Prognose-Verfahren Digital Twin entsorgt analoge Altlasten

Von Dr. Stefan Riedl

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Auf Wahrsagerei mit Kristallkugeln, Hühnerknochenwürfen oder drogeninduzierten Visionen würde sich kein solide denkender Ingenieur, Logistiker oder Einkäufer verlassen. Allerdings bieten digitale Zwillinge Möglichkeiten, künftige Ereignisse zu antizipieren.

Digitale Zwillinge eröffnen neue technologische Möglichkeiten.(Bild:  chesky - stock.adobe.com)
Digitale Zwillinge eröffnen neue technologische Möglichkeiten.
(Bild: chesky - stock.adobe.com)

In der Praxis werden Prognosen über digitale Zwillinge bereits bei Produktionsprozessen und physischen Objekten integriert. Doch die Technologie hat mehr auf Lager: Ganze Lieferketten und die Auswirkungen von äußeren Einflüssen darauf können nachgebildet werden.

Engpässe und Opportunitätskosten

Dennis Eichkorn, Head of Alliances & Channels Germany, Austria & Central Europe, SAS(Bild:  SAS)
Dennis Eichkorn, Head of Alliances & Channels Germany, Austria & Central Europe, SAS
(Bild: SAS)

Dennis Eichkorn, Head of Alliances & Channels Germany, Austria & Central Europe bei SAS, nennt ein konkretes Beispiel anhand einer Lebensmittelmarktkette, die Point-of-Sales- und Forecast-Daten an den Konsumgüterhersteller weitergibt. „Daraus ermittelt der Hersteller den Bedarf der Verbraucher, füttert die Simulation seiner Produktionslinie mit der entsprechenden ­Information – und kann auf dieser Grundlage entscheiden, welches Produkt gerade priorisiert herzustellen ist“, so Eichkorn. Das Unternehmen erkennt dabei, wo es Engpässe gibt, welche Hürden die Bedienung einer steigenden Nachfrage verhindern und wie sie sich beheben lassen.

Ein digitaler Zwilling ist eine Nachbildung dynamischer Entwicklungen im Zeitverlauf. Mit der entsprechenden Technologie lassen sich damit künftige Ereignisse simulieren.

Dennis Eichkorn, Head of Alliances & Channels Germany, Austria & Central Europe bei SAS

Szenarien durchtesten

Allgemein formuliert können Unternehmen mit einer Digital-Twin-basierten Simulationstechnologie eine unbegrenzte Anzahl von Szenarien testen, die Aufschluss darüber geben, welche Auswirkungen bestimmte Entscheidungen haben – auf die Effizienz oder auf bestimmte betriebswirtschaftliche Kennzahlen.

In diesem Marktumfeld sind SAS und ­Cosmo Tech eine strategische Partnerschaft eingegangen. Cosmo Tech ist Spezialist für digitale Zwillinge, deren Modellierung und Simulation sowie die darauf aufbauende Optimierung. Dahinter steht die Plattform „360° Simulation Digital Twin“. Mit ihr sollen Zukunftsszenarien durchgespielt werden können, wobei auch KI-Technologie zum Einsatz kommt.

Analytics trifft auf digitale Zwillinge

SAS, bekannt als großer Marktakteur in ­Sachen Analytics und KI bringt sich in die Partnerschaft sozusagen als „analytische Intelligenz“ ein, die Daten auswertet und damit Vorhersagen ableitet. SAS hat in diesem Kontext jahrelange Erfahrung in Sachen Supply-Chain- und Bestandsoptimierung.

Lieferketten machten in jüngster Vergangenheit immer häufiger Probleme. Supply Chain Manager müssen vor diesem Hintergrund nicht nur wissen, wie das Unternehmen gerade performt, sondern wie künftige Ergebnisse sein werden – gerade in bisher unbekannten Situationen“, so der SAS-Mitarbeiter.

Gemeinsam wollen die Unternehmen die Elemente Bedarf, Prognose und Bestand auf Basis der Digital-Twin-Technologie zusammenbringen, so dass robustere Lieferketten entstehen. „Wir schaffen die Voraussetzung dafür: eine vollständige Sicht auf historische Daten, Echtzeitinformationen über die aktuelle Situation, die Simulation sämtlicher Optionen für die Zukunft und die Umsetzung praktikabler Handlungsempfehlungen“, so der SAS-Manager.

Die Rolle des Channels

Der Channel spielt in diesem Marktumfeld eine wichtige Rolle. „Unsere Partner – ­Beratungsunternehmen, Reseller, OEMs und Managed-Analytics-Services-Anbieter – sind elementar für uns, um die ganz individuellen Ansprüche unserer Kunden zu adressieren – und sie somit bei der Lösung ihrer wichtigsten Geschäftsprobleme zu unterstützen“, sagt Eichkorn.

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