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LinkedIn-Studie Fairness bindet Mitarbeiter

Autor: Sarah Nollau

Im „War for Talents“ ist die nachhaltige Mitarbeiterbindung das i-Tüpfelchen. Eine aktuelle Studie von LinkedIn bestätigt, dass die Loyalität der Mitarbeiter eines Unternehmens in enger Verbindung mit dem Zugehörigkeitsgefühl steht. Der wichtigste Faktor: Fairness.

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Wenn Arbeitgeber in die Mitarbeiterbindung investieren, wird dies oft durch Treue belohnt – selbst wenn woanders ein höheres Gehalt winkt.
Wenn Arbeitgeber in die Mitarbeiterbindung investieren, wird dies oft durch Treue belohnt – selbst wenn woanders ein höheres Gehalt winkt.
(Bild: Pixabay / CC0 )

LinkedIn hat in einer aktuellen Studie untersucht, welchen Rang die Zugehörigkeit zu einem Unternehmen als Wettbewerbsfaktor einnimmt. Eine weitere Fragestellung war, wie sich diese Zugehörigkeit in der Loyalität der Mitarbeiter auswirkt. Oft ist das Zugehörigkeitsgefühl mit der Förderung von Diversity, bestimmter Corporate-Social-Responsibility-Programmen (CSR) oder auch der politischen Haltung des Unternehmens verbunden.

Untersucht wurden laut Barbara Wittmann, Direktorin für den Bereich Talent Solutions und Mitglied der Geschäftsleitung von LinkedIn DACH, eben nicht die Faktoren Arbeitgeberattraktivität oder Karrieremöglichkeiten, sondern „wie Unternehmen eine echte Bindung zu ihren Mitarbeitern herstellen können. Im Wettbewerb um Fach- und Führungskräfte ist die wichtigste Priorität, die eigenen Talente nicht an die Konkurrenz zu verlieren.“

Fairness und Kommunikation

Ein Fünftel der Befragten (21 %) gaben an, perfekt zur Unternehmenskultur ihres Arbeitgebers zu passen. 26 Prozent sehen sich und den Arbeitgeber als ein „tolles Team“. Als wichtigsten Faktor nannten 58 Prozent der Teilnehmer die gleiche und faire Behandlung aller Mitarbeiter, ob Geschlechtergerechtigkeit bei der Entlohnung oder bei befristeten Arbeitsverhältnissen. Auf Platz zwei des Rankings folgt die offene und ehrliche Kommunikation mit 16 Prozent. Platz drei belegt die Mitarbeiterbeteiligung mit 11 Prozent.

Diversity für junge Arbeitnehmer wichtig

Diversity, also die Bemühungen, Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zu integrieren, wählten vier Prozent. Bei einem genaueren Blick auf die Ergebnisse lässt sich allerdings feststellen, dass die Diversity für Berufseinsteiger mit bis zu zwei Jahren Berufserfahrung (41 %) und den Befragten mit Hochschulabschluss (28 %) eher Bindung erzeugt. Investitionen in CSR-Programme und die gesellschaftliche Haltung des Unternehmens fanden bei jeweils zwei Prozent Zuspruch. Allerdings hätte die Wertung dieser Faktoren auf dem letzten Platz wenig Aussagekraft: „Gerade bei jüngeren Generationen, die jetzt in die Arbeitswelt einsteigen, sehen wir global seit einiger Zeit, dass Unternehmenskultur und Werte eine immer wichtigere Rolle spielen“, erläutert Wittmann.

Investieren in Mitarbeiterbindung

Die Geschlechtergerechtigkeit, vor allem in Bezug auf Lohn, wählten deutlich mehr Frauen (46 %) als Männer (28 %). Faire Verträge, in der Studie besonders auf den expliziten Verzicht auf sachgrundlose Befristungen bezogen, wählten alle Teilnehmer auf Platz Eins (15 %). Die Fairness in Bezug auf Top-Management-Gehälter im Vergleich zu denen durchschnittlicher Mitarbeiter gaben nur acht Prozent als wichtigsten Aspekt an.

„Programme, die das Potenzial haben, Zugehörigkeit aufzubauen, erfordern Fokus und kosten Geld“, so Wittmann. „Kein Unternehmen wird alle Maßnahmen umsetzen, die laut unserer Studie die Treue der Mitarbeiter sichern helfen, und die Überzeugung des Managements spielen bei der Auswahl sicher eine große Rolle. Überrascht hat uns an den Ergebnissen vor allem, auf wie viel Mitarbeiter zu verzichten bereit sind, wenn sie mit ihrem Arbeitgeber kulturell auf einer Linie sind.“

Bemühungen zahlen sich aus

86 Prozent der Teilnehmer haben angegeben, dass ihnen Bemühungen des Arbeitgebers wichtig sind, die für ein Zugehörigkeitsgefühl zum Unternehmen sorgen. Anstrengungen dahingehend werden vom Arbeitnehmer mit Treue belohnt, auch wenn von anderen Unternehmen ein höheres Gehalt winkt (18 %). Passen Arbeitgeber und Arbeitnehmer kulturell nicht zusammen, fordern 48 Prozent mindestens ein Drittel mehr Gehalt, 12 Prozent sogar zwei Drittel mehr.

Für die Studie wurden 2040, davon 1010 Erwerbstätige, online zwischen dem 28.5.2018 und dem 30.5.2018 befragt. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren.

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Über den Autor

 Sarah Nollau

Sarah Nollau

Redakteurin