Studie von Entrust Deutsche sind Verschlüsselungs-Weltmeister

Autor Melanie Staudacher

Verschlüsselung ist für die meisten Unternehmen ein notwendiges Übel. Doch ist besonders in Deutschland die Kryptographie beliebt, um sensible Informationen vor Missbrauch zu schützen. Dabei setzen sie zum Großteil auf Hardware-Sicherheitsmodule.

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Skalierbare Verschlüsselungslösungen für Backups, IoT-Plattformen und öffentliche Clouds sind in Deutschland beliebt.
Skalierbare Verschlüsselungslösungen für Backups, IoT-Plattformen und öffentliche Clouds sind in Deutschland beliebt.
(Bild: Feodora - stock.adobe.com)

Unternehmen in Deutschland nehmen bei der Einführung von Verschlüsselung zum Schutz von On-Premises- und Cloud-Umgebungen im weltweiten Vergleich eine Vorreiterrolle ein. Dies zeigt die Studie „2021 Encryption Trends“ von Entrust. Dafür befragte das Ponemon Institut 6.610 IT-Experten aus verschiedenen Branchen in 17 Ländern.

Allerdings zeigte sich auch, dass die zunehmende Nutzung von Verschlüsselungslösungen zu Problemen bei deren Verwaltung führt. Vor allem aufgrund mangelnder Klärung von Zuständigkeiten und der Schwierigkeit, qualifiziertes Personal zu finden.

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Was und warum verschlüsseln deutschen Unternehmen?

Mehr als sieben von zehn (71 %) Befragten in Deutschland gaben an, über eine konsequent angewandte Verschlüsselungsstrategie zu verfügen. 2020 lag der Wert bei 66 Prozent, der weltweite Durchschnitt liegt bei 50 Prozent.

Darüber hinaus weist Deutschland bei fast allen Anwendungsszenarien eine höhere Verschlüsselungsrate vor als der weltweite Durchschnitt. Die Anwendungen mit der höchsten Nachfrage nach Verschlüsselungslösungen sind Backups und Archive mit 71 Prozent bei den deutschen Befragten gegenüber 51 Prozent im weltweiten Durchschnitt. Außerdem IoT-Plattformen (58 % gegenüber 34 % weltweit), beide sind seit dem vergangenen Jahr um 9 Prozent gestiegen.

Zur Realisierung ihrer Verschlüsselungsstrategien kommen bei Unternehmen in Deutschland durchschnittlich 9,4 Lösungen zum Einsatz. Auch das ist weltweit die höchste Rate, der Durchschnitt liegt bei 8 Lösungen.

Größter Antriebsfaktor für die Verschlüsselung ist die Angst vor der Preisgabe sensibler Daten. Hier nannten die Befragten wiederum Fehler von Mitarbeitern als größtes Risiko, wobei Deutschland bei dieser Befürchtung mit 46 Prozent unter dem weltweiten Durchschnitt von 53 Prozent liegt.

Als weitere wesentliche Bedrohungen für sensible Daten wurden Systemausfälle genannt (41 % gegenüber 31 % weltweit) sowie behördliche Datenabfragen (20 % gegenüber 12 % weltweit).

Verschlüsselung ist komplex

Obwohl die meisten deutschen Unternehmen ihre Daten verschlüsseln, ist dies für sie ein Mehraufwand. Fast zwei Drittel (65 %) der befragten IT-Fachleute in Deutschland empfinden die Verwaltung von Schlüsseln oder Zertifikaten als sehr lästig – die höchste Quote weltweit.

Als größte Herausforderung bei der Verwaltung von Schlüsseln wurde mit 91 Prozent „keine klare Zuständigkeit“ genannt. Dies ist der höchste Wert weltweit und deutlich über dem globalen Durchschnitt von 64 Prozent. Auch der Mangel an qualifiziertem Personal wurde von den deutschen Unternehmen mit 64 Prozent höher eingestuft als der weltweite Durchschnitt von 57 Prozent.

Nutzung von HSM und Cloud steigt

Zur Verschlüsselung nutzen 70 Prozent der Unternehmen in Deutschland Hardware-Sicherheitsmodule (HSM). Verglichen mit 49 Prozent weltweit ist das international die zweithöchste Rate nach den USA mit 72 Prozent. Von den Unternehmen, die HSMs verwenden, messen ihnen mehr als zwei Drittel (68 %) eine zentrale Rolle für die Verschlüsselungs- oder Schlüsselverwaltungsstrategie zu.

Auch die Akzeptanz von Cloud-Diensten nimmt rapide zu, wobei deutsche Unternehmen laut Entrust die höchste Anzahl von Public-Cloud-Anbietern weltweit nutzen. Im Durchschnitt sind es hier 2,9 Anbieter pro Unternehmen gegenüber dem weltweiten Durchschnitt von 2,33.

Heute übertragen 79 Prozent der Unternehmen in Deutschland sensible Daten in die Cloud. Im vergangenen Jahr waren es 62 Prozent. Weitere zehn Prozent planen dies für die nächsten 12 bis 24 Monate. In punkto Verschlüsselung ihrer Cloud-Daten geben 60 Prozent der Befragten an, nur Schlüssel zu verwenden, die von ihrem Unternehmen kontrolliert werden. Weltweit liegt der Durchschnitt hierfür bei 46 Prozent.

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