Kenjo-Umfrage Die nächste Kündigungswelle rollt an

Von Heidi Schuster

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Die Arbeitswelt hat sich durch die Pandemie stark verändert. Viele Arbeitnehmer sind seither unzufrieden in ihrem Job und wechseln ihn. Eine Umfrage von Kenjo belegt die vielen Kündigungen. Das Schlimmste steht Arbeitgebern aber noch bevor.

Bereits 2021 stieg die Zahl der Kündigungen in Deutschland im Vergleich zum Jahr davor um 34 Prozent.
Bereits 2021 stieg die Zahl der Kündigungen in Deutschland im Vergleich zum Jahr davor um 34 Prozent.
(Bild: Zerbor - stock.adobe.com)

Die häufigsten Gründe für eine Kündigung sind Karrierewechsel, Lebensveränderungen und Gehaltsvorstellungen. Und seit der Pandemie und den sich damit veränderten Arbeitsstrukturen ist die Unzufriedenheit im Job gestiegen. Die Sektoren Gesundheitswesen (13 %), Einzelhandel (17 %), Dienstleistung (22 %) sowie Software und Internet (25 %) sind am stärksten von der so genannten „Great Resignation“ betroffen.

In den USA haben im vergangenen Jahr knapp viereinhalb Millionen Menschen ihren Job aufgegeben. In Deutschland stieg 2021 die Zahl im Vergleich zum Vorjahr bereits um 34 Prozent. Das Durchschnittsalter der Arbeitnehmer, die hierzulande ihren Job aufgeben, liegt bei 25 bis 35 Jahren. Die Ergebnisse des großen Kündigungsberichts der Personalsoftware Kenjo, zeigen klare Tendenzen zur weiter steigenden Kündigungsbereitschaft der Deutschen.

Die meisten Rücktritte im Jahr 2021 fanden in den Monaten September bis Dezember statt und machten 20 Prozent von insgesamt 44 Prozent der Kündigungen aus. Daher ist der Peak für 2022 voraussichtlich noch nicht erreicht. David Padilla, CEO und Mitbegründer von Kenjo, weist darauf hin, dass eine Zunahme von Kündigungen auch eine Chance für die Rekrutierung darstellt. „Im letzten Quartal des Jahres erleben wir die meisten Austritte. Demnach ist es der ideale Zeitpunkt, um mit der Rekrutierung von Talenten zu beginnen, die andere Unternehmen verlassen haben.“

Generation Y kündigt am häufigsten

Das Wettbewerbsumfeld macht es für Unternehmen immer schwieriger, geschätzte Arbeitskräfte zu halten. Firmen, die eine Kultur geschaffen haben und deren Geschäftsziele mit den Werten ihrer Mitarbeitern übereinstimmen, haben auf dem heutigen Markt einen großen Vorteil. Die Kündigungsrate ist bei jungen Talenten deutlich am höchsten. Ergebnisse, der von Kenjo durchgeführten Umfrage mit 17.886 Arbeitnehmern, zeigen, dass vier von zehn Rücktritten die Generation Y betreffen.

27 Prozent der freiwilligen Kündigungen werden von Menschen zwischen 25 und 30 Jahren eingereicht. Dicht gefolgt von der Altersgruppe der 31- bis 35-Jährigen, die mit 19 Prozent repräsentiert ist. Angaben zufolge steigen die Tendenzen bei den über 40-Jährigen im Jahr 2022 ebenfalls. Obwohl der Anteil in dieser Generation deutlich geringer ist, zeigt sich, dass 2022 fast doppelt so viele Angestellte ihren Job aufgegeben haben, wie im Jahr 2021, was Unternehmen vor neue Herausforderungen stellt.

„Quiet Quitting“

Die so genannte stille Kündigung bedeutet nicht, dass man seinen Job kündigt. Aber da sich die Arbeitskultur während der Pandemie stark verändert hat, bewerten viele Menschen ihre Beziehung zur Arbeit neu und versuchen, das richtige Gleichgewicht zwischen ihrem Arbeits- und Privatleben zu finden. Die neue Regelung zur Arbeitszeiterfassung wird zeigen, wie lange Mitarbeitende tatsächlich im Büro sitzen und wie viele Überstunden nicht bezahlt werden. Arbeitnehmer werden künftig nur die Arbeit tun, für die sie bezahlt werden, ohne zusätzliche Aufgaben zu übernehmen.

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