Drei Insolvenzanträge im Braunschweiger Distributions-Konzern BOD gestellt Devil-Pleite: Auch die Logistik-Tochter ist zahlungsunfähig

Redakteur: Harry Jacob

Am Donnerstag vergangener Woche gingen beim Amtsgericht Braunschweig die angekündigten Insolvenzanträge für Devil und COS ein. Doch damit nicht genug: Auch für die Logistiktochter First Flash GmbH stellte das Management Antrag auf Insolvenz.

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Bereits am Mittwoch hatten die Unternehmen Devil und COS angekündigt, doch insgesamt drei Insolvenzanträge gingen beim Amtsgericht Braunschweig ein. Zum einen von der ortsansässigen Devil AG, zum anderen von der First Flash GmbH, die an der selben Adresse residiert wie Devil. First Flash betreibt das Lager und stellt Devil und COS entsprechende Services zur Verfügung. Auch der Insolvenzantrag für den Distributor COS, der in Pohlheim residiert und beim Amtsgericht Gießen registriert ist, wurde in Braunschweig gestellt.

Bei Devil und First Flash ist Axel Grotjahn Geschäftsführer, bei COS ist er neben Werner Teh-Hua Dao Mitgeschäftsführer des Unternehmens. Alle drei Unternehmen gehören zur Distributorengruppe BOD (Best of Distribution) und gelten als wirtschaftlich verbundene Unternehmen. Daher ist es vernünftig, die Insolvenzen gemeinsam zu bearbeiten und die Insolvenzverwaltung in eine Hand zu legen.

Insolvenzverwaltung in einer Hand

Als vorläufigen Insolvenzverwalter für alle drei Gesellschaften hat das Amtsgericht Braunschweig den Rechtsanwalt Peter Steuerwald von der Kanzlei Hausherr Steuerwald bestellt, einen Fachanwalt für Insolvenzen und Sanierungen. Sein Büro befindet sich am Bruchtorwall 6, 38100 Braunschweig, zu erreichen per Telefon unter 0531 / 244 80 30, Fax 0531 / 244 80 80 und per E-Mail an psteuerwald@hausherr-steuerwald.de. Alle Verfügungen der betroffenen Unternehmen sind ab sofort nur noch mit Zustimmung des vorläufigen Insolvenzverwalters wirksam.

Die Insolvenzverfahren werden beim Amtsgericht unter folgenden Aktenzeichen geführt:

  • Devil AG: 274 IN 126/13 c
  • COS Handels GmbH: 274 IN 127/13 c
  • First Flash GmbH: 274 IN 128/13 c

Von der Insolvenz betroffen sind rund 230 Mitarbeiter. Davon entfallen 30 auf die COS in Pohlheim, die anderen 200 sind am Standort Braunschweig beschäftigt, davon knapp die Hälfte bei Devil, die anderen bei First Flash. Der Logistiker war bis Ende 2011 eine hundertprozentige Tochter von Devil und wurde dann zu einer COS-Tochter. COS wiederum wurde erst vor fünf Wochen, als der neue Geschäftsführer Dao bestellt wurde, von einer AG zu einer GmbH umgewandelt.

Über die Gründe für die Insolvenz gibt es noch keine offizielle Stellungnahme. Belastungen aus der Vergangenheit und Gegenwart sollen zusammengespielt haben. Allerdings: Die Gerüchte über Ursachen der Misere und den möglichen Retter sind sehr konkret.

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