Citrix-Umfrage Hören Sie besser auf die Generation Y und Z

Autor Heidi Schuster

Wer Arbeitnehmer der Generationen Y und Z für sich gewinnt, kann mit Mehreinnahmen rechnen, so eine Studie von Citrix. Allerdings fehlt Führungskräften oft das Wissen, wie sie diese Altersgruppen für sich gewinnen und halten können.

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Zur Generation Y (auch Millennials genannt) gehören Personen, die zwischen 1981 und 1996 geboren sind. Der Generation Z werden überwiegend diejenigen zugerechnet, die 1997 bis 2012 zur Welt gekommen sind.
Zur Generation Y (auch Millennials genannt) gehören Personen, die zwischen 1981 und 1996 geboren sind. Der Generation Z werden überwiegend diejenigen zugerechnet, die 1997 bis 2012 zur Welt gekommen sind.
(Bild: suppa – stock.adobe.com)

Wissensarbeiter der Generationen Y und Z haben einen großen Einfluss auf die Gewinne von Unternehmen, wie eine aktuelle Studie von Citrix zeigt. Das Unternehmen untersuchte den Zusammenhang zwischen dem Anteil der Digital Natives eines Landes (gut ausgebildete, digital versierte Arbeitskräfte der Generation Y oder Z) und der Rentabilität von Unternehmen. Die Studie ergibt, dass ein um einen Prozentpunkt höherer Anteil von Digital Natives in einem Land mit einem Anstieg der Profitabilität (in Bezug auf EBITDA) um 0,9 Prozentpunkte verbunden ist, was weltweit Mehreinnahmen von 1,9 Billionen US-Dollar pro Jahr entspricht.

Gleichzeitig wissen Führungskräfte in Unternehmen oft aber gar nicht, wie die Erwartungen dieser wichtigen Altersgruppe aussehen, wie eine weitere Erhebung von Citrix zeigt. Für diese wurden 1.000 Führungskräfte und 2.000 junge Wissensarbeiter (im Alter zwischen 18 und 39 Jahren) befragt, die in großen und mittleren Unternehmen in den USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, China, Indien, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Mexiko arbeiten.

Die Generationen Y und Z wollen flexibel sein

Bei den beiden Generationen zählen beispielsweise Arbeitsplatzstabilität (87 %) und die Work-Life-Balance (ebenfalls 87 %) zu den wichtigsten Jobkriterien. Dies wird von Führungskräften nur bedingt realisiert, da sie am ehesten glauben, dass ihre jüngeren Mitarbeiter Wert auf den Zugang zu neuen Technologien am Arbeitsplatz und Weiterbildungsmöglichkeiten legen.

Was den Arbeitsplatz betrifft, überschätzen Führungskräfte die Attraktivität von Büros. 90 Prozent der Digital Natives wollen nach der Pandemie nicht wieder Vollzeit im Büro arbeiten. Diese Gruppe setzt sich zusammen aus 51 Prozent, die meist oder immer von zuhause aus arbeiten möchten und 39 Prozent, die ein hybrides Arbeitsmodell bevorzugen würden, das es ihnen erlaubt, flexibel zwischen Büro und Homeoffice zu wählen. Nur 10 Prozent wollen am liebsten wieder Vollzeit im Büro arbeiten. 58 Prozent der Führungskräfte glauben allerdings, dass junge Arbeitnehmer meist oder immer im Büro arbeiten möchten.

Außerdem leben junge Arbeitnehmer und die befragten Führungskräfte in unterschiedlichen digitalen Welten. Nur 21 Prozent der Führungskräfte nutzen Instant-Messaging-Apps wie Slack oder Whatsapp zu Arbeitszwecken, im Vergleich zu 81 Prozent der Digital Natives. Nur 26 Prozent der Führungskräfte nutzen diese Apps gerne für die Arbeit, im Vergleich zu 82 Prozent der jüngeren Mitarbeiter.

Auch haben die Befragten unterschiedliche Ansichten was die Prioritäten betrifft. Während 90 Prozent der heutigen Führungskräfte sagen, dass die Verbesserung der Rentabilität ihres Unternehmens oberste Priorität hat, sagen 83 Prozent der Digital Natives, dass sie dem Wohlbefinden der Mitarbeiter Priorität einräumen würden, wenn sie die Führungsebene erreichen.

Zudem glauben mehr als zwei Drittel (67 %) der Digital Natives, dass die Pandemie gezeigt hat, dass ihr Unternehmen mehr in digitale Technologie investieren muss, während nur 22 Prozent der Führungskräfte so denken.

Und so sieht es in Deutschland aus

Für deutsche Digital Natives stehen besonders Arbeitsplatzsicherheit und Karrierechancen (88 %) sowie Zufriedenheit mit der Arbeit im Fokus (86 %). Wichtig ist für sie auch eine angemessene Vergütung ihrer Leistungen (82 %) und eine autonome Arbeitsweise (78 %). 57 Prozent der Befragten denken, dass die Arbeit von zuhause für ihr Wohlbefinden am besten ist. Komplett im Büro zu arbeiten, halten jedoch nur 17 Prozent für optimal. 26 Prozent glauben, dass ihnen ein flexibles Arbeitsmodell am ehesten entgegenkommt. Wohlbefinden am Arbeitsplatz nimmt generell einen hohen Stellenwert bei den Digital Natives ein: Sie sehen Wellbeing der Angestellten als Top-Priorität, sollten sie selbst in Führungsverantwortung kommen.

Bei den befragten deutschen Führungskräften liegen die Prioritäten jedoch anders, für sie stehen Investitionen in moderne Technologie am Arbeitsplatz und die Steigerung der Profite ihres Unternehmens im Vordergrund. Das Wohlbefinden der Mitarbeiter folgt erst danach. Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass Technologie-Investitionen hierzulande einen besonders hohen Stellenwert einnehmen – in keinem anderen Land wurde dieser Punkt so hoch gewichtet.

Was die Arbeitsweise angeht, hält der größte Teil der befragten deutschen Führungskräfte (46 %) einen flexiblen Arbeitsplatz für die beste Weise, um das Wohlbefinden der jüngeren Arbeitnehmer zu fördern. Gefolgt von der Arbeit im Büro (43,5 %); Homeoffice halten in dieser Gruppe nur 10,5 Prozent der Befragten für die beste Alternative. Hier unterscheidet sich die Wahrnehmung deutlich von der der jüngeren Angestellten.

„Um erfolgreich Digital Natives zu gewinnen und zu halten, müssen Unternehmen in ihr Arbeitsmodell und ihre Tools investieren, um die flexible und effiziente Arbeitsumgebung zu schaffen, die die nächste Generation von Führungskräften erwartet“, sagt Oliver Ebel, Area Vice President Central Europe bei Citrix. „Dafür sprechen klare wirtschaftliche Gründe: Die Digital Natives sind die C-Suite der Zukunft und bis 2035 wird der Erfolg oder Misserfolg von Unternehmen in ihren Händen liegen. Um ihre Zukunft zu sichern, müssen Unternehmen die jüngeren Mitarbeiter gezielt fördern und die Arbeitsplätze sowie Prozesse an deren Bedürfnisse anpassen.“

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