Das Ziel ist die Zwei-Milliarden-Hürde zu knacken

Dezentrale Struktur macht Bechtles Erfolg aus

Seite: 3/4

Anbieter zum Thema

ITB: Werden also früher oder später aufgrund der Konsolidierung kleine Systemhäuser vom Markt verschwinden?

Klenk: Die Konsolidierung ist schon weit vorangeschritten. Und dies, obwohl momentan noch immer schätzungsweise sechs- bis achttausend kleine Systemhäuser in Deutschland existieren. Auch in Zukunft werden sicherlich Systemhäuser mit drei bis zehn Mitarbeitern überleben. Sie sind dann oftmals von einem einzigen großen Kunden abhängig. Daneben werden immer auch Nischenanbieter existieren, die sich ganz auf ein Spezialgebiet verlagert haben. Und schließlich bleiben noch einige wenige große Anbieter. Was allerdings für alle gilt: Eine Professionalisierung wird nicht nur in technologischer, sondern auch in kaufmännischer Hinsicht verlangt.

ITB: Die kaufmännische Professionalisierung aufgegriffen: Tangiert Bechtle die derzeitige Finanzkrise überhaupt nicht, bei den Umsatzzahlen?

Klenk: Natürlich sind wir konjunkturabhängig, denn bei schwacher Konjunktur hat der Kunde weniger Kaufkraft. Ich sehe das jedoch eher als eine Frage der Wachstumsgeschwindigkeit. Gerade in schwierigen Zeiten erhöht sich der Abstand zwischen guten und weniger guten IT-Anbietern. Das konnten wir mehrfach für uns nutzen. Aber natürlich gewinnen wir während eines Konjunkturhochs mehr an Fahrt.

ITB: Zu guter Letzt – es gibt eine nette Geschichte zur Gründung von Bechtle, wollen Sie uns diese erzählen?

Klenk: In den 1980er Jahren war mein Geschäftspartner und Bechtle-Mitgründer Gerhard Schick für eine Unternehmensgruppe tätig, die auch neun Kinos betrieb. Dort gab es Verkaufsstände für Süßwaren und Popcorn. Ich, damals noch Maschinenbau-Student, sollte ein Programm für die Süßwarenverwaltung schreiben. Das lief gut. Mein damaliger Professor Klaus von Jan fragte dann Gerhard Schick und mich, ob wir gemeinsam ein Unternehmen zur Software-Vermarktung gründen wollten. Die Konstellation war ideal: Die Idee war da, Gerhard Schick verfügte über das notwendige Startkapital und ich hatte Zeit. Da unsere finanziellen Mittel nicht zu hoch waren, wir aber immer mit den neuesten Rechnern unsere Software entwickeln wollten, hatten wir die Idee, unsere Hardware alle vier bis sechs Monate als neuwertig zu verkaufen. Es kam wie es kommen musste: Die Nachfrage nach der Software war zurückhaltend, die Hardware aber wurde uns aus der Hand gerissen.

Lesen Sie auf der nächste Seite den Kommentar von IT-BUSINESS-Redakteurin Sarah Maier.

(ID:2014082)