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Digitales Speichermedium im Wandel der Zeit Happy Birthday – Die CD feiert 25. Geburtstag

Redakteur: Katharina Krieg

Die Compact Disc (CD), das beliebteste Speichermedium der heutigen Welt, feiert ihren 25. Geburtstag. Vor einem Vierteljahrhundert wurde der Grundstein gelegt, um den Massenmarkt auf den digitalen Weg zu bringen. Jetzt ist die Zeit, einmal Fragen zu klären wie: Was macht den Erfolg der flachen Silberscheibe aus? Was hat wohl Beethoven mit ihrer Entwicklung zu tun? Und nicht zuletzt: Ist es für die CD Zeit abzudanken?

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( Archiv: Vogel Business Media )

Vielseitig ist sie, das muss man ihr lassen. Die CD verstaut heute Musik, Filme, Unternehmensdaten und einiges mehr auf einem Durchmesser von etwa zwölf Zentimetern. Sie lässt sich außerdem bekleben, beschriften und bedrucken. Doch ursprünglich diente der flache Silberling mit dem Loch in der Mitte nur einem einzigen Zweck: die Schallplatte abzulösen. Die bessere Klangqualität und Resistenz gegen Kratzer sollten die Musikfans überzeugen.

Vor genau 25 Jahren, am 17. August 1982, wurde die weltweit erste CD in Langenhagen bei Hannover produziert. Stolz darauf ist vor allem Philips, dem das geschichtsträchtige Werk damals noch gehörte. Für die erste Silberscheibe holte sich der Hersteller schon 1979 Verstärkung vom heutigen Konkurrenten Sony.

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Gemeinsam tüftelten die Ingenieure nicht nur an der Technik, sondern auch an Aussehen und Größe des Mediums. Den Durchmesser legten sie ursprünglich auf 11,5 Millimeter fest – Platz genug für etwa eine Stunde Musik. Bald schon wurde klar, das reicht nicht aus. Es sollten 74 Minuten draufpassen – beispielsweise um Beethovens Neunte mal am Stück genießen zu können. Gesagt, getan; der berühmte Komponist legte damit den Standard auf zwölf Zentimeter fest. Das Loch in der Mitte der CD war eher eine spontane Eingebung der Entwickler. Vorlage soll hier das zu dem Zeitpunkt kleinste Geldstück gewesen sein, das niederländische Zehn-Cent-Stück.

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Das Produkt, das sich heute weltweit durchgesetzt hat und in den vergangenen 25 Jahren mehr als 200 Milliarden Mal hergestellt wurde, hatte von der Entwicklung bis zur Verbreitung allerdings einen weiten Weg zurückzulegen. Zunächst war der Silberling nämlich nur in Japan zu haben. Nach Europa kann er erst im Frühjahr 1983, bestückt mit Werken von Abba oder Richard Strauß.

Von da an wurden die Hersteller vom Erfolg ihrer Entwicklung nahezu überrollt. Gingen sie beispielsweise 1985 von etwa zehn Millionen verkauften CDs aus, waren es in dem Jahr tatsächlich sechs Mal soviel. »In den späten 70er und frühen 80er Jahren konnten wir uns auch nicht vorstellen, dass die Computer- und Unterhaltungsindustrie eines Tages dazu übergehen würde, Software oder Filme auf CDs zu speichern«, sagt Piet Kramer, damaliger Leiter der Optischen Abteilung von Philips.

Platz machen für die nächste Generation

Doch wie steht es an ihrem 25. Geburtstag, um die kleine silberne Scheibe, die den Massenmarkt an die digitale Welt heranführte? Philips selbst bezeichnet die CD heute als »Großvater der gesamten Familie optischer Speichermedien«. Und wie das mit Großvätern leider so ist, irgendwann muss man sich wohl von ihnen verabschieden. So stehen nun diejenigen, für die der Silberling den Weg ebnete, wie Blu-ray-Disc und HD DVD, in den Startlöchern, um ihn endgültig abzulösen.

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