Distributor verdreifacht Absatzzahl von Mini-PCs Digital Signage treibt das Geschäft von Concept International

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Michael Hase / Michael Hase

Der Distributor Concept International hat den Absatz von Digital-Signage-PCs in den ersten sieben Monaten gegenüber dem Vorjahr verdreifacht. Allein im Juli lieferte der Münchner Hardware-Spezialist 1.500 Mini-Rechner an seine Partner aus. Damit hat sich die digitale Beschilderung zum wichtigsten Anwendungsfeld für Concept entwickelt.

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Michael Finckh, Geschäftsführer von Concept International, hat mit Digital Signage offenbar auf das richtige Pferd gesetzt.
Michael Finckh, Geschäftsführer von Concept International, hat mit Digital Signage offenbar auf das richtige Pferd gesetzt.
(Bild: IT-BUSINESS)

Zuletzt musste der Chef wieder selber den Schraubendreher in die Hand nehmen. Immer dann, wenn sich beim Münchner Hardware-Distributor Concept International die Bestellungen häufen, hilft Geschäftsführer Michael Finckh beim Assemblieren oder Konfigurieren von Rechnern mit. „So komme ich wenigstens nicht aus der Übung“, scherzt der studierte Elektrotechniker.

Unmittelbar vor den Sommerferien gab es bei Concept einiges an Aufträgen abzuarbeiten. Allein im Juli lieferte der Großhändler rund 1.500 Mini-PCs des chinesischen Herstellers Giada an Partner aus. Eingesetzt werden die Geräte als Mediaplayer in Digital-Signage-Installationen. Die Rechner spielen also Videoinhalte auf Displays, die im öffentlichen Raum oder am Point of Sale zu Informations- oder Werbezwecken platziert werden.

Alles in allem haben die Bayern in den ersten sieben Monaten dieses Jahres dreimal so viele Mini-PCs verkauft wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Der Löwenanteil des Rekordabsatzes im Juli entfiel auf Großbestellungen für ein weltweit tätiges Möbelhaus, einen belgischen Mobilfunkanbieter und eine internationale Telco-Handelskette.

Displays ersetzen Plakate

Für Concept hat sich Digital Signage inzwischen zum wichtigsten Anwendungsfeld entwickelt. Bereits seit etwa vier Jahren setzt Finckh auf dieses Thema, das sich zunächst allerdings, wie er berichtet, kaum auf den Absatz auswirkte. Seit dem vergangenen Jahr ziehe das Geschäft mit dedizierter Hardware aber deutlich an. Der Geschäftsführer beobachtet einen Trend zu immer mehr Displays, die Schilder und Plakate ersetzen. „Viele Unternehmen verschieben derzeit in ihren Marketingbudgets die Mittel zugunsten von Digital Signage.“

Mit seinem Portfolio deckt der Distributor indes ein breiteres Spektrum ab. Die von Concept an den Fachhandel vertriebenen Hardware-Produkte – neben Mini-PCs gehören dazu Tablets, Handhelds, All-in-One- und Panel-PCs sowie Displays – kommen in unterschiedlichen Szenarien in Handel, Industrie, Logistik, Gesundheitswesen und Gastronomie zum Einsatz.

Spezialisierte Partner

Auf der Händlerliste der Münchner stehen rund 3.000 Unternehmen. Die Zahl der aktiven, regelmäßig kaufenden Partner ist freilich geringer. Bei Digital Signage konzentriert sich die enge Zusammenarbeit auf eine gute Handvoll. Dazu zählen Spezialisten wie der Hamburger Dienstleister Muse Content, der Unternehmen und Agenturen bei Multimedia-Projekten unterstützt, oder Items aus Kernen bei Stuttgart, der Touchscreen-Terminals speziell für Kinder in Kaufhäusern, Banken oder Flughäfen aufstellt.

Solchen Partnern liefert Concept die Mini-PCs fix und fertig konfiguriert. Dabei orientiert sich Finckhs Team an den Anforderungen der Digital-Signage-Software, die auf den Rechnern laufen soll, und dem geplanten Einsatzszenario. Den Dienstleistern komme dieser Service entgegen, erläutert der Hardware-Profi. „So müssen sie sich nicht mit PC-Konfigurationen befassen, sondern können sich ganz auf ihre Lösung konzentrieren.“

Concept vertreibt selbst zwar keine Software, unterhält aber enge Beziehungen zu einigen auf Digital Signage spezialisierten Anbietern wie Cittadino, Grassfish, Mirabyte, Scala oder Stinova. Darüber hinaus bietet der Distributor weitere dedizierte Produkte für das Trendthema an. So hat er etwa spezielle Displays im Sortiment, deren Ränder nicht wie üblich schwarz, sondern transparent sind. Dadurch sind keine Raster zu sehen, wenn mehrere Bildschirme zu einer Videowall zusammengefügt werden. Unter dem Label „PanzerBox“ hat der Hardware-Grossist ein robustes Gehäuse entwickelt, das Displays im öffentlichen Raum vor Vandalismus schützen soll. □

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