Cyberangriffe trotzt Schutzmaßnahmen Investitionen allein garantieren keine Sicherheit

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

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Kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) nehmen Cyberrisiken durchaus ernst und investieren vermehrt in Schutzmaßnahmen und Schulungen. Doch das Zusammenspiel von Tools, Richtlinien und der praktischen Umsetzung läuft oft nicht rund.

Cybersicherheit wird immer mehr ein Wettbewerbsfaktor. Daher gilt besonders für kleine und mittelständische Unternehmen, nicht nur zu investieren, sondern eine umfassende Cybersecurity-Strategie zu etablieren.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
Cybersicherheit wird immer mehr ein Wettbewerbsfaktor. Daher gilt besonders für kleine und mittelständische Unternehmen, nicht nur zu investieren, sondern eine umfassende Cybersecurity-Strategie zu etablieren.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Im Gegensatz zu Enterprise-Organisationen ist Cybersecurity für KMU oft eine Sisyphusarbeit. Während Großunternehmen genügend Manpower und Finanzkraft haben, um sich gegen Cyberangriffe abzusichern, bleiben KMU trotz gezielter Investitionen hinter der sich rasch entwickelnden Bedrohungslandschaft zurück. Der „SMB Cybersecurity Report 2026“ des Schweizer Datenschutztechnologie-Unternehmens Proton belegt die Diskrepanz zwischen Ausgaben und tatsächlicher Widerstandsfähigkeit. Bei einer durchschnittlichen jährlichen Investition von 50.000 Euro waren 25 Prozent der Umfrageteilnehmer im vergangenen Jahr von einem Cyberangriff oder einem Datenleck betroffen.

Die Studie widerlegt das Klischee, dass kleine Unternehmen Sicherheit nicht ernst nehmen.

Patricia Egger, Head of Security bei Proton

Dabei sei das Problem nicht mangelndes Bewusstsein für Cyberrisiken oder fehlende Vorbereitung, so Patricia Egger, Head of Security bei Proton. „Die Studie widerlegt das Klischee, dass kleine Unternehmen Sicherheit nicht ernst nehmen. Tatsächlich investiert die große Mehrheit in Tools und Schulungen.“ So führten 73 Prozent der deutschen Befragten im vergangenen Jahr eine formale Risikobewertung durch. Gut ein Viertel (27 %) überprüfte die Sicherheitslage quartalsweise, 28 Prozent sogar monatlich. „Das Problem ist jedoch, dass es deutlich mehr Aufwand erfordert, Sicherheit in der realen Welt mit echten Menschen wirksam umzusetzen, als lediglich ein Tool bereitzustellen oder einen Prozess zu entwerfen“, so Egger. Zahlreiche Cybersicherheitsvorfälle wurden demnach durch menschliche Fehler verursacht, beispielsweise durch unsichere Umgangsweisen mit Zugangsdaten.

Weitere Unsicherheiten entstehen durch die Einführung von KI-Tools. Die Befragten wissen oft nicht, wie ihre Daten erfasst oder gespeichert werden, und haben Angst, die Kontrolle über die Daten zu verlieren. Da KI zunehmend integraler Bestandteil betrieblicher Abläufe wird, ist es äußerst wichtig, diese Transparenzlücke zu schließen.

Sicherheit als Wettbewerbsfaktor

Nicht nur staatliche Compliance-Vorgaben wie NIS2 treiben KMU zu mehr IT-Sicherheit. Zwei Drittel (66 %) der Befragten haben die Erfahrung gemacht, dass starker Datenschutz heutzutage sehr wichtig oder sogar entscheidend für die Gewinnung von Aufträgen ist. Schließlich hat ein erfolgreicher Cyberangriff nicht nur finanzielle Folgen für das Opfer. Auch das Vertrauen der Kunden und Partner wird langfristig geschädigt. Das sieht auch Proton-COO Raphael Auphan so: „Für kleine und mittlere Unternehmen ist Cybersicherheit längst nicht mehr nur eine IT-Ausgabe; sie ist direkt mit Umsatz, Reputation und langfristigem Wachstum verknüpft. Kunden stellen zunehmend kritischere Fragen zum Umgang mit ihren Daten, und ein einziges schwerwiegendes Sicherheitsleck kann jahrelang aufgebautes Vertrauen zerstören.“

Die Sicherheitsstrategie beeinflusst also zunehmend Beschaffungsentscheidungen und langfristige Kundenbeziehungen. Auphans Ansicht nach sind „Unternehmen, die Datenschutz und Sicherheit als Teil ihres Leistungsversprechens verstehen – und nicht lediglich als Compliance-Pflicht – besser positioniert, um Aufträge zu gewinnen und nachhaltige Kundenbeziehungen aufzubauen“.

Empfehlungen der Proton-Experten

  • Weitere Investitionen in Tools und Schulungen
  • Schließen der Lücke zwischen wahrgenommener Vorbereitung und operativer Realität
  • Reduzierung der Risiken durch gemeinsame Zugriffe
  • Sorgfältige Überprüfung von Drittanbietern
  • Verankerung sicherer Praktiken in den täglichen Betriebsabläufen

Fazit

In einer zunehmend digitalisierten Welt stehen KMU vor der Herausforderung, mit den stetigen Cyber-Bedrohungen Schritt zu halten. Der „SMB Cybersecurity Report 2026“ von Proton zeigt, dass trotz erheblicher Investitionen in Technologie und Schulungen die menschliche Komponente und die Einführung von KI-Tools oft Sicherheitslücken verursachen. Während Großunternehmen über mehr Ressourcen verfügen, kämpfen KMU mit begrenzten Mitteln um ausreichenden Schutz.

Dennoch hat sich gezeigt, dass Cybersicherheit für KMU ein entscheidender Wettbewerbsfaktor ist. Kunden legen mehr Wert auf Datenschutz und hinterfragen den Umgang mit ihren Daten zunehmend kritisch. Dies bedeutet, dass Unternehmen, die Cybersicherheit in ihr Leistungsversprechen integrieren, besser darin positioniert sind, langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Über den Proton SMB Cybersecurity Report

Die Umfrage für den SMB Cybersecurity Report 2026 wurde zwischen November und Dezember 2025 von der Meinungsforschungsplattform Toluna im Auftrag von Proton durchgeführt. Befragt wurden 3.000 Manager und Führungskräfte von Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern in Großbritannien, den USA, Frankreich, Deutschland, Brasilien und Japan.

Download des Reports

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