Manchmal eine heikle Frage Dem Verdacht auf Scheinselbstständigkeit vorbeugen

Autor Katrin Hofmann

Es ist ein leidiges Thema auch für IT-Freiberufler und kann im Ernstfall ruinöse Nachzahlungen nach sich ziehen: Die Scheinselbstständigkeit. So beugen Sie dem Verdacht vor.

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Äußert das Finanzamt oder die Rentenversicherung einen Verdacht auf Scheinselbstständigkeit, kann dies eine Betriebsprüfung für den Selbstständigen bedeuten.
Äußert das Finanzamt oder die Rentenversicherung einen Verdacht auf Scheinselbstständigkeit, kann dies eine Betriebsprüfung für den Selbstständigen bedeuten.
(Bild: Jamrooferpix_Fotolia.com)

Immer mehr Prüfungen, ob ein Selbstständiger wirklich selbstständig oder eigentlich sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, kommen zu einem mehr als ärgerlichen Resultat für den Arbeitgeber. Während 2011 noch 13.455 der 34.500 von der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung durchgeführten Feststellungsverfahren zur Scheinselbstständigkeit positiv verliefen, kamen 2014 schon 14.805 der 31.500 Prüfungen zum Schluss, dass Scheinselbstständigkeit vorliegt.

Folgenschwer

Die steuer- und arbeitsrechtlichen Konsequenzen sind vielfältig. Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen die neue steuerrechtliche Situation klären und haften für Nachzahlungen als Gesamtschuldner. Sämtliche Lohnsteuer- und Sozialversicherungs-Beiträge müssen nachgezahlt werden: Sozialversicherungsbeiträge vom Auftraggeber bis 30 Jahre rückwirkend. Der Auftragnehmer haftet maximal drei Monate rückwirkend für nicht gezahlte Beiträge. Ehemalige Selbstständige können nach der Feststellung einer Scheinselbstständigkeit zudem ihren Arbeitnehmerstatus einklagen. Hat ein Scheinselbstständiger damit vor dem Arbeitsgericht Erfolg, ist er ein Angestellter mit allen Rechten und Pflichten.

Doch welche Anhaltspunkte gibt es überhaupt für eine mögliche Scheinselbstständigkeit? Der Software-Anbieter Lexware nennt folgende Punkte:

  • Weisungsbefugnis des Auftraggebers
  • Feste Arbeitszeiten, wie Schichten
  • Reporting-Pflichten gegenüber dem Auftraggeber
  • Feste Integration in Prozesse und Infrastruktur des Auftraggebers
  • Feste Bezüge und Urlaubsanspruch

Auf der sicheren Seite

Auch einige konkrete vorbeugende Maßnahmen, um einem Verdacht von vorneherein entgegenzuwirken, hat Lexware parat. Folgendes sollte – besonders in Kombination – zusätzlich vermieden werden:

  • Längere Zeit nur für einen Auftraggeber arbeiten
  • Über 83 Prozent des Gesamtumsatzes von einem Auftraggeber beziehen
  • Über keinen eigenen Unternehmensauftritt verfügen (weder Website, Geschäftspapier, Buchführung)
  • Teilnahme an regelmäßigen Briefings und Meetings des Auftraggebers

Umgekehrt seien Selbstständige nach den Richtlinien der Rentenversicherung auf der sicheren Seiten, wenn freie Ortswahl, Zeitplanung, Honorarverrechnung, eine eigene Buchführung und eine freie Auftragswahl mit Option auf Ablehnung vorliegen und eigene Angestellte vorhanden sind.

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