Die Nachfrage nach Storage bleibt weiterhin hoch, wie die Aussagen einiger Distributoren bestätigen. Dabei spielt der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz eine Schlüsselrolle. Denn KI benötigt mehr Speicherlösungen, kann aber gleichzeitig Abhilfe schaffen.
Die Nachfrage nach Storage-Lösungen bleibt bei Distributoren weiterhin hoch. Unter anderem sind Künstliche Intelligenz sowie Anforderungen an Sicherheit und Effizienz Gründe für dieses Interesse.
(Bild: KI-generiert / Copilot)
In Zusammenarbeit mit Wakefield Research hat der Anbieter Pure Storage die Studie „Drivers of Change: Meeting the Energy and Data Challenges of AI Adoption“ veröffentlicht, die unter anderem auf Aspekte eingeht wie den Datenbedarf von KI. Dabei gaben 77 Prozent der befragten Unternehmen an, dass für den KI-Einsatz eine Aufrüstung des Datenmanagements erforderlich ist oder erforderlich sein wird. Von dieser Entwicklung profitiert unter anderem das Distributionsgeschäft. Da die Basis für Anwendungen wie IoT und KI Speicherlösungen bilden, verzeichnet der Distributor TIM aus Wiesbaden eine hohe Nachfrage in allen Storage-Bereichen, darunter „Primär und Sekundär Speichersysteme, wie auch HCI (Hyper Converged Infrastructure)“, erklärt Bijan Taleghani, Leiter Produktmarketing und Business Development bei TIM.
„Wir sehen ein neues, wachsendes Segment, das immer mehr Speicherplatz verbraucht“, fasst es Julia Mitterdorfer, Director GCC bei TD Synnex, zusammen. Beispielsweise wird mehr Platz benötigt, um Daten aus der Trainingsphase von KI-Modellen zu speichern oder schlichtweg die Ergebnisse. Und dieser Bedarf an Speicherplatz muss gesättigt werden. Hier kommt die Distribution mit ihren Lösungen ins Spiel. Daher hält der Broadliner stetig Ausschau nach neuen Anbietern im Storage-Bereich – verstärkt für KI. „Man sieht, dass KI-Startups sehr schnell wachsen und einige spezifische Anforderungen an den Speicherplatz haben, die wir immer gerne unterstützen“, sagt Mitterdorfer.
Bijan Taleghani Leiter Produktmarketing und Business Development bei TIM „Um die Anforderungen im Bereich Storage zu erfüllen, sollten Fachhändler das breite Spektrum von potenziellen Lösungsansätzen – unter Berücksichtigung der für den Endkunden relevanten Faktoren – beraten können.“
Bildquelle: TIM
Dabei ist KI nicht ausschließlich Speicherfresser, sondern kann im Storage-Segment durchaus hilfreich sein, um Daten zu kontrollieren und zu verwalten. „KI-Technologien ermöglichen es Speichersystemen, intelligenter zu agieren, zum Beispiel durch automatisierte Datenanalyse und Prognosen für künftige Speicheranforderungen. Diese Entwicklung trägt dazu bei, die operativen Kosten zu senken und die Infrastruktur zukunftssicher zu machen“, nennt Mario Glockner, Head of Solution Design bei Ingram Micro, Vorteile. So finden auch solche Lösungen ihren Platz im Storage-Portfolio der Distributoren.
Anforderungen an Sicherheit und Effizienz als Wachstumstreiber
Der einzige Treiber ist KI aber nicht. „Das ungebremste Wachstum an Informationen und die gestiegenen Anforderungen an Sicherheit, Effizienz und Verfügbarkeit erhöhen die Relevanz und den Bedarf an Data & Storage“, begründet Taleghani die weitere Nachfrage. Neben diesen Aspekten verschärft sich die Cyberbedrohungslage enorm, wodurch entsprechende Lösungen ebenfalls an Bedeutung gewinnen. Glockner nennt unter anderem die Cyber Resiliency als immer wichtigeres Thema in diesem Zusammenhang. Weiter wird das Distributionsgeschäft durch den Trend hin zu Plattformen für die Hybrid Cloud angekurbelt. „Diese ermöglichen es Unternehmen, ihre Daten nahtlos zwischen verschiedenen Umgebungen zu bewegen, was besonders in Bezug auf Flexibilität und Sicherheit wichtig ist“, klärt Glockner auf.
Julia Mitterdorfer, Leitung GCC-Bereich bei TD Synnex „Man sieht, dass KI-Startups sehr schnell wachsen und einige spezifische Anforderungen an den Speicherplatz haben.“
Bildquelle: TD Synnex
Bei TD Synnex sei die erhöhte Nachfrage auf drei Hauptbereiche zurückzuführen. Zum einen sind da die Speicher für KI-Cluster. Außerdem käme nun mehr Nachfrage aus der Cloud: „Nach mehreren Quartalen melden sich CSP mit Aufträgen zurück, insbesondere neue Kapazitätspunkte von Speicheranbietern werden unterstützt“, konkretisiert Mitterdorfer. Sie nennt zudem die Datenrückführung als aktuellen Wachstumstreiber für Storage. „Wir sehen einen starken Trend, wenn Unternehmen einen Teil ihrer Daten (oder sogar alle Daten) aus der Cloud in On-Premises-Speicherlösungen verschieben. Viele Faktoren unterstützen diese Entscheidung – gesetzliche Vorschriften, 24x7-Zugriff, Unternehmensrichtlinien und weitere.“
Steigendes Interesse an Storage as a Service
In Anbetracht des Speicherbedarfs und immer komplexeren Strukturen durch Cloud, On-Premises, Hybrid Cloud und Co. bietet sich für Kunden das Konzept Storage as a Service (StaaS) an. Der Datenspeicher bedingt bei diesem Modell keine Vorabinvestition, Kunden erhalten ein Rund-um-Paket, müssen sich selbst um wenig kümmern. Kein Wunder also, dass bei Distributoren auch an dieser Stelle ein starkes Interesse spürbar ist. „Die Nachfrage nach Storage as a Service hat in letzter Zeit stark zugenommen. Die Unternehmen schätzen die Flexibilität und Skalierbarkeit dieser Lösungen, da sie die Nutzung von Speicherressourcen nach Bedarf ermöglichen, ohne große Investitionen tätigen zu müssen“, begründet Glockner diese Entwicklung. Als Beispiele nennt er Operating Models wie HPE Greenlake, Dell Apex, NetApp Keystone und IBM Cloud.
Stand: 08.12.2025
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Ein solches Interesse nimmt auch der Distributor TIM wahr. „Grundsätzlich erwarten wir, dass in Zukunft wesentlich mehr hybride Modelle, d.h. klassische On-Premises-Umgebungen kombiniert mit externen Angeboten (S/DCaaS) realisiert werden und die Nachfrage entsprechend weiter steigt“, prognostiziert Taleghani. Bei der Entscheidung für solche Angebote seien besonders die Sicherheit, Verfügbarkeit aber auch Wirtschaftlichkeit wichtig. „Die Wahl und Kombination effizienter Produkte und Dienstleistungen kann dann auch einen positiven Effekt auf die Nachhaltigkeit realisieren“, nennt Taleghani eine weiteren Punkt. An dieser Stelle offeriert TIM ein Angebot von On-Premises über spezielle MSP-Lösungen (für Systemhauspartner), bis zu verschiedenen aaS-Möglichkeiten.
Mario Glockner, Head of Solution Design bei Ingram Micro „Die Nachfrage nach Storage as a Service hat in letzter Zeit stark zugenommen. Die Unternehmen schätzen die Flexibilität und Skalierbarkeit dieser Lösungen.“
Bildquelle: Ingram Micro
Steigende Preise für Storage erwartet
Neben diesem Boom gibt es Herausforderungen für die Distribution, wie die steigenden Preise für Storage. Einer Analyse von Trendforce zufolge werden NAND-Flash-Anbieter die Preise für ihre Produkte massiv erhöhen. Das könnte zu einer Kaufzurückhaltung führen. TD Synnex setzt daher auf eine enge Zusammenarbeit mit den Herstellern, um Partnern so Veränderungen vorhersehbar zu machen. Diese enge Kooperation nutzt der Broadliner zudem bei Akquisitionen im Markt, die wie in anderen Bereichen auch bei Storage-Anbietern vorkommen. So kaufte beispielsweise kürzlich der HerstellerCohesity das Datenschutzgeschäft von Veritas. „Solche Prozesse wie Fusionen finden immer statt und wir sind immer bereit, die Entscheidung des Herstellers oder des Marktes zu unterstützen, um das Business weiter auszubauen“, versichert Mitterdorfer.