Der Hype um die Künstliche Intelligenz hat noch junge Unternehmen schnell aufsteigen lassen. Vast gilt mit seiner Speicher-Infrastruktur für KI-Projekte als einer der Shooting-Stars der Szene. Was das Unternehmen gerade in Deutschland vorhat, verrät Mitgründet Jeff Danworth im Interview.
Vast gilt als heißer Kandidat in Sachen KI.
(Bild: Marco - stock.adobe.com)
Vast wurde 2019 von Renen Hallak, Jeff Denworth, Shachar Fienblit und Alon Horev gegründet. Das Unternehmen bietet eine Datenplattform, die von Grund auf für Deep Learning und GPU-beschleunigte Rechenzentren und Clouds entwickelt wurde, und gilt daher als ganz heißes Eisen auf dem KI-Amboss.
Das bestätigt Denworth, aktuell als VP of Products tätig, im Gespräch mit IT-Business: „Die große Triebfedern für unser Wachstum ist derzeit der Boom im Bereich KI und die Herausforderungen, denen sich Unternehmen mit bestehender Infrastruktur stellen müssen, wenn es um die effiziente Verwaltung und schnelle Bereitstellung großer Mengen unstrukturierter Daten geht. Mit der zunehmenden Verbreitung von KI entsteht auf dem Markt ein Bedarf an neuen KI-Clouds. Wir haben in letzter Zeit mit großem Erfolg mit diesen Cloud-Service-Anbietern zusammengearbeitet, um ihre Rechenzentren mit KI-fähiger Infrastruktur auszustatten. Neben dem Finanzsektor gibt es sicherlich auch ein großes Potenzial im Bereich der pharmazeutischen und medizinischen Technologien, aber Vast wird derzeit in allen Branchen eingesetzt, die mit großen Datensätzen arbeiten.“
Partnerschaften als A und O
Zuletzt ist man eine ganze Reihe von Kooperationen und Partnerschaften eingegangen, u.a. mit KI-Experten wie CoreWeave, G42 Cloud, Genesis Cloud und zuletzt Run:ai sowie Supermicro. „Es ist für uns sehr wichtig, möglichst enge Beziehungen zu den Unternehmen zu unterhalten, die im Bereich der KI- und Deep-Learning-Technologien an vorderster Front stehen“, erläuterte Denworth. Nvidia spiele hier eine zentrale Rolle. „Wir haben unsere Kräfte gebündelt, um bewährte, reproduzierbare und validierte KI-Lösungen anzubieten, von denen jedes Unternehmen profitieren kann. Unternehmen, die ihre KI-Reise beginnen, können aus optimierten Vast-Data-Konfigurationen für Nvidia-DGX-BasePOD wählen.“
Zudem habe man gerade eine KI-Cloud-Architektur mit Nvidia vorgestellt, die ein noch nie dagewesenes Maß an Leistung, Servicequalität, Zero-Trust-Sicherheit und unglaubliche Platz-, Kosten- und Stromeffizienz für die KI-Fabrik biete. „Durch die Ausstattung jedes GPU-Servers mit einer dedizierten Nvidia-BlueField-3-Datenverarbeitungseinheit (DPU), auf der ein zustandsloser Container läuft, der das Vast-Betriebssystem für parallele Dienste antreibt, bettet diese neue Architektur Speicher- und Datenbank-Verarbeitungsdienste direkt in die KI-Server ein und liefert echte lineare Datendienste, die für die Skalierung auf Hunderttausende von GPUs ausgelegt sind“, erläuterte Denworth.
Wachstum mit dem Channel
Für weiteres Wachstum sei man „natürlich“ auf den Channel und entsprechende Partner angewiesen. Dazu gehörten derzeit Unternehmen wie Arrow, CDW, WWT, HamburgNet und Logicom. Im April vergangenen Jahres war Vast zudem eine vergleichsweise umfangreiche strategische Partnerschaft mit HPE eingegangen. Dieses verfügt über eine Reihe von Block-Storage-Angeboten, hat aber mit Vast ein eigenes File-Storage-Angebot geschaffen, das einen zusätzlichen Nutzen über File hinaus bietet.
„Die Zusammenarbeit soll HPE, Vast und unseren gemeinsamen Channel-Partnern zugutekommen, indem wir eine File-Storage-Lösung auf HPE-Hardware anbieten“, so der Manager. „Der HPE GreenLake for File Storage Service nutzt die Software-Architektur von Vast, um Kunden zu helfen, unstrukturierte Daten in den Griff zu bekommen und ihnen die Möglichkeit zu geben, aus diesen Informationen Erkenntnisse zu gewinnen. HPE hat zudem gerade einige große Ankündigungen rund um ihre aktualisierte Version des HPE Alletra Storage MP gemacht, die auf groß angelegte KI- und Data-Lake-Workloads in Unternehmen ausgerichtet ist.“
Deutschland lockt mit KMUs
Vast verfügt inzwischen über mehr als 800 Mitarbeiter weltweit und will nicht zuletzt in Deutschland expandieren. Gerade hier sei das Wachstum „beachtlich“, man plane weitere große Investitionen. Zumal der deutsche Mittelstand quasi ein natürlicher Abnehmer für die Dienste von Vast ist: „Unser erster deutscher Referenzkunde CeGAt aus Tübingen ist sicherlich ein klassischer Mittelständler“, bestätigt Denworth. „Diverse Anbieter von Spezialeffekten, die uns nutzen, sind definitiv mittelständische Unternehmen. Auch in Frankreich, Großbritannien und anderen Ländern haben wir zahlreiche mittelständische Unternehmen als Kunden, von denen wir einige namentlich nennen können. Von außen betrachtet sind natürlich auch die großen Weltmarken die Aushängeschilder, die ins Auge fallen.“
Es sei jedoch kein Geheimnis, dass der deutsche Mittelstand eher konservativ und oft zögerlich sei, sich auf neue Technologien einzulassen. Dabei bestehe großes Interesse – nur könnten viele mittelständische Unternehmen den Aufbau einer KI-Infrastruktur finanziell und personell kaum stemmen. Deshalb sieht Denworth insbesondere in der „KI aus der Cloud“, die viele der Vast-Partner anbieten, gerade für diese Gruppe großes Potenzial.
Stand: 08.12.2025
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