„Try-and-Hire“ ist das neue „Hire-and-Fire“ bei IT-Fachkräften

Hinter den Kulissen von IT-Zeitarbeit

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Kommentar: Das Lied vom nichtgefundenen IT-ler

Art van Rheyn, ein niederländischer Dichter, formulierte es so: „Als ehrbar bezeichnet man Menschen, die gegen schlechte Bezahlung gute Arbeit leisten.“

Stefan Riedl, Leitender Redakteur IT-BUSINESS (Archiv: Vogel Business Media)

Dauerhaft wird sich diese Art von Ehrbarkeit aber keiner leisten wollen, wenn er eine gesuchte Fachkraft ist. Angebot und Nachfrage regeln den Preis – auch auf dem Arbeitsmarkt. Ein Nachfrageüberschuss führt zum Fachkräftemangel. Über dessen Ausmaß kann gestritten werden, nicht aber darüber, dass er akut ist.

IT-Fachkräfte werden gesucht und nicht immer gefunden – davon singen Personaler ein ums andere Lied.

Vor diesem Hintergrund bieten IT-Fachkräfte in der Zeitarbeit noch weit mehr als ihre festangestellten Kollegen. Sie bringen nicht nur das nötige Know-how mit, sondern auch noch ein Maximum an Flexibilität. Und gerade die ist in der für die IT-Branche so typischen Projektarbeit besonders gefragt: ein Hardware-Migrationsprojekt, eine SAP-Einführung, eine Datenmigration, ein Umzug, der Aufbau von Websites, ein Programmierprojekt. Die Gemeinsamkeit hier ist stets die zeitliche Begrenzung.

Dass in der IT-Zeitarbeit für das Wissen und die Flexibilität insgesamt mehr bezahlt werden muss, als der reguläre Zeitarbeitstarif hergibt, ist daher keineswegs überraschend. Und auch die Forderung nach „Equal Pay“, also gleichem Lohn für gleiche Arbeit (in Bezug auf die Festangestellten), ist nur konsequent. Dass IT-Zeitarbeiter dann den Arbeitgeber mitunter sogar teurer kommen als die normalen Angestellten, wird vielerorts gerne in Kauf genommen. Das ist der Preis für die Flexibilität.

Leider geht diese Gesamtrechnung bei geringer Qualifizierten nicht mehr auf. Das zieht das Gesamt-Image der Zeitarbeit nach unten.

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