Homeoffice-Studie von Sharp Karrieresorgen im Lockdown

Autor: Heidemarie Schuster

Wer kann, der soll nach Ansicht der Bundesregierung im Homeoffice arbeiten. Doch das bereitet vielen Büroangestellten Sorgen, wie eine Studie im Auftrag von Sharp Business Systems zeigt. Denn oftmals scheint auch die Karriere im Lockdown zu sein.

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Lockdown-Verlängerung: Viele Arbeitnehmer sorgen sich im Homeoffice um ihre Karriere.
Lockdown-Verlängerung: Viele Arbeitnehmer sorgen sich im Homeoffice um ihre Karriere.
(Bild: Robert Kneschke)

Bis mindestens Mitte März sollen möglichst viele Büroangestellte im Homeoffice arbeiten, um Kontakte so weit wie möglich zu reduzieren. So soll die Verbreitung des Coronavirus eingedämmt werden. Aber welche Sorgen rufen diese Maßnahmen hervor?

Um dies herauszufinden, hat Sharp mehr als 1.000 Büroangestellte in deutschen kleinen und mittelständischen Unternehmen befragt.

Bei der Studie kam heraus, dass fast zwei Drittel (61 %) der Befragten um ihre berufliche Weiterentwicklung fürchten. Hinzu kommen Sorgen um wirtschaftliche Stabilität (32 %) und Arbeitsplatzsicherheit (37 %), mangelnde Work-Life-Balance (30 %) und den fehlenden Austausch mit Kollegen (31 %).

Produktivität leidet schon mal nicht

Trotz der Bedenken findet mehr als die Hälfte der Angestellten (53 %), dass Remote-Arbeit sie produktiver gemacht hat. 70 Prozent fühlen sich dabei von der zur Verfügung stehenden Technologie gut unterstützt und erledigen ihre Arbeit effektiver. Jedem Zweiten (51 %) macht das Gefühl des Abgeschnittenseins vom Team jedoch zu schaffen. Das wiederum scheint mit ein Grund dafür zu sein, dass sich 46 Prozent der Befragten im Homeoffice schlecht motivieren können. Fast zwei Drittel (61 %) beklagen zudem, dass es im Homeoffice schwieriger ist, über die Abläufe im Unternehmen informiert zu bleiben.

Fehlende Interaktion als Karriereblocker?

Die Studienergebnisse legen nahe, dass moderne Technologien einen wichtigen Teil dazu beitragen, Angestellte im Homeoffice zu entlasten. Offensichtlich auf der Strecke bleiben jedoch Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung sowie zum Erwerb von Kompetenzen, die für einen Karriereaufstieg erforderlich sind.

„Wir sehen den zunehmenden Trend, dass Arbeitnehmer in der gegenwärtigen Situation sich selbst überlassen werden. Besonders für jüngere Mitarbeiter stellt das ein Problem dar, da wichtige berufliche Fähigkeiten ohne die entsprechende Interaktion im Team nur unzureichend entwickelt werden können“, so Viola Kraus, Future of Work Psychologist.

Bitte mehr Schulungen!

Der Studie zufolge erwartet die Mehrheit der Büroangestellten von ihren Arbeitgebern, dass diese sie insbesondere während des Lockdowns mit Lern- und Weiterbildungsangeboten unterstützen: 58 Prozent der Befragten gaben an, dass Möglichkeiten zur Weiterbildung und Schulung während des Lockdowns für sie wichtiger geworden sind. 39 Prozent wünschen sich von ihrem Arbeitgeber explizit Online-Schulungen oder unternehmensübergreifende, virtuelle Workshops, um sich auch aus der Ferne neues Wissen und Fähigkeiten aneignen zu können.

„Die auffallenden Ängste der Angestellten in Bezug auf ihre berufliche Entwicklung während der Pandemie sind mit großer Wahrscheinlichkeit auf die Distanz zu ihren Teams und die mangelnde Anleitung durch erfahrene Kollegen zurückzuführen“, so Viola Kraus weiter. „Es ist daher besonders wichtig, dass Arbeitgeber die zur Verfügung stehenden Technologien nutzen und interaktive, virtuelle Weiterbildungsangebote und Plattformen bereitstellen, auf denen Peer-to-Peer-Lernen gefördert wird. In erfolgreichen Unternehmen kommt es auf jeden einzelnen Mitarbeiter an. Je stärker sich die Art und Weise verändert, wie Menschen zusammenarbeiten, desto grundlegender ist es, jeden aktiv einzubinden und eine kontinuierliche Kommunikation zu fördern.“

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