Bemerkenswerter Neuzugang Gitex Europe feiert gelungenen Einstand

Von Alexander Siegert 4 min Lesedauer

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Die Gitex Global in Dubai ist seit den Achtzigerjahren eine feste Größe im Messebereich des Nahen Ostens. Mit der Gitex Europe in Berlin startete nun erstmals ein europäischer Ableger. Ein kurzer Bericht über einen vielversprechenden Neuling.

Die erste Ausgabe der Gitex Europe in Berlin wurde positiv aufgenommen.(Bild:  Vogel IT-Medien)
Die erste Ausgabe der Gitex Europe in Berlin wurde positiv aufgenommen.
(Bild: Vogel IT-Medien)

Vom 21. bis 23. Mai 2025 fand in Berlin die erste Ausgabe der Gitex Europe statt, eine große Technologie- und Startup-Messe mit Teilnehmern aus über 100 Ländern. Die Veranstaltung zog Unternehmen, Investoren und politische Vertreter an, die sich über Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und Innovationsförderung austauschten.

Im Fokus standen unter anderem KI, Quantentechnologie und die Förderung europäischer Startups. Verschiedene Plattformen und Formate sollten den Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik ermöglichen. Dabei ging es auch um die Rolle Europas im globalen Wettbewerb, um technologische Führungspositionen sowie um die Schaffung neuer Partnerschaften zwischen öffentlichem und privatem Sektor. Auch politische Prominenz wie der frischgebackene Digitalminister Karsten Wildberger und seine französische Amstkollegin Clara Chappaz waren zur Einweihung der Messe vor Ort. „Als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt bietet Deutschland mit seiner Marktkraft und Europas Offenheit ein starkes Testfeld, in dem Kapital, Code und Talente sich schnell vernetzen können – und so neue, grenzüberschreitende Kooperationen über Regionen und Branchen hinweg entstehen“, lobte Organisatorin Trixie LohMirmand vom Dubai World Trade Center den neuen Standort der Gitex Europe. Zur Erstausgabe präsentierten sich in sechs Hallen 1.400 Aussteller aus über 100 Ländern auf dem Berliner Messegelände. Neben einigen namhaften Herstellern waren auch Cloud-Anbieter wie Ionos, Leaseweb und AWS vertreten. Von der ausgegebenen Prämisse Europas größter Tech-Event zu sein, sind die Veranstalter noch ein Stück entfernt. Wenn man sich jedoch bei den Unternehmen auf dem Gelände umhört, wurde die reine IT-Messe sehr positiv aufgenommen.

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Security-Bedarf wächst und wächst

Einen Schwerpunkt bildete das Thema Cybersecurity. Mit dem Cybervalley wurde sogar eine eigene Halle für Security-Anbieter eingerichtet. Auf mehreren Bühnen wurde über KI-Abwehrstrategien und Resilienz diskutiert. Auch die auf Security spezialisierte Distribution fand sich auf der neuen Messe ein. „Da wir als Exclusive Networks global aufgestellt sind, kennen wir die GITEX natürlich bereits seit langen“, betont erzählt Thomas Henk, Director Vendor Management bei Exclusive Networks. „Wir sind deshalb auch mit einigen unsere großen Reseller und Hersteller-Partner auf dieser Europa-Premiere der GITEX vertreten. Die breite Präsenz führender Marktteilnehmer zeigt, dass die Branche der auch GITEX zutraut, zu einer wichtigen Plattform im nordöstlichen Raum zu werden. Die präsentierten Use Cases und Demos haben eindrucksvoll das Potenzial aktueller Technologien gezeigt. Die Veranstaltung ermöglichte uns mehrere fokussierte, geschäftsrelevante Gespräche und die Anbahnung konkreter Partnerschaften. Besonders unsere eigene Abendveranstaltung im Rahmen der Messe war ein voller Erfolg und diente als hochwertige Networking-Plattform für unsere Partner und Hersteller“, so Henk.

Mitbewerber Infinigate erhielt vor kurzem als erster Distributor die OT-Spezialisierung von Fortinet. Der Security-Distributor erfreute sich im abgeschlossenen Geschäftsjahr über einen Umsatz von 2,7 Mrd. Euro, was einem Wachstum von 17,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Einer der Gründe dafür ist auch das Thema OT-Security, das bei Infinigate weiter Fahrt aufnimmt. Gemeinsam mit Herstellern wie beispielsweise TXOne Networks, macht man auf der Gitex auf die Bedeutung der Absicherung von OT-Assets aufmerksam. „Es ist noch viel Evangelisierung am Markt zu erbringen, um die klassischen Systemhäuser auf die Reise mitzunehmen“, berichtet Christian Ederer, Director Technical Services bei Infinigate Deutschland. Aber nicht nur hierzu feilt man beim Distributor weiter an seinem Angebot: „Ich glaube nicht, dass sich die Distribution komplett neu erfinden muss, aber sie muss gerade unter dem steigenden Wettbewerbsdruck einen Evolutionsschritt bei allen Themen rund um die Cloud, die digitalen Marketplaces sowie ein modernisiertes Service-Konzept machen“, so Ederer über die zukünftige Rolle der Distribution.

Begeisterung auch bei Herstellern

Auch einige bekannte Hersteller waren auf der Gitex vertreten. TP-Link ist beispielsweise seit Jahren im Consumer-Business sehr weit verbreitet. Auf der Gitex präsentierte sich das Unternehmen den Partnern und Endkunden auch mit seinen Enterprise-Marken Omada und VIGI. Diese bieten Lösungen sowohl im Bereich Videoüberwachung – etwa zur Analyse von Bilddaten durch KI zur Vorbeugung von Diebstahl – als auch im Bereich professioneller Netzwerkinfrastruktur, beispielsweise mit Echtzeit-Netzwerkanalyse zur Optimierung von Performance und Sicherheit in Unternehmensnetzwerken.

„Wir sind begeistert. Es ist dauernd etwas los am Stand“, berichtete Henning Czerny, Director Solutions Sales and Business Development, über den Messeauftritt seines Unternehmens. „Wir sind im SMB-Markt sehr stark aufgestellt, wollen uns aber perspektivisch in größere Enterprise-Kunden reinarbeiten“, so Czerny. Ob die Gitex Europe tatsächlich zur nächsten CEBIT werden kann, bleibt abzuwarten. „Im Moment sehe ich noch die it-sa im Rennen vorn“, gibt sich Czerny vorsichtig.

Dennoch ist klar: Mit dem klaren Fokus auf Zukunftsthemen wie KI, OT-Security und Cloud-Marktplätze sowie der starken internationalen Ausrichtung hat die Gitex Europe das Potenzial, eine feste Größe im europäischen Messekalender zu werden. Die erste Ausgabe hat jedenfalls gezeigt, dass das Interesse groß ist, die Themen aktuell sind und der Bedarf an Vernetzung über Branchen und Ländergrenzen hinweg wächst.. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie stark die Gitex Europe tatsächlich in der europäischen Tech-Landschaft Fuß fassen kann.

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