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ITB: Muss sich nicht auch Dimension Data mit dieser Entwicklung auseinandersetzen? Immerhin hat das Unternehmen 2012 laut Geschäftsbericht fast 60 Prozent des weltweiten Umsatzes im Produktgeschäft erzielt.
Bockers: Ja, auch wir müssen uns natürlich damit auseinandersetzen. Es ist richtig, dass wir immer noch den größeren Teil unserer Erlöse mit Produkten erzielen. Beispielsweise sind wir nach wie vor der umsatzstärkste Cisco-Reseller weltweit. Unser gesamtes Bestellvolumen war im vergangenen Geschäftsjahr doppelt so groß wie das des zweitgrößten Partners. Als Kaufmann muss man aber unterscheiden zwischen dem Volumen und dem Gross Profit, dem Rohertrag. Letzterer ist entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens. Den Gross Profit erzielen wir zum überwiegenden Teil mit Dienstleistungen und Managed Services. Mit der Veränderung des Kundenverhaltens wird sich die Kurve der Hardware-Verkäufe in den kommenden Jahren abflachen, während die Kurve im Service-Geschäft nach oben gehen wird. Und dafür müssen wir uns aufstellen.
ITB: Sie erwähnen die überaus enge Partnerschaft mit Cisco. Dimension Data arbeitet seit einigen Jahren aber auch verstärkt mit anderen Herstellern wie EMC, Netapp oder VMware zusammen. Warum hat das Unternehmen sein Portfolio erweitert?
Bockers: Unser globales Management hat bereits vor fünf Jahren im Zuge der „Horizon-Strategie“ entschieden, auf eine Multivendor-Strategie zu setzen. Bis dahin waren wir extrem Cisco-lastig. Natürlich ist nichts Schlechtes daran, wenn man eng mit einem Weltmarktführer zusammenarbeitet. Aber Cisco allein reicht nicht mehr aus, und das Unternehmen stellt sich ja inzwischen selbst anders auf. So lässt sich beispielsweise aus dem „Cloud Business Transformation Playbook“ ersehen, wie sehr Cisco heute im Private- und Public-Cloud-Geschäft auf ein weitverzweigtes Ökosystem setzt. Dazu gehören EMC, Netapp, VMware und viele andere Anbieter. Wir haben über Jahrzehnte eine Kernkompetenz im Bereich Cisco-Netzwerke aufgebaut. Uns war aber schon vor fünf Jahren klar: Wir können die Architekturen von morgen nur dann bauen, wenn wir uns weiterentwickeln. Und das haben wir getan.
ITB: Zu Ihren Kunden zählen traditionell Großunternehmen. Mit einem breiteren Dienstleistungsspektrum, das sich inzwischen vom Rechenzentrum über das Netzwerk bis zum Endpoint erstreckt, zielt Dimension Data automatisch auf einen größeren Anteil des IT-Budgets der Kunden. Werden damit auch kleinere Unternehmen für Sie interessant?
Bockers: Eindeutig ja. Für unseren Vertrieb mit seiner Key-Account-Struktur hätte es sich im Netzwerkgeschäft nicht gerechnet, Unternehmen mit etwa 200 bis 1.500 Mitarbeitern zu adressieren. Aber der mittelständische Kunde, der seine IT-Ausgaben anders einsetzen möchte, der nicht nur Switches und Router kauft, sondern der seinen IT- und Netzwerkbetrieb mit Blick auf die Geschäftsprozesse modernisieren möchte und der dafür einen Gesamtdienstleister sucht – dieser Kunde ist uns herzlich willkommen. Das IT-Budget dieser Unternehmen ist teilweise gar nicht so klein. Bei solchen Kunden nehmen wir Business-orientierte Assessments vor, mit denen wir etwa die Cloud-Readiness analysieren. Und auf dieser Basis entwickeln wir eine Roadmap. Auf diese Assessments, die aus dem Consulting kommen, greift auch die Cloud Unit zu.
Erfahren Sie, warum Dimension Data auf Synergien innerhalb der NTT-Gruppe setzt.
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