Partnertag in München Exclusive Networks wird eine Bank
Der Distributor Exclusive Networks bietet Finanzdienstleistungen ab dem dritten Quartal auch in Deutschland an. Das teilte Martin Twickler, Geschäftsführer des Netzwerk- und Security-Spezialisten, auf dem Münchner Partnertag mit.
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So dynamisch expandiert kein anderer Distributor in Europa: Exclusive Networks hat sich in den vergangenen Jahren nicht nur geografisch in mehr als 20 Märkte ausgedehnt. Die französische Gruppe diversifizierte auch die Geschäftsfelder. Zuletzt gründete das Unternehmen im Januar die Sparte Exclusive Capital, die Fachhandelspartner mit Finanzdienstleistungen unterstützt. Waren die Angebote zunächst im französischen Heimatmarkt verfügbar, steht der Launch von Capital in Deutschland kurz bevor, wie Martin Twickler, Geschäftsführer bei Exclusive Networks, auf dem Münchner Partnertag, dem „Exclusive Networking Day“, ankündigte.
Um Kredite oder Leasingverträge anbieten zu können, braucht der Distributor, der seinen deutschen Hauptsitz in Münster hat, von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) eine Zulassung als Bank. Diese Erlaubnis werde Exclusive möglicherweise schon im Juli, spätestens aber im September erhalten, teilte Twickler im Gespräch mit IT-BUSINESS mit. „Wir sind auf der Zielgeraden!“
Die Notwendigkeit, als VAD auch Finanzdienstleistungen anzubieten, begründete der Geschäftsführer mit der Cloud. Für Systemhäuser sei der Aufbau von Managed-Services-Infrastrukturen mit hohen Anschaffungskosten verbunden, während sich die Einnahmen auf einen längeren Zeitraum verteilten „Mit unseren Leasing-Angeboten können wir den Partnern bei der Finanzierung helfen.“ Auf diese Weise werde Geschäft für den Distributor ermöglicht. Außerdem erfahre Exclusive über Leasing-Verträge frühzeitig, wann die Erneuerung von Lizenzen anstehe, wodurch sich Upsell-Potenzial ergebe, und nicht zuletzt seien Financial Services eine zusätzliche Wertschöpfungsquelle. „Es gibt viele Aspekte, die Finanzierung zu einem interessanten Geschäftsfeld für einen VAD machen.“
Exklusiver Kreis
Der Netzwerk- und Security-Spezialist veranstaltete seinen Partnertag, wie schon im Jahr zuvor, mit einem überschaubaren Kreis von etwa 60 geladenen Systemhausvertretern im Münchner Seehaus. Beim Menü wechselten die 20 Hersteller aus dem Exclusive-Portfolio nach jedem Gang im Rotationsprinzip den Tisch, um den Austausch mit den Fachhändlern zu fördern. Dabei präsentierten sich Ende vergangener Woche auch einige Neuzugänge wie Druva, Ixia, Ocedo oder Tegile erstmals den Partnern. Einen zweiten Exclusive Networking Day veranstaltet der Distributor am 25. Juni im Kölner Schokoladenmuseum.
Mit dem Geschäftsverlauf der vergangenen Monate zeigte sich Twickler ausgesprochen zufrieden. Exclusive steigerte den Umsatz 2014 in Deutschland von 63 Millionen Euro im Vorjahr organisch auf 84 Millionen Euro. Nicht zuletzt durch die beiden größeren Zugänge im Sortiment, den Firewall-Anbieter Fortinet und den Application-Delivery-Spezialisten F5, die im vergangenen Jahr neu hinzukamen, sei der Distributor nach wie vor gut ausgelastet, berichtet der Geschäftsführer. Für das laufende Jahr peilt er Erlöse von 105 Millionen Euro an.
Aufbau von BigTec
Noch im Aufbau befindet sich hierzulande der Geschäftsbereich Big Technology (BigTec), der im Januar gegründet wurde und der sich mit „disruptiven Technologien“ für Rechenzentren befasst. Im Mittelpunkt stehen Disziplinen wie Big Data Storage, Datacenter Optimization oder Hyperconverged Infrastructure. Mit der neuen Sparte ging die Gruppe bereits im Oktober 2013 in UK und im Februar 2014 in Frankreich an den Markt. In Deutschland gehören zum BigTec-Portfolio bislang sechs Hersteller: Arista, Nutanix, Pluribus, Silver Peak, Tegile und vArmour.
Bei der Erweiterung des klassischen Security-Portfolios richtet Twickler sein Augenmerk aktuell auf so genannte Cloud Access Security Broker (CASB). Dabei handelt es sich um Analyse- und Kontroll-Instanzen, die zwischen die Mitarbeiter eines Unternehmens und die Cloud-Dienste, auf welche sie zugreifen, geschaltet werden. „Mit zunehmender Public-Cloud-Nutzung wird es für den Channel immer wichtiger, sich mit dieser Technologie zu befassen“, erläutert der Security-Experte. Über CASB lassen sich seinen Worten zufolge Regelwerke abbilden, die die Sicherheit beim Cloud Computing effektiv erhöhen.
Exclusive Networks hat mit Netskope im vergangenen November und mit Elastica in diesem Monat zwei Spezialisten für das Thema ins Sortiment genommen. Darüber hinaus hat der Herstellerpartner Palo Alto, dessen Firewalls der VAD seit 2009 vertreibt, im Mai dieses Jahres den CASB-Anbieter CirroSecure gekauft.
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