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DSAG-Umfrage zum Jahrestag Ein Jahr Schreckgespenst DSGVO

Autor: Heidemarie Schuster

Am 25. Mai ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ein Jahr in vollem Maße wirksam. Doch laut einer Umfrage der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe (DSAG), entsprechen noch immer nicht alle Unternehmen der Verordnung.

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Die DSGVO geistert noch immer in vielen Unternehmen unvollendet herum.
Die DSGVO geistert noch immer in vielen Unternehmen unvollendet herum.
(Bild: Rudie - stock.adobe.com)

Nach zwei Jahren Übergangsfrist wurde am 25. Mai 2018 die DSGVO für viele Unternehmen ganz überraschend wirksam. Auf den letzten Drücker wurden schnell Maßnahmen getroffen – in der Hoffnung, sie reichen. Nun, fast ein Jahr danach scheint die Verordnung bei vielen Unternehmen immer noch nicht umgesetzt zu sein. So hat eine Umfrage der DSAG ergeben, dass lediglich zwölf Prozent (Oktober 2017: 4 %) der befragten Unternehmen bisher vollständig die Anforderungen der Verordnung erfüllt haben.

Knapp 83 Prozent (Oktober 2017: 66 %) der befragten DSAG-Mitglieder haben einige Vorbereitungen getroffen, sind aber noch nicht komplett EU-DSGVO-konform. Für Ralf Peters, DSAG-Fachvorstand Anwendungsportfolio, ist das Ergebnis keine Überraschung: „Wir wissen, dass sich viele unserer Mitgliedsunternehmen schon vor längerer Zeit auf den Weg gemacht haben, sich datenschutzkonform aufzustellen. Einige haben ein- oder zweijährige Projekte durchgeführt, um die EU-DSGVO zu implementieren.“ Erfolgsmeldungen seien aber vor allem von Großunternehmen zu hören, die entsprechende Mittel besäßen. Daher schätzt Ralf Peters, dass diese Unternehmen das Gros der zwölf Prozent (Oktober 2017: 4 %) ausmachen, die inzwischen EU-DSGVO-konform sind.

Insgesamt hält der DSAG-Fachvorstand die Zahl der Unternehmen, die vollständig der Verordnung entsprechen, aber für deutlich zu niedrig. Insbesondere vor dem Hintergrund, dass sich die Voraussetzungen, unter denen Daten verarbeitet werden dürfen, durch die EU-DSGVO eigentlich kaum verändert hätten. „Lediglich zwei Aspekte sind neu. Erstens müssen Unternehmen jetzt für alle in der Grundverordnung vorgesehenen Verarbeitungen von Daten die geforderten Voraussetzungen nachweisen und diese umsetzen. Die Dokumentationspflichten sind gewachsen“, erläutert Ralf Peters. Zweitens habe die umfangreiche mediale Berichterstattung zur Einführung der EU-DSGVO speziell die Auskunftsrechte in den Vordergrund gerückt. Das führe zu vermehrten Anfragen zu diesem Thema und seitens der Unternehmen zu einem entsprechend erhöhten Aufwand, um der Informationspflicht gerecht zu werden.

Hohe Investitionsbereitschaft

Insgesamt 77 Prozent der Befragten (Oktober 2017: 43 %) haben zusätzliche Investitionen getätigt, um die DSGVO umzusetzen. 82 Prozent (Oktober 2017: 54 %) der Unternehmen, die investiert haben, steckten laut Umfrage zusätzlich Geld in die IT-Beratung. Zudem haben etwa 50 Prozent (Oktober 2017: 40 Prozent) in Non-IT-Beratung investiert, knapp 27 Prozent in IT-Lizenzen (Oktober 2017: 14 %) und etwa 17 Prozent (Oktober 2017: 18 %) in sonstige Bereiche wie Hardware, Datenschutzsoftware oder Personal.

Auch in Zukunft stehen bei 72 Prozent der befragten Unternehmen weitere Investitionen in IT-Beratung an, bei 39 Prozent in Non-IT-Beratung und bei 18 Prozent in IT-Lizenzen. „Die Investitionsbereitschaft ist nach wie vor hoch. Daraus lässt sich schließen, dass das Schreckgespenst EU-DSGVO für viele noch nicht gebannt und die Angst vor Abmahnungen und Sanktionen durchaus in den Köpfen ist“, so Peters.

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