„Welches Systemhaus im Raum Hannover betreut Microsoft 365 und ist bei Störungen vor Ort?“ Solche Fragen beantworten KI-Assistenten schon heute mit konkreten Namen. Ob ein IT-Dienstleister dazugehört, hängt weniger von seinem Können ab als davon, wie gut er sich um seine GEO-Sichtbarkeit gekümmert hat.
Wer von ChatGPT oder im KI-Modus von Kunden gefunden werden will, der sollte einige Dinge beachten.
Wenn mittelständische Unternehmen einen IT-Partner benötigen, kann ein Weg über ChatGPT oder den KI-Modus von Google führen. Wer von potenziellen Kunden dort gefunden werden möchte, sollte einige Dinge beachten und sich entsprechend darauf vorbereiten. Für Systemhäuser, IT-Dienstleister und Service Provider ist entscheidend, wie klar und belegbar ihre Kompetenz im Netz dokumentiert ist. Vier Ansatzpunkte zeigen, was man selbst steuern kann und worauf man nur indirekt Einfluss hat.
Wie aus einer Frage die erste Shortlist entsteht
Ein Geschäftsführer sucht einen IT-Partner für 50 Arbeitsplätze mit folgender Anfrage: „Welches Systemhaus im Raum Hannover betreut Microsoft 365 und ist bei Störungen vor Ort?“ Statt zehn Links liefert der Assistent zwei bis vier Namen mit kurzer Begründung. Daraus entsteht zumindest mental die erste Shortlist.
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Ein erfahrener Dienstleister fehlt dort womöglich, obwohl er gut passen würde. Genannt wird oft nicht, wer am meisten kann, sondern wessen Angaben im Netz am klarsten sind. Allgemeine Leistungsversprechen liefern dafür kaum Anhaltspunkte. Für den Vertrieb fällt die Vorentscheidung damit häufig schon vor dem Erstgespräch.
Wie KI-Assistenten Anbieter einordnen
Bei aktivierter Websuche ziehen KI-Assistenten Unternehmenswebsites, Verzeichnisse, Bewertungen und Fachmedien heran. Welche Quellen sie nutzen, hängt von Anfrage und System ab. Eine feste Formel für die Nennung gibt es nicht. Drei Faktoren helfen aber:
Konkrete Angaben zu Leistungen und Zielgruppen: „Managed Services für Produktionsbetriebe mit 30 bis 200 Arbeitsplätzen im Raum Hannover“ sagt mehr als „Ihr kompetenter IT-Partner“. Nur, was ausdrücklich benannt ist, können die Systeme einer konkreten Suchanfrage zuordnen.
Übereinstimmende Daten: Dieselben Angaben finden sich in verschiedenen Quellen.
Bestätigung durch Dritte: Hersteller, Kunden und Medien belegen, was das Systemhaus über sich sagt.
Kaufen lässt sich ein Platz in der Antwort nicht. Es geht um Belege, nicht um Werbung. Technische Zugänglichkeit und die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung bleiben dabei relevant.
Vier Ansatzpunkte für belegbare Kompetenz
Selbst steuerbar: Referenzen und Zertifizierungen mit Kontext versehen
Unkommentierte Kundenlogos und bloße Zertifikatsgrafiken verraten wenig über die Leistung und noch weniger über die Qualität. Kurze Fallbeispiele mit Branche, Region, Unternehmensgröße, Aufgabe und Ergebnis zeigen dagegen, mit welchen Anforderungen das Systemhaus bereits Erfahrung hat. Bei 50 Arbeitsplätzen macht es einen Unterschied, ob das Systemhaus Lizenzen geliefert oder auch Migration und Betrieb übernommen hat. Die Angaben sollten vorab mit dem Kunden abgestimmt sein.
Zertifizierungen gehören als Text mit Geltungsbereich und Gültigkeit auf die Seite, nicht nur als Grafik. Unternehmenszertifikate sollten dabei klar von Qualifikationen einzelner Mitarbeitender getrennt sein.
Herstellerverzeichnisse bestätigen Partnerschaften und Spezialisierungen als unabhängige Quelle. Nach Umzügen, Übernahmen oder Portfolioänderungen stehen dort aber oft alte Firmierungen, Adressen und Schwerpunkte neben den aktuellen. Solche Widersprüche schwächen das Gesamtbild. Systemhäuser sollten ihre wichtigsten Profile mit der Website abgleichen und Korrekturen anstoßen. Wie schnell diese umgesetzt werden, hängt vom Hersteller ab.
Selbst steuerbar: Standorte mit konkreten Leistungen verbinden
Eine Kontaktseite mit Adresse beantwortet die Frage nach Vor-Ort-Service in Hannover nicht. Standortseiten sollten Einzugsgebiet, Team, Leistungen und lokale Referenzen zusammenführen und zeigen, was vor Ort und was remote erbracht wird. Wer Reaktionszeiten nennt, ergänzt am besten auch Servicezeiten und vertragliche Voraussetzungen. Das Google-Unternehmensprofil sollte mit den Standortdaten übereinstimmen. Überregionale Service Provider erklären ihre Reichweite, ohne Niederlassungen vorzutäuschen.
Indirekt beeinflussbar: Fachwissen außerhalb der eigenen Website zeigen
Viel Fachwissen zeigt sich zwar im täglichen Projektgeschäft, bleibt nach außen aber unsichtbar. Fachmedien sind für KI-Assistenten eine glaubwürdige Fremdquelle. Fachbeiträge und gemeinsame Anwenderberichte mit Kunden machen die Expertise dort greifbar. Gute Themen entstehen aus konkreten Erfahrungen, etwa einer Migration im laufenden Betrieb: Vorgehen, typische Hürden, Ergebnisse. Infrage kommen auch regionale Wirtschaftspresse und Berichte über Vorträge bei Verbänden oder der IHK. Über die Veröffentlichung entscheidet die Redaktion.
Stand: 08.12.2025
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Ein Fahrplan für die ersten Wochen
1. Selbsttest: Die Fragen aus dem Kasten weiter unten in ChatGPT, Gemini und den KI-Modus von Google eingeben. Namen, Begründungen und Quellen mit Datum festhalten und in mehreren neuen Chats wiederholen.
2. Kernaussage schärfen: Festhalten, wer für welche Kunden in welcher Region was leistet. Die Angaben auf Website und Profilen konsistent verwenden.
3. Profile abgleichen: Einen Nachmittag für wichtige Partner- und Verzeichniseinträge reservieren. Fehler korrigieren oder Änderungen beim Betreiber anstoßen.
4. Drei Referenzen ausarbeiten: Mit Vertrieb und Technik Projekte auswählen, Angaben zusammentragen und die Freigabe der Kunden einholen.
5. Standortseiten ergänzen: Mit dem wichtigsten Standort beginnen und einen Verantwortlichen für die Pflege benennen.
6. Ein Medienthema pro Quartal: Ein Fachthema entwickeln und einem passenden Medium anbieten. Den Selbsttest quartalsweise wiederholen.
Ordnung statt Budget
KI-Sichtbarkeit braucht kein neues Marketingbudget, sondern Ordnung in Angaben, die meist schon vorhanden sind. Geschäftsführung, Vertrieb und Technik tragen sie am besten gemeinsam zusammen. Klare Angaben und belastbare Belege helfen den KI-Systemen bei der Einordnung und überzeugen auch potenzielle Kunden. Einzelne Nennungen bleiben Momentaufnahmen. Am Ende zählt, dass über das geschärfte Profil passende Anfragen entstehen.
Infokasten: Fünf Fragen für den Selbsttest
Bitte Region und Branche an das eigene Profil anpassen und die Anfrage starten, ohne den eigenen Firmennamen zu nennen.
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Jeweils ergänzen: „Begründe die Auswahl und nenne überprüfbare Quellen.“ Die verlinkten Belege öffnen und prüfen.
Über den Autor Lorenz Thaden ist Geschäftsführer und Mitgründer der Seiten-Werk GmbH. Die B2B-Agentur unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung von Websites, der Suchmaschinenoptimierung und ihrer Sichtbarkeit in KI-Assistenten.