CES 2025 Intel: Arrow-Lake-CPUs für Notebooks und PCs

Von Klaus Länger 5 min Lesedauer

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Auf der CES präsentiert Intel weitere Arrow-Lake-CPUs: für Notebooks die Core-Ultra-Serien 200HX, 200H und 200U und für Desktop-PCs die Arrow-Lake-Mainstream-Modelle. Für den Business-Sektor kommen vPro für Core-Ultra-2-CPUs und für Edge-Computing gibt es auch neue Prozessoren.

Jim Johnson, Senior Vice President und Interims-Chef von Intel Client Computing Group, stellt auf der CES in Las Vegas die Core-Ultra-200HX-Serie für Gaming- und High-Performance-Notebooks vor.(Bild:  Intel Corporation)
Jim Johnson, Senior Vice President und Interims-Chef von Intel Client Computing Group, stellt auf der CES in Las Vegas die Core-Ultra-200HX-Serie für Gaming- und High-Performance-Notebooks vor.
(Bild: Intel Corporation)

Der Aus- und Umbau des Prozessorportfolios geht bei Intel weiter. Nach den Lunar-Lake-Prozessoren für Premium-Thin-und-Light-Notebooks und den Arro-Lake-K-CPUs für Gaming-PCs kommen jetzt die Volumenmodelle von Arrow-Lake für Notebooks und PCs sowie Arrow-Lake-HX für Gaming-Notebooks und mobile Workstations. Intels Interim-CEO Michelle Johnston Holthaus legt bei ihrer CES-Keynote eine starken Fokus auf die KI-Fähigkeiten der neuen Prozessoren, die mittels lokaler KI-Workloads die Produktivität verbessern sollen. Über eine NPU für KI-Workloads verfügen alle neuen Prozessoren. Allerdings reicht deren Leistung für Microsofts Copilot+-PC-Anforderungen nicht aus, das schaffen nur die Lunar-Lake-Modelle der Serie Core Ultra 200V. Die neuen CPUs sollen Intel aus der Flaute helfen, die Pat Geslinger seinen CEO-Job gekostet hat.

Daher gab Holthaus auf der Messe auch eine kurzen Ausblick auf den Arrow-Lake-Nachfolger Panther Lake, der bereits im A0-Stepping bei ODMs im Testbetrieb läuft. Der Prozessor wird im Gegensatz zu Lunar Lake und Arrow Lake wieder größtenteils in den Intel-Fabs hergestellt und zwar im – laut Intel konkurrenzfähigen – 18A-Prozess.

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Core Ultra 200HX, H und U

Für Gaming- und Creator-Notebooks mit zusätzlicher diskreter GPU stellt Intel in Las Vegas die Core-Ultra-200HX-Serie vor. Die Spannbreite dieser Arrow-Lake-HX-Prozessoren reicht vom Core Ultra 5 235HX mit insgesamt 14 Cores (6 P + 8E) bis hin zum Core Ultra 9 285HX mit acht P- und 16 E-Cores. Dazu kommen noch eine NPU mit 13 TOPS sowie eine integrierte GPU mit maximal vier Xe-Cores. Die HX-Modelle sind im Prinzip Desktop-Prozessoren mit etwas gedrosselter Leistung und maximal 160 Watt Leistungsaufnahme in einem kleineren Prozessorgehäuse mit BGA-Kontakten zum Auflöten. Die Base-Power ist ebenfalls von 65 auf 55 Watt gesunken. Im Gegensatz zu allen anderen Core-Ultra-Mobilprozessoren benötigt Arrow Lake HX einen zusätzlichen Intel-800-Chipsatz auf dem Mainboard.

Das Volumenmodell für Mainstream-Notebooks- und Convertibles soll die Core-Ultra-200H-Serie mit zwischen 14 und 16 Cores werden. Die Base-Power liegt bei Core Ultra 5 und 7 bei 28 Watt, der Core Ultra 9 kann mit maximal 45 Watt versorgt werden. Alle Prozessoren vom Core Ultra 5 225 H bis zum Core Ultra 9 285 H verfügen über acht E- und zwei weitere Low-Power-E-Cores nach dem Vorbild von Meteor Lake sowie über vier bis acht P-Cores. Dabei nutzt Intel die neuen Lion-Cove- und Skymont-Cores, koppelt sie aber mit der Meteor-Lake-NPU (11 TOPS) und einer überarbeiteten Arc-GPU der ersten Generation mit XMX und 22 Prozent höherer Leistung. Zudem verfügt Arrow-Lake-H über einen integrierten Thunderbolt-4-Controller mit vier statt nur zwei Ports wie beim HX und unterstützt Wi-Fi 7 statt nur 6E.

Für günstigere Thin- und Light-Notebooks stellt Intel die Prozessoren der Serie Core Ultra 200U mit 15 Watt Base Power bereit. Die vier Prozessoren der Familie – sie reicht vom Core Ultra 5 225U bis zum Core Ultra 9 265U – warten alle mit zwei P-Cores, acht E-Cores und zwei LP-E-Cores auf. Sie unterscheiden sich nur in der Taktfrequenz. Da die P-Cores mit Hyperthreading arbeiten, gehören sie noch zur Redwood-Cove-Generation und sind damit ein Refresh von Meteor Lake. Auch die E-Cores gehören wohl noch zur Crestmond-Generation, da Intel den Prozessor selbst herstellt. Genutzt wird allerdings das neuere Intel-3-Verfahren, das der Hersteller auch für seine Xeon-6-CPUs verwendet. Zum Package gehören ebenfalls die 11-TOS-NPU und eine Xe-Low-Power-GPU.

Die neuen Mobilprozessoren verfügen im Gegensatz zu Lunar Lake nicht über einen auf dem Prozessor integrierten Speicher, sondern über zwei Controller für externe DDR5-6400-Module oder LP5x-8400-Speicher. Die können auf wechselbaren Modulen (CAMM2) untergebracht werden. Notebooks mit den neuen H- und U-CPUs sollen im Laufe des ersten Quartals 2025 auf den Markt kommen. Geräte mit Arrow-Lake-HX folgen später im ersten Halbjahr.

Core Ultra 200S für Mainstream-Desktop-PCs

Nach dem Start der übertaktbaren K-Varianten von Arrow-Lake-S für Gaming-PCs folgen nun die günstigeren Modelle für den Mainstream-Markt vom Core Ultra 5 225F mit sechs P- und vier E-Cores und deaktivierter GPU bis zum Spitzenmodell Core Ultra 9 285 mit acht P-Cores, 16 E-Cores und aktivierter GPU mit vier Xe-Cores. Die NPU leistet bei allen Modellen 13 TOPS. Die Base Power liegt bei 65 statt 125 Watt, die Maximum Turbo Power je nach Modell bei 121 bis 184 Watt. Die K-Modelle können sich im Turbo-Modus bis zu 250 Watt genehmigen. Für kompakte Rechner bringt Intel niedriger getaktete T-Modelle mit 35 Watt Base Power und maximal 112 Watt im Turbo-Modus.

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Passend zu den Prozessoren gibt es mit B860 und H810 zwei neue Chipsätze für günstigere Mainboards als die bisherigen Z890-Platinen. Ihnen fehlen die Übertaktungsfunktionen des Z890 und es werden nur vier statt acht SATA-Ports unterstützt. Auch die Zahl der PCIe-Gen4-Lanes ist mit 14 beim B860 und acht beim H810 geringer. Bei letzterem stellt die CPU auch nur ein Speichermodul pro Kanal sowie 16 statt 20 PCIe-Gen5-Lanes zur Verfügung. Zudem werden nur drei statt vier Displays unterstützt. Laut Intel sollen die Prozessoren ab dem 13. Januar 2025 verfügbar sein.

Für Business-Rechner: vPro mit Core-Ultra-2-CPU

Auf der CES kündigt die vorläufige Intel-Chefin Holthaus zudem vPro für Notebooks und PCs mit ausgewählten Core-Ultra-2-Prozessoren an. Mit ihnen können die Hersteller Rechner mit erweiterten Security- und Management-Funktionen für den Firmeneinsatz anbieten, wie etwa der Intel Threat Detection Technology mit Nutzung der NPU. Realisierbar sollen so auch neue Security Engines für die Hardware-basierte Authentifizierung der Firmware oder der Microsoft-Pluton-kompatiblen Partner Security Engine in Lunar Lake sein. Für Business-PCs und Workstations stellt Intel den Mainboard-oder System-Herstellern zudem mit dem Q870 und dem W880 zwei vPro-Enterprise-fähige Chipsätze zur Verfügung. Der W880 ermöglicht den Einsatz von ECC-Speicher und bietet analog zum Z890 ebenfalls 24 PCIe-Gen4-Lanes, der Q870 nur 20 Lanes.

Neue Prozessoren für Edge-Computing

Laut Intel sind die Core-Ultra-2-CPUs ebenfalls eine ideale Plattform für Edge-Computing, wenn lokale KI-Workloads gefragt sind. Zudem kommen mit Bartlett Lake S und Twin Lake zwei neue CPUs für den industriellen Einsatz, bei denen Intel eine Verfügbarkeit von bis zu 10 Jahren garantiert. Bartlett Lake alias Core 200S basiert auf der Raptor-Lake-Architektur, bietet aber bis zu 16 statt 12 E-Cores zusätzlich zu bis zu acht P-Cores. Twin Lake ist der Codename der neuen N-Serie, bestehend aus den Modellen N150 und N250 mit jeweils vier E-Cores und Core 3-N350 sowie N-355 mit jeweils acht E-Cores aus der auch bei Raptor Lake verwendeten Gracemont-Generation. Sie sollen eine höhere Rechenleitung als ihre Vorgänger liefern und sind zusätzlich mit einer Image Processing Unit (IPU 6) ausgestattet, um Kameras mit höherer Auflösung zu unterstützen. Intel sieht diese Prozessoren auch als Basis für günstige Mobilrechner, die im Bildungssektor eingesetzt werden.

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