir haben keinen Zweifel, dass das ohnehin positive Momentum für Storage-Lösungen, weiter stark zunimmt. Im übrigen bewusst und insbesondere mit einem starken Fokus auf On-Premises.“
Wir sehen bereits KI-Projekte in der Umsetzung mit entsprechender IT-Beschaffung.
Rocco Frömberg
Rocco Frömberg, Leiter Vendor Development & Operations bei TIM
(Bild: TIM AG)
KI für Storage
Neben Storage für KI gibt es auch KI für Storage. Denn in Storage-Systemen kommt KI zum Einsatz, um das Datenmanagement zu verbessern und die Sicherheit zu erhöhen. So wird etwa mit KI-Hilfe nach anomalen Datenzugriffen Ausschau gehalten, die auf Ransomware-Angriffe hinweisen könnten. Als Gegenmaßnahme werden automatisch sichere Snapshots angelegt und der Zugriff für den User temporär gesperrt. Huawei stattet die Storage-Systeme der Oceanstore-Dorado-Serien 8000 und 18000 mit einem KI-Beschleunigungsmodul für die Optimierung von Speicherzugriffen aus. Pure Storage nutzt KI, um mittels GenAI Storage-Administratoren zu unterstützen und Support-Anfragen zu vermindern.