Die Corona-Pandemie hat auch in der Technologie für massive Veränderungen gesorgt: Aufgrund der steigenden Nachfrage hat die Industrie für bessere Breitbandzugänge gesorgt. Und auch hier spielen drahtlose Technologien zunehmend eine wichtige Rolle.
Atul Bhatnagar ist CEO von Cambium Networks und erläutert, wie wichtig drahtlose Technologien aktuell auch auf der Letzten Meile sind.
Als Reaktion auf das letzte Jahr wird die Breitband-Technologie 2021 noch stärker in den Fokus gerückt und weiter optimiert: Die Anzahl der von Service-Providern, Unternehmen, Mobilfunkbetreibern sowie Städten und Gemeinden implementierten Fixed-Wireless-Anwendungen wird weiter zunehmen. Dabei ist zu beachten, dass es nicht die eine drahtlose Technologie gibt, die für alle Anwendungen geeignet ist. Zudem sind Ressourcen wie Spektrum und Finanzierung meist eher knapp. Daher werden Betreiber von Breitbandnetzen einen Mix aus verschiedenen drahtlosen Lösungen einsetzen, um das Netzwerk vom Point of Presence (POP) bis hin zum Wi-Fi-Zugang anzupassen und so ein zweckmäßiges Netzwerk zu schaffen. Auf diese Weise lässt sich das verfügbare Spektrum bestmöglich nutzen und gleichzeitig ein solider Business Case schaffen, der die Endanwender überzeugt.
Remote-Arbeit bleibt bestehen
Spätestens durch die Corona-Pandemie hat es eine enorme Verlagerung von der Büroarbeit hin zu Remote- oder Hybridarbeit gegeben. Viele Arbeitnehmer und Unternehmen haben erkannt, dass ein guter Anteil der Mitarbeiter genauso produktiv, wenn nicht sogar noch produktiver sein kann, wenn sie von zu Hause aus arbeiten. Für die Drahtlos-Branche bedeutet dies, dass der schnell wachsende Bedarf an Bandbreite sowie robuster und sicherer Konnektivität für das Zuhause weiter steigen wird. Die Vorteile – Zeitersparnis durch Wegfall des Pendelns und höhere persönliche Flexibilität – werden sich zunehmend bemerkbar machen. Der Bedarf an weiteren Remote-Arbeitsplätzen wird somit auch zukünftig eher zu- statt abnehmen. Das Breitband muss mit der Entwicklung Schritt halten, um zum Beispiel stabile Videokonferenzen zu ermöglichen. Daher erfordert die Qualität des Heimnetzwerks nun ebenfalls Enterprise-Class-Performance und -Security.
Verbesserte Konnektivität in Innenstädten
Die drahtlose Millimeterwellen-Technologie wird die Konnektivität in Innenstädten deutlich verbessern, und das nicht nur in Großstädten, sondern auch in den Stadtzentren im ländlichen und vorstädtischen Raum. Für Breitband-Service-Provider bedeutet dies eine erhebliche Wachstumschance bei der Verwendung von Millimeterwellen-Funk, um Unternehmen und Mehrfamilienhäusern Gigabit-Geschwindigkeiten anbieten zu können. Denn Glasfaser ist nicht die einzige Möglichkeit, Multi-Gigabit-Backhaul bereitzustellen. Drahtlose Backhaul-Technologien bieten im Vergleich zu Glasfaser einen besseren ROI, insbesondere bei Anwendungen mit geringerer Dichte. Daher ist seit ein paar Jahren auch in Deutschland die Verwendung von Technologien wie Fixed Wireless auf dem Vormarsch, bei der die letzte Meile zum Kunden per Funk angebunden wird.
Auch 6 GHz könnte hier in den nächsten Jahren eine bedeutende Rolle spielen. So will der Industrieverband für WLAN mit dem neuen Standard Wi-Fi 6E das Spektrum erweitern. In Deutschland ist eine Zulassung dieses Standards für Mitte 2021 geplant.
Breitband-Service-Provider auf dem Land profitieren
Durch Homeoffice-Lösungen werden viele Menschen unabhängiger von ihrem Arbeitsplatz. Daher entscheiden sich derzeit viele, die Städte zu verlassen und aufs Land zu ziehen. Breitband-Service-Provider werden weiterhin von dieser Entwicklung profitieren. Menschen, die gezwungen sind, in beengten Verhältnissen zu wohnen, verlassen zunehmend teure Stadtzentren zugunsten größerer ländlicher Wohnsitze mit Grünflächen. Mit diesem Wandel muss die Konnektivität in Wohngebieten so gut sein wie im gewerblichen Bereich. Für Service Provider, die sich auf die Bereitstellung von Breitband in ländlichen Gebieten spezialisiert haben, bedeutet das: mehr Geschäft im Jahr 2021. Viele DSL-Netze können den steigenden Bedarf nicht mehr decken, und Breitband-Service-Provider können Glasfaser nicht schnell genug zu den einzelnen Wohnhäusern verlegen. Glücklicherweise ist inzwischen in vielen Gebieten drahtlose Technologie verfügbar, um diese Lücke kostengünstig und schnell zu schließen.
KRITIS-Netzwerke im Fokus
Ob in Schulen oder auch Krankenhäusern: die Corona-Pandemie zeigte einmal mehr, wie wichtig eine reibungslos funktionierende und vor allem flächendeckende Internetversorgung für KRITIS-Betriebe ist. Viele grundlegende Infrastrukturen waren bislang nicht vorhanden und mussten – wie zum Beispiel für Impfzentren – in kurzer Zeit aufgebaut werden. Auch das bundesweite Home-Schooling machte deutlich, dass Schulen – aber auch Gemeinden – beim Thema Digitalisierung noch großen Nachholbedarf haben. Nicht zuverlässige Internetverbindungen und eine unzureichende Bandbreite verhinderten oftmals den Zugriff auf online gestellte Unterrichtsmaterialien, erschwerten Online-Meetings und somit die Arbeit im Team sowie die Recherche im Internet.
Stand: 08.12.2025
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Der DigitalPakt Schule bietet Bildungseinrichtungen daher in diesem Jahr weiterhin die Möglichkeit, die IT und entsprechende Infrastrukturen weiter auf- und auszubauen. Inzwischen konnten auch bereits in vielen Gemeinden stabile Netzwerke mithilfe von drahtlosen Lösungen bereitgestellt werden, ohne auf Glasfaser und Co. warten zu müssen. Diese Situation hat gezeigt, dass sichere und zuverlässige Drahtloslösungen für den In- und Outdoor-Bereich weiterhin das Gebot der Stunde sind.