Pure Storage Flashblade//E Flash statt HDD für unstrukturierte Daten

Von Klaus Länger 3 min Lesedauer

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Mit dem Flashblade//E bringt Pure Storage ein All-Flash-System für unstrukturierte Daten in ein Marktsegment, das bisher von Festplatten-Arrays dominiert wird. Dabei soll es nur 20 Prozent der Energie verbrauchen, die HDD-Systeme konsumieren.

All-Flash wird grün: Mit einem Watt pro TB Kapazität soll die Flashblade//E von Pure Storage mit deutlich weniger Energie auskommen als herkömmliche HDD-basierte Storage-Systeme für unstrukturierte Daten.(Bild:  Pure Storage)
All-Flash wird grün: Mit einem Watt pro TB Kapazität soll die Flashblade//E von Pure Storage mit deutlich weniger Energie auskommen als herkömmliche HDD-basierte Storage-Systeme für unstrukturierte Daten.
(Bild: Pure Storage)

„Etwa ein bis zwei Prozent des weltweiten Energieverbrauchs geht heute auf das Konto von Rechenzentren, davon werden rund 20 bis 25 Prozent für Storage aufgewendet”, sagt Markus Grau, Principal Technologist bei Pure Storage. Und in den kommenden Jahren wird vor allem die Menge an unstrukturierten Daten weiter sprunghaft wachsen, etwa um den Faktor 10 bis 2030. Dabei handelt es sich zu einem erheblichen Teil um „warme“ Daten, auf die zwar regelmäßig zugegriffen wird, die aber keine extreme Performance erfordern. Mit dem Flashblade//E stellt Pure Storage ein All-Flash-System vor, das diesen Markt adressieren soll, dabei aber deutlich sparsamer und im Betrieb auch günstiger ist, als die hier dominierenden HDD-basierten Systeme. Flashblade//E startet mit einer unkomprimierten Speicherkapazität von 4 PB, die in 2-PB-Schritten erweitert werden kann. Erstmals nennt Pure Storage auch einen ungefähren Preis für die Systeme: Er liegt bei 20 US-Cent pro GB Rohkapazität. Drei Jahre Service sind inbegriffen. Dabei soll ein System mit etwa 20 Prozent der Energie von vergleichbaren HDD-Systemen auskommen, etwa ein Watt pro TB Speicherplatz, und bei gleicher Kapazität mit nur 20 Prozent des Platzbedarfs auskommen. Damit und einer laut Hersteller etwa 10 bis 20 mal höherer Zuverlässigkeit sollen die Betriebskosten um 60 Prozent geringer ausfallen. Das alles qualifiziert das Flashblade//E laut Grau für die Einstufung als „Green All-Flash“.

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Zwei verschiedene Chassis

Im Prinzip nutzt Pure Storage für das neue Flashblade//E eine ähnliche Technik wie beim Flashblade//S: In einem 5U-Gehäuse sitzen 10 Blades mit jeweils vier DirectStorage-Modulen. Allerdings kommt in einem Flashblade//E-System nur ein Control Chassis mit EC-Blades zum Einsatz, das wie der in den S-Modellen neben dem Storage einen Intel-basierten Controller enthält. Zu einem E-Modell gehört neben dem Control Chassis noch mindestens ein weiteres Expansion Chassis, das lediglich EX-Blades enthält, also reine Storage-Blades ohne Controller. Beide Chassis sind mit jeweils bis zu 16 100GbE-Ports ausgestattet. Zudem gehören noch zwei externe Fabric-Module (XFM) zu einem Basis-System, die ausfallsicher die Verbindung zwischen Control und Expansion Chassis herstellen. Für die Leistungsanforderung reicht dieses Konzept aus und ermöglicht den im Vergleich zur Flashblade//S geringeren Preis. In der Grundkonfiguration bietet ein Flashblade//E-System also 40 DirectStorage-Module mit jeweils 48 TB Speicherplatz und damit etwa 4 PB Raw-Kapazität. Für eine Kapazitätserweiterung werden nur zusätzliche Expansion Chassis ergänzt. Die kommen durch die fehlenden Intel-Controller auch mit maximal 1.600 Watt aus, während ein Control Chassis etwa 2.300 Watt konsumiert. „Damit steigt bei bei höherer Kapazität die Effizienz“, so Grau, was auch zu mehr Nachhaltigkeit führe.

Für die DirectFlash-Module, die ohne komplexe SSD-Controller und mit wenig RAM auskommen, nutzt Pure Storage ebenso wie bei Flashblade//S QLC-NAND. Die Module sind allerdings nicht zwischen den unterschiedlichen Systemen austauschbar, wie Grau betont. Für die Zukunft geht der Technologie-Experte von einem deutlich schnelleren Kapazitätswachstum bei DirectFlash-Modulen und von fallenden Preisen pro TB aus. Den nächsten großen Sprung könnte hier PLC-NAND bringen, der gerade bei den Chipherstellern in der Entwicklung ist. Der modulare Aufbau der Systeme ermöglicht eine Kapazitäts- und Leistungserweiterung ohne Forklift-Upgrades, verspricht Grau. Bei der Software müssen sich bisherige Pure-Storage-Partner und Kunden nicht umstellen: Auf den Controllern läuft das gewohnte Purity-Betriebssystem.

Marktstart im April 2023

Flashblade//E ist ab Ende April 2023 allgemein verfügbar. Die Partner können die Systeme ihren Kunden zum Kauf anbieten, oder als neue Komponente über Evergreen//One, das Storage as-a-Service-Abonnement des Herstellers. Den Evergreen//Forever-Service mit regelmäßiger Controller-Aufrüstung bietet Pure für Flashblade//E nicht an. Der passt nicht zum Leistungsprofil, wie Grau betont. Als Einsatzbereich nennt er beispielsweise Data Lakes, Bild-Repositorys und -Kataloge oder den Einsatz als Backup-Ziel, wenn ein extrem schnelles Recovery nicht notwendig ist. Auch die Replikation von Flashblade//S ist ein mögliches Einsatzszenario für die günstigen und sparsamen All-Flash-Systeme.

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