IT-Services als größtes Segment Gartner-Prognose: Die IT-Ausgaben wachsen 2024 um 6,8 Prozent

Von Ulrike Ostler 3 min Lesedauer

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Laut der Januarprognose von Gartner werden sich die weltweiten IT-Ausgaben im Jahr 2024 auf 5 Billionen US-Dollar belaufen. Das entspricht einem Anstieg von 6,8 Prozent gegenüber 2023. Und die Ausgaben für IT-Dienste werden heuer erstmals die Ausgaben für Kommunikationsdienste übertreffen.

GenAI und die notwendigen IT-Investitionen versus CIO-Veränderungsmüdigkeit sorgen doch insgesamt für ein weltweites Ausgabevolumen von 5 Billionen Dollar. (Bild:  Canva, KI-generiert)
GenAI und die notwendigen IT-Investitionen versus CIO-Veränderungsmüdigkeit sorgen doch insgesamt für ein weltweites Ausgabevolumen von 5 Billionen Dollar.
(Bild: Canva, KI-generiert)

Damit werden die IT-Services 2024 zum größten Segment der IT-Ausgaben. Die Analysten erwarten, dass hier Ausgaben um 8,7 Prozent auf 1,5 Billionen US-Dollar steigen werden. Dies sei vor allem darauf zurückzuführen, dass Unternehmen in organisatorische Effizienz- und Optimierungsprojekte investierten. Gartner: „Diese Investitionen werden in dieser Zeit der wirtschaftlichen Unsicherheit von entscheidender Bedeutung sein.“

John-David Lovelock, Distinguished VP Analyst bei Gartner, erläutert: „Die Akzeptanz von Geräten und Kommunikationsdiensten bei den Verbrauchern hat vor über einem Jahrzehnt ihren Tiefpunkt erreicht. Das Ausgabenniveau der Verbraucher wird in erster Linie durch Preisänderungen und Austauschzyklen bestimmt und lässt nur noch Raum für inkrementelles Wachstum, so dass es unvermeidlich war, dass Software und Dienstleistungen den Markt überholen.“

Zugleich fänden Unternehmen immer mehr Verwendungsmöglichkeiten für Technologie - die IT habe sich aus dem Back-Office in das Front-Office verlagert und sei nun umsatzwirksam. „Solange es kein Plateau dafür gibt, wie und wo Technologie in einem Unternehmen eingesetzt werden kann, kann es auch kein Plateau bei den IT-Ausgaben von Unternehmen geben“, fügt Lovelock an.

Die Veränderungsmüdigkeit der CIOs wirkt sich weiterhin aus

Nur noch rosige Zeiten für die IT-Hersteller und Händler? Die Gesamtwachstumsrate der IT-Ausgaben für 2023 lag bei 3,3 Prozent und damit nur um 0,3 Prozent höher als 2022. Und obwohl das prognostizierte Wachstum hoch ist, liegt es doch gegenüber der Vorquartalsprognose um 8 Prozent darunter.

Dies ist laut Gartner vor allem auf die Veränderungsmüdigkeit der CIOs zurückzuführen. Diese könnte könnte sich in Form von Veränderungswiderstand äußern - mit CIOs, die zögern, neue Verträge zu unterzeichnen, sich zu langfristigen Initiativen zu verpflichten oder neue Technologiepartner zu gewinnen. Für die neuen Initiativen, die gestartet werden, verlangen die CIOs ein höheres Maß an Risikominderung und eine größere Ergebnissicherheit.

Und welchen Anteil trägt generative KI dazu bei? Laut Gartner hat GenAI im vergangenen Jahr einen großen Hype erlebt. „Doch in naher Zukunft wird sie das Wachstum der IT-Ausgaben nicht wesentlich verändern“, so die Gartner-Auguren.

Prognose der weltweiten IT-Ausgaben (in Millionen US-Dollar)
Ausgaben 2023 2023 Wachstum in % Ausgaben 2024 2024 Wachstum in %
Datacenter-Systeme 243.063 7,1 261.332 7,5
Devices 699.791 - 8,7 732.287 4,6
Software 913.334 12,4 1.029.421 12,7
IT-Services 1.381.832 5,8 1.501.365 8,7
Kommunikationsservices 1.440.827 1,5 1.473.314 2,3
insgessamt 4.678.847 3,3 4.997.718 6,8
Quelle: Gartner, Januar 2024

Lovelock sagt: „Während GenAI alles verändert, wird es keinen signifikanten Einfluss auf die IT-Ausgaben haben, ähnlich wie bei IoT, Blockchain und anderen großen Trends, die wir erlebt haben.“ 2024 werde das Jahr sein, in dem Unternehmen tatsächlich in die Einsatzplanung von GenAI investierten. Die IT-Ausgaben würden jedoch durch traditionellere Kräfte wie Rentabilität und Arbeitskraft getrieben und durch eine anhaltende Welle der Veränderungsmüdigkeit nach unten gezogen.

Doch im Verlauf des Jahres 2024 wird die Dynamik wieder zunehmen, so dass die IT-Ausgaben werden um 6,8 Prozent steigen.

Die Prognosemethode von Gartner für die IT-Ausgaben stützt sich in hohem Maße auf eine rigorose Analyse der Verkäufe von über tausend Anbietern aus dem gesamten Spektrum der IT-Produkte und -Dienstleistungen. Gartner verwendet Primärforschungstechniken, die durch Sekundärforschungsquellen ergänzt werden, um eine umfassende Datenbank mit Marktgrößendaten aufzubauen, auf die sich die Prognose stützt.

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