Software-Branche am Scheideweg Installation versus Hosting

Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Die Cloud wird gemeinhin als Wachstumstreiber beschworen, während dem On-premise-Modell Marktanteile verloren gehen. IT-BUSINESS wirft einen Blick auf die gegensätzlichen Bereitstellungsmodelle und schlägt Kompromisse vor.

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Für die einen steht die Software-Branche an einem Scheideweg, für andere ist alles halb so wild.
Für die einen steht die Software-Branche an einem Scheideweg, für andere ist alles halb so wild.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Zukunft ist meistens schon da, bevor wir damit rechnen. Diesen Spruch eines unbekannten Verfassers nehmen sich gegenwärtig ERP-Anbieter (Enterprise Resource Planning) zu Herzen. Für Marktauguren steht fest: Die Cloud wird immer wichtiger, was zu weniger Installationen auf dem Client („On-premise“) und zu mehr gehosteten ERP-Lösungen führen wird. So weit so gut. Die Frage ist nur, welche Auswirkungen das auf die Branche rund um die Firmen-Ressourcen-Planung hat.

Verschiedene Branchen-Kenner, die besonders stark auf die Cloud setzen, glauben, dass es einige Anbieter aus dem Bereich der Business Software schwer haben werden, wenn ihre Systeme nicht so recht Internet-affin sind. Optimal sei eine Browser-fähige Software, findet SoftM-Vorstand Ralf Gärtner. Das ist insofern nachvollziehbar, als die SoftM-ERP-Suite Semiramis bereits per Browser-Benutzeroberfläche bedient wird. Muss erst eine komplette Neuprogrammierung vorgenommen werden, wäre dafür ein Investment von etwa 100 bis 150 Millionen Euro nötig – ein finanzieller Aufwand, den die wenigsten Anbieter „einfach so“ stemmen könnten, konstatiert Gärtner.

Ein Beispiel für einen Anbieter, der in den vergangenen Jahren eine komplette Neuprogrammierung vornahm, ist ERP-Hersteller Abacus. Rainer Kaczmarczyk, Chef der in diesem Jahr eröffneten deutschen Niederlassung in München berichtet, dass es „mindestens 300 Mannjahre im Entwicklungsbereich“ gekostet habe, die gleichnamige Software komplett in Java neu zu konzipieren. Gemeint hat er dabei nicht das Neuentwickeln von Funktionen, sondern das reine Umschreiben und das darauf folgende Software-Testing.

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