Eset-Studie: Pandemie als Investitionstreiber IT-Security auf dem Prüfstand

Autor: Sarah Böttcher

Deutschland digitalisiert – und die Angst, dass dabei die IT-Sicherheit auf der Strecke bleibt, wächst. Haben Firmenlenker den Ernst der Lage erkannt, oder verharren sie im Status Quo? Eine aktuelle Studie des Security-Herstellers Eset gibt Aufschluss.

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Im Zuge der Corona-Pandemie nehmen viele Unternehmen ihre eigene IT-Security-Strategie genauer unter die Lupe.
Im Zuge der Corona-Pandemie nehmen viele Unternehmen ihre eigene IT-Security-Strategie genauer unter die Lupe.
(Bild: Javier brosch - stock.adobe.com)

Spätestens seit die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung am 27. Januar in Kraft getreten ist, ist die Zahl der Arbeitnehmer, die im Homeoffice arbeiten, wieder gestiegen. Dieser Umstand ruft IT-Sicherheitsexperten auf den Plan, die um die Sicherheit im Homeoffice bangen. Denn bisweilen hatte diese dort oft das Nachsehen. Einer aktuellen Studie des IT-Security-Herstellers Eset zufolge haben Firmenlenker den Ernst der Lage erkannt. So wollen 62 Prozent der befragten Unternehmen 2021 mehr für ihre IT-Sicherheit ausgeben.

Covid-19 stärkt IT-Security in Unternehmen

Das Gros der DACH-Unternehmen (62 %) gab an, dass Covid-19 eher großen oder sehr großen Einfluss auf die anstehenden Kaufentscheidungen einer IT-Security-Software hatte. Während in Deutschland nur gut die Hälfte der Befragten zustimmte, lagen die Ergebnisse in Österreich (72 %) und der Schweiz (84 %) deutlich darüber. Auch im Enterprise-Bereich ab 500 Arbeitsplätzen war die Pandemie (77 %) ein starker Faktor für Neuinvestitionen. Die hohen Werte zeigen Eset zufolge an, dass der Umzug ins Homeoffice so manches Unternehmen auf dem falschen Fuß erwischt hat.

Covid-19-Krise als Augenöffner

Bisher fuhr die Mehrheit der Unternehmen keine einheitliche Sicherheitsstrategie und die Entscheidungen über Security-Hardware und -Software trafen meist nicht die Sicherheitsexperten, sondern die Unternehmensführung. Laut Peter Neumeier, Channel Sales Director bei Eset Deutschland, hat sich dieser Umstand nun geändert: „Es ist sehr erfreulich, dass Unternehmen die Pandemie genutzt haben, um sich über die eigenen Ansprüche an wirksame IT-Sicherheit klar zu werden. Offensichtlich fanden in vielen Unternehmen interne Audits statt, welche die eigene IT-Sicherheit auf den Prüfstand stellten. Viele Firmen erarbeiteten für die Auswahl neuer Sicherheitslösungen klare Anforderungsprofile.“

Auch der ad hoc Umzug vieler Mitarbeiter in die eigenen vier Wände, führte zu schnellen, pragmatischen Lösungen, wobei der Sicherheit zu wenig Aufmerksamkeit gezollt wurde. Den Umfrageergebnissen zufolge liegt in Zukunft der Fokus einzusetzender IT-Security-Lösungen auf einer leichten Administration (57 %) und Installation (48 %) sowie auf guten Testberichten (46 %). 36 Prozent der Studienteilnehmer bevorzugen Security-Lösungen eines europäischen Herstellers. 68 Prozent gaben an, IT-Security-Lösungen möglichst komplett von einem Hersteller beziehen zu wollen (Single-Vendor). Darüber hinaus treffen nun bei 72 Prozent der Befragten die IT-Verantwortlichen die Entscheidung über Anschaffungen. In Österreich und der Schweiz steigt der Wert auf 82 Prozent.

Cloud first

Cloud first scheint bei fast drei Viertel der Firmen die Devise zu sein: 72 Prozent setzen auf Cloud-fähige Security-Lösungen (davon 39 % sowohl Cloud als auch On-Premises). Die Beliebtheit von reinen On-Premises-Produkten (28 %) scheint abzunehmen, dennoch möchte fast jeder Dritte nicht darauf verzichten. Während in Deutschland das Verhältnis der drei Varianten nahezu gleich ist, tendieren Unternehmen in Österreich zu Cloud-fähigen Lösungen (52 %). In der Schweiz hingegen bevorzugt jeder Sechste (59 %) die Mischform aus Cloud- und On-Premises-Lösungen. Gleiches gilt für Befragte aus dem Enterprise-Bereich (58 %).

Unmut am Security-Markt

Nicht jede Überprüfung der Maßnahmen und der eingesetzten Sicherheitslösungen fiel zur Zufriedenheit der Unternehmen aus. So haben 27 Prozent im letzten Jahr bereits den Anbieter gewechselt, für 2021 kommt noch einmal ein Viertel der Befragten dazu.

Die Gründe dafür sind vielfältig:

  • Budgetäre Gründe (41 %);
  • Wechsel auf Cloud-Lösung (38 %);
  • Unzufriedenheit mit bisherigem Anbieter (32 %). Interessanterweise liegen Enterprise-Unternehmen weit über diesem Wert (59 %).

Managed Security Services gewinnen an Bedeutung

Die rasch voranschreitende Digitalisierung, die Überlastung der IT-Abteilungen sowie der Fachkräftemangel spielen Managed Service Providern (MSPs) in die Hände. So gaben fast zwei Drittel (62 %) aller Firmen an, bereits mit einem MSP zusammenzuarbeiten oder dies innerhalb dieses Jahres anzugehen. Weitere 13 Prozent erwägen dies in den nächsten maximal fünf Jahren. Verwunderlich sei dies nicht. Bereits jetzt vertraut Eset zufolge jedes vierte Unternehmen den Empfehlungen eines IT-Resellers bei der Auswahl seiner Security-Ausstattung. Dies ist in der Schweiz (41 %) sowie in Enterprise-Unternehmen (42 %) noch ausgeprägter. In der Schweiz wollen gerade einmal 6 Prozent komplett auf MSP verzichten. Dieser Wert ist viel geringer als der DACH-Durchschnitt von 21 Prozent.

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 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin