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Wandel der Arbeitswelt Homeoffice etabliert sich in Deutschland

Autor: Ann-Marie Struck

Bisher war Homeoffice in vielen Unternehmen eher eine Ausnahme. Aufgrund der Schutzmaßnahmen zur Eindämmung von Covid-19 ist es derzeit zum Standard geworden – und erfreut sich zunehmender Beliebtheit, wie eine Studie von LogMeIn mit OnePoll bestätigt.

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Homeoffice oder lieber Büro?
Homeoffice oder lieber Büro?
(Bild: Eva - stock.adobe.com)

Der Wecker klingelt später, kein Stau auf dem Arbeitsweg und Knoblauchspaghetti essen, ohne dass die Kollegen die Nase rümpfen - Homeoffice bietet einige Vorteile. Das haben Arbeitnehmer nun weltweit auch erkannt, so das Ergebnis einer Studie von LogMeIn mit OnePoll. Obwohl die Digitalisierung die Werkzeuge für digitale Arbeitskonzepte schon lange bereitstellt, wurden diese bisher eher schleppend in Unternehmen etabliert. Das hat sich durch die Corona-Pandemie schlagartig geändert, denn zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus haben in viele Branchen Arbeitgeber für ihre Mitarbeiter Remote-Arbeitsplätze eingerichtet.

Einer Umfrage von LogMeIn zufolge wünscht sich die Hälfte (55 Prozent) der befragten Deutschen weiterhin im Homeoffice zu arbeiten. Ähnlich sieht das auch in Großbritannien und in den USA aus. Bisher war Homeoffice bei 21 Prozent der befragten deutschen Arbeitnehmer nur eine Ausnahmeregelung für Handwerksarbeiten oder ausfallende Kinderbetreuung. 42 Prozent haben laut der Studie vor der Pandemie noch nie von Zuhause gearbeitet.

Pro Homeoffice

Die Arbeit über Remote bringt einige Vorteile mit sich, wie viele Arbeitnehmer nun feststellen. Auf Platz Eins bei den Umfrageteilnehmer steht der Vorteil Zeitersparnis (79 Prozent), denn lange Pendelzeiten mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto fallen weg. Pendler stehen oft im Berufsverkehr und kommen deswegen nicht pünktlich zur Arbeit oder nach Hause. Das verlängert den Arbeitstag, was jeder zweite Deutsche bedauert.

Des Weiteren bestätigen ein Drittel der Befragten eine bessere Produktivität und allgemeine Zufriedenheit im Homeoffice. Eine wesentlichere Rolle spielen für 64 Prozent die flexible Arbeitsgestaltung und Einteilung der Arbeitszeit. Weitere 58 Prozent nennen die Freiheit der Kleidungswahl am heimischen Schreibtisch als einen Vorteil.

Contra Homeoffice

Doch wie nahezu alles hat auch Homeoffice seine Schattenseiten. 47 Prozent sehen die Bewältigung der Hausarbeit neben den täglichen To-Do‘s für den Arbeitgeber zur Zeit als eine Herausforderung. Wegen den Schul- und Kitaschließungen sind zur Zeit viele Kinder Zuhause bei den Eltern im Homeoffice. Für 13 Prozent der Befragten ist daher die Balance zwischen der Arbeitstätigkeit und der Aufsichtspflicht für den Nachwuchs schwierig.

Außerdem fehlt im abgeschotteten Heimbüro oft der alltägliche Austausch mit den Kollegen über die Arbeitstätigkeit hinaus. Denn der gemeinsame Weg in die Büroküche oder der beiläufige Small Talk an der Kaffeemaschine tragen für das persönliche Wohlbefinden im Job und das kollegiale Zusammengehörigkeitsgefühl bei. Fast jeder zweite Umfrageteilnehmer findet es schwer den Kontakt auch im Homeoffice aufrecht zu halten und sich regelmäßig mit dem Team auszutauschen. Abhilfe schaffen hier interne Firmenchats und regelmäßige Videokonferenzen.

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Über den Autor

 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin