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TeamDrive-Studie

Es gibt Wichtigeres als die DSGVO

| Autor: Heidemarie Schuster

Viele Unternehmen befinden sich im Irrgarten der DSGVO, ohne das Ziel vor Augen zu haben.
Viele Unternehmen befinden sich im Irrgarten der DSGVO, ohne das Ziel vor Augen zu haben. (Bild: © Robert Kneschke – stock.adobe.com)

Seit fast einem Jahr ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) voll in Kraft getreten, aber bei der tatsächlichen Umsetzung hapert es immer noch gewaltig. Bei einer Umfrage der Hamburger Sicherheitsfirma TeamDrive kam nun heraus, dass für viele die Sicherheit der Firmen-IT wichtiger als der Datenschutz ist.

Über 80 Prozent der vom Sicherheitsunternehmen TeamDrive befragten Unternehmen haben die DSGVO nur mangelhaft oder unvollständig umgesetzt. Die Studie wurde unter 100 überwiegend mittelständischen Firmen durchgeführt. Davon vertreten 20 Prozent der befragten Fach-und Führungskräfte die Auffassung, dass nur die Hälfte der Unternehmen die Anforderungen der DSGVO vollständig erfüllt. Gut ein Viertel geht davon aus, dass lediglich jedes dritte Unternehmen den Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten in vollem Umfang nachkommt. Laut einem Drittel der Befragten erfüllen lediglich 20 Prozent der Firmen in Deutschland die DSGVO vollständig, so dass eine Überprüfung keine gravierenden Sicherheitslücken aufdecken würde.

Erhöht die DSGVO den Datenschutz?

Die Studie legt zudem den Schluss nahe, dass Unternehmen der Schutz ihrer eigenen IT-Infrastruktur etwa vor Hackerangriffen deutlich wichtiger ist als die gesetzestreue Beachtung des Datenschutzes. Lediglich ein Drittel meint, dass die DSGVO die digitale Welt sicherer gemacht hat. 52 Prozent haben die Frage „Wie sicher sind Daten in Deutschland?“ mit „nicht wirklich sicher“ oder gar „unsicher“ beantwortet. Lediglich 44 Prozent der Befragten schätzen, dass die DSGVO die IT-Sicherheit maßgeblich erhöhen wird. 38 Prozent schreiben dem umfangreichen Datenschutz gemäß DSGVO immerhin einen leichten Beitrag zur Stärkung der IT-Sicherheit zu. Zudem meinen zwei Drittel, dass Firmen seit der Einführung der DSGVO vor rund einem Jahr stärker als zuvor auf Maßnahmen zur IT-Sicherheit achten. Indes vertreten 71 Prozent die Auffassung, dass IT-Sicherheit vor allem von staatlicher Seite gewährleistet werden muss. Rund 60 Prozent halten IT-Sicherheit eher für ein politisches als ein technisches Problem. Mehr als drei Viertel (76 Prozent) der von TeamDrive befragten Fach- und Führungskräfte gehen auf jeden Fall von weiterhin steigenden Investitionen der Wirtschaft in IT-Sicherheit aus.

Welche Maßnahmen werden getroffen?

Als die mit Abstand wichtigste Maßnahme zur Stärkung der Datensicherheit aufseiten der Unternehmen nennt die Studie die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. 60 Prozent der Befragten vertreten die Auffassung, dass die lückenlose Verschlüsselung bei der Datenübertragung am ehesten die Sicherheit gewährleistet. Voraussetzung hierfür ist allerdings gleichzeitig der Einsatz eines Zero-Knowledge-Systems, bei dem auch die firmeninternen Computer- und Softwaresysteme den Verschlüsselungscode nicht kennen, meint über ein Drittel (34 %). 48 Prozent setzen zudem auf eine Zwei-Faktor-Authentifizierung: Hierbei benötigt jeder Datenzugriff eine Bestätigung über ein zweites Gerät; beispielsweise ist neben dem Passwort am Rechner noch eine PIN-Bestätigung per Smartphone notwendig.

Bei allem Bewusstsein für Datenschutz und Sicherheit hält über die Hälfte der von TeamDrive Befragten (56 %) die mit der DSGVO eingeführten Strafanforderungen bei Verletzungen des Datenschutzes für unangemessen hoch.

„Die Unternehmen sind bereit, in IT-Sicherheit zu investieren, wobei der Datenschutz nur einen Aspekt neben weiteren Überlegungen darstellt. Die Wirtschaft erwartet jedoch im Gegenzug, dass der Staat ebenfalls seine Verantwortung für die IT-Sicherheit wahrnimmt statt von den Unternehmen, bei häufig nur geringfügigen Verstößen, übermäßig abzukassieren“, resümiert Studienleiter und TeamDrive-Geschäftsführer Detlef Schmuck.

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