Künstliche Intelligenz verspricht viel – was wird sie halten können? Veritas-Deutschlandchef Ralf Baumann lotet Chancen und Herausforderungen aus und gibt Tipps für ein besseres Datenmanagement. Insbesondere wenn es um die Security gehe, sei Vorsicht geboten.
Seit etwas über einem Jahr im Amt: Ralf Baumann, Country Manager Germany bei Veritas Technologies
(Bild: Ralf Baumann)
Künstliche Intelligenz (KI) ist zweifelsohne ein Meilenstein für die Technologiebranche. Doch Ralf Baumann, Country Manager Germany bei Veritas Technologies, mahnt: „Das volle Potential können Unternehmen erst ausschöpfen, wenn sie effektive und verantwortungsvolle Formen des Datenmanagements umsetzen“.
Denn die meisten herkömmlichen Datenmanagement-Konzepte erweisen sich seiner Erfahrung nach als unzureichend – und zwar aufgrund mangelnder Skalierbarkeit, Geschwindigkeit und Transparenz. Unternehmen müssten ihre Geschäftsprozesse überdenken und analysieren, wie sie KI in ihre Datenmanagement-Strategie integrieren können.
„Wie in zahlreichen anderen Feldern ermöglicht der Einsatz von KI auch im Datenmanagement immer anspruchsvollere automatisierte Prozesse. Mithilfe von KI können Entscheidungen getroffen, Warnungen vor potenziellen Situationen ausgesprochen und Lösungsvorschläge gemacht werden, basierend auf menschlichem Verhalten und menschlichen Entscheidungen“, so Baumann. „Diese Abläufe erfolgen mit einer Effizienz, die herkömmliche Technologien und menschliches Denken übertrifft. Parallel zur Anwendung von KI kommen Technologien des maschinellen Lernens zum Einsatz, um die vorhandenen Informationsbestände automatisch zu bereichern. Diese angereicherten Daten bilden die Grundlage, auf der die KI ihre Entscheidungen trifft.“
In puncto Datenmanagement erweise sich KI als besonders relevant für folgende drei Aktivitäten:
1. Anomalien erkennen
In komplexen, hybriden Multi-Cloud-Umgebungen habe sich der Einsatz eines autonomen, KI-gestützten Datenmanagements (ADM) als Best Practice herausgestellt. Es automatisiere Datenverwaltungsprozessen und reduziere manuelle Eingriffe. Mittels KI-basierter Malware-Scans und Anomalie-Erkennung seien Unternehmen zudem in der Lage, die Verwaltung ihrer Daten zu optimieren und den Schutz vor Cyberbedrohungen wie Ransomware zu automatisieren.
Die Hauptgefahr durch Cyberbedrohungen für KI-Technologien bestehe übrigens darin, dass der Quellcode oder die Daten, die zur Schulung der KI dienen, kompromittiert werden können. „Um solche Angriffe abzuwehren, ist es von wesentlicher Bedeutung, die Trainings- und Referenzdaten der KI, den zugrundeliegenden Code und die Lieferkette effektiv abzusichern – eine Herausforderung, insbesondere wenn beide auf Open Source basieren“, so Baumann. „Ein weiterer Sicherheitsmechanismus besteht darin, die Autonomie der KI in ihren Entscheidungen zu begrenzen und eng mit den IT- und Geschäftsteams zusammenzuarbeiten, um festzulegen, welche Entscheidungen und Automatisierungen einer menschlichen Überprüfung bedürfen.“
2. Prädiktive Wartung
Basierend auf Erkenntnissen über Hardware- und Softwaresysteme sowie der laufenden Systemüberwachung könnten KI-Technologien potenzielle Störungen oder Ausfälle frühzeitig prognostizieren und eigenständig Maßnahmen zur Korrektur oder Reparatur einleiten.
3. Governance und Compliance
KI besitze die Fähigkeit, Daten anhand ihres Inhalts automatisch zu klassifizieren – inklusive Standortbestimmung, Zugriffsrechten, Sicherheitsstufen und ähnlichem. Auch Echtzeitdaten und Nutzerinformationen ließen sich anhand erkannter Muster sortieren. Die Kombination aller drei Aktivitäten markiere einen entscheidenden Schritt in Richtung einer vollständig automatisierten Datenverwaltung.
Kurz: Ein KI-gestütztes, autonomes Datenmanagement sei ein erstrebenswertes Ziel. Baumann betont jedoch, dass KI menschliches Zutun benötigt, um Auswahl und Entscheidungen zumindest zu überprüfen: „Vollständige Automatisierung von Entscheidungen sollte vermieden werden, um potenziell kostspielige Fehlentscheidungen zu verhindern. Daher ist es von großer Bedeutung, dass IT-Teams KI bewusst und kontrolliert einsetzen, um sicherzustellen, dass sie im Einklang mit den Unternehmenszielen steht.“
Stand: 08.12.2025
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