Managed Services in DACH schrumpfen Der EMEA-ISG-Index verzeichnet Rückgang bei IT-Services

Von Martin Droysen

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Der jährliche Vertragswert bei kommerziellen Outsourcing-Verträgen in Europa zeigt eine Verlangsamung, obschon die Nachfrage nach Cloud Computing weiter stark ist. Woran das liegt, zeigt die nun vorliegende Analyse für den globalen Dienstleistungsmarkt.

Ergebnisse des EMEA ISG Index für das zweite Quartal 2022 zeigen einen Rückgang von Managed Services in DACH.
Ergebnisse des EMEA ISG Index für das zweite Quartal 2022 zeigen einen Rückgang von Managed Services in DACH.
(Bild: Blue Planet Studio - stock.adobe.com )

Das Analysten- und Beratungshaus Information Service Group (ISG) analysiert aktuelle Daten und Trends für den globalen IT-Dienstleistungsmarkt und stellt diese vierteljährlich detailliert auch für einzelne Märkte wie Europa vor. Für das zweite Quartal 2022 zeigt der Index dem Unternehmen zufolge einen Rückgang der Managed IT Services in der DACH-Region.

Dabei ist es jedoch wichtig zu beachten, dass ISG nur Managed-Service-Verträge ab einem Jahresvolumen von fünf Millionen Euro erfasst. Viele kleine und mittelgroße MSPs liegen mit ihren Verträgen meist unter dieser Summe und fließen daher nicht in den Index ein. Da sich ISG auf den Midmarket und Enterprise fokussiert, ist das Ergebnis daher differenziert zu betrachten.

Andrea Spiegelhoff, Information Services Group (ISG) in Deutschland.
Andrea Spiegelhoff, Information Services Group (ISG) in Deutschland.
(Bild: ISG )

Fakten und Trends

Mit zu den wichtigen Fakten und Trends im zweiten Quartal 2022 der Analyse zählt das Schrumpfen der Managed Services in der DACH-Region. Der Analyse zufolge sank der jährliche Vertragswert (Annual Contract Value, ACV) im Managed-Services-Markt im Vergleich zum ersten Quartal 2022 um 20 Prozent. Im Vorjahresvergleich des gleichen Quartals 2021 schrumpfte der Wert um 18 Prozent. Betroffen sind Deutschland, Österreich und die Schweiz (DACH).

Das Vertragsvolumen im gesamten EMEA-Bereich hingegen wächst weiter auf die Summe von 3,8 Milliarden Euro. Mithin sind das 10 Prozent mehr zum Vorjahresquartal und 3 Prozent zum 1. Quartal 2022. Voran schreiten bei Managed Services laut ISG Index die Benelux-Länder, Frankreich und Südeuropa mit deutlich zweistelligem Wachstum.

ISG erwartet, dass angesichts der potenziell anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten cloudbasierte XaaS (IaaS und SaaS) statt wie zuletzt noch prognostiziert 22 Prozent global nur noch um 18 Prozent im gesamten Jahr 2022 wachsen werden. Die globale Wachstumsprognose für Managed Services hat ISG für dieses Jahr von 5,1 Prozent auf 3,5 Prozent herabgestuft.

Andrea Spiegelhoff, Partnerin bei der Information Services Group (ISG) in Deutschland.

Warum IT-Outsourcing rückläufig ist

Ein weiteres Ergebnis der Analyse ist der Rückgang beim Infrastruktur-Outsourcing. Obwohl Managed Services derzeit und weltweit nach wie vor kräftig nachgefragt werden, stagniert in letzter Zeit das Wachstum bei der Infrastruktur-Auslagerung. Grund, laut ISG, ist eine Verschiebung beim IT-Outsourcing. Vor ein paar Jahren, genauer gesagt 2016, lag dessen Anteil am jährlichen Vertragswerts noch bei mehr als 60 Prozent. Aktuell liegt der Wert nur mehr bei 40 Prozent und er schrumpft weiter, da anstelle von Infrastruktur-Outsourcing ein Großteil betroffener Unternehmen Altlasten lieber in die Cloud auslagern.

Rekordwerte bei Vertragswerten

Dass trotz abnehmender Infrastruktur-Services der Managed-Service-Markt bereits fünf Quartale in Folge Rekordwerte erreicht, liegt an Anwendungs- und Engineering-Services und dem Business Process Outsourcing. Dem Index nach stiegen diese Bereichswerte um mindestens 25 Prozent der über fünf Jahre gemittelten Werte. Die Experten bei ISG erwarten hier auch für die nächsten Jahre ein fortschreitendes Wachstum des Vertragsvolumens.

Steigender Marktausblick mit leichtem Knick

Aus der Analyse geht hervor, das der IT-Services-Markt komplett betrachtet aber weiter wächst, wenn auch im Vergleich zum Vorquartal dieses Jahres ein leichtes Minus von 0,5 Prozent verzeichnet wurde. So stieg der Jahresvertragswert der Managed Services in EMEA und cloudbasiertem XaaS auf 7,5 Milliarden Euro und überstieg damit zum dritten Mal in Folge den Quartalswert von 6,9 Milliarden Euro. Laut Experten von ISG sei der leichte Knick zum ersten Quartal 2022 eine Folge von Sorgen über die derzeitige Inflation und anderer ökonomischer Zwänge.

Der vollständige EMEA ISG Index zeigt alle aktuellen Informationen und Analysen.

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