Definition Was ist die Lohnsteuer?

Autor / Redakteur: Mandarina / Heidi Schuster

Vom Lohn oder Gehalt seiner Arbeitnehmer behält der Arbeitgeber einen Steueranteil ein und führt ihn an das Finanzamt ab. Diese Zahlung ist eine Vorleistung auf die Einkommensteuer, deren tatsächliche Höhe beim Lohnsteuerjahresausgleich berechnet wird.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Die Lohnsteuer gilt als Quellensteuer. Das bedeutet, die sie wird von einer Quelle, hier vom Einkommen aus berechnet. Sie wird von allen Arbeitnehmern erhoben, die einer nichtselbstständigen Arbeit nachgehen. Das betrifft Angestellte und Arbeiter gleichermaßen, sodass die Lohnsteuer von Lohn und Gehalt abgezogen wird. Der Arbeitgeber berechnet den Lohnsteuerabzug dabei nach den sogenannten Lohnsteuerabzugsmerkmalen.

Die Abzugsmerkmale im Überblick

Die klassischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, die deren Höhe bestimmen, sind:

  • Steuerklassen
  • eventuelle Kirchensteuermerkmale
  • eventuelle Kinderfreibeträge
  • Lohnsteuerfreibeträge
  • Faktoren und weitere Kirchensteuermerkmale bei Steuerpflichtigen in Ehe oder Lebenspartnerschaft

Früher waren die Lohnsteuerabzugsmerkmale auf der papiernen Lohnsteuerkarte eingetragen. Heute gibt es die elektronische Lohnsteuerkarte, die die ElSTAM, die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale, enthält.

Lohnsteuerklassen bestimmen Lohnsteuerhöhe

In der Bundesrepublik Deutschland gibt es aktuell sechs Lohnsteuerklassen, die unterschiedlich besteuert werden. Typisch sind die Lohnsteuerklasse 1 (vor allem für ledige Arbeitnehmer) sowie die Lohnsteuerklassen IV und IV beziehungsweise III und V für verheiratete Arbeitnehmer. Ob bei Ehegatten die Kombination IV/IV oder III/V bei den Lohnsteuerklassen gewählt wird, hängt von deren Verdienst ab, weil die Lohnsteuerklasse V höher besteuert wird als die Klasse III. Daher wählt der besser verdienende Arbeitnehmer häufg die III, damit das Jahr über keine so hohen Abzüge generiert werden.

Der Lohnsteuerjahresausgleich: jährlich und meist verpflichtend

Bis auf wenige Ausnahmen haben alle Arbeitnehmer jedes Jahr den Lohnsteuerjahresausgleich durchzuführen. Auch hier wurde von der Papierform auf das digitale Verfahren (ELSTER) umgestellt. Beim Lohnsteuerausgleich wird die tatsächliche Einkommensteuer berechnet. Das bedeutet, dass der Steuerpflichtige durch den Lohnsteuerjahresausgleich entweder einen Erstattungsanspruch oder eine Nachzahlung generiert.

Die Unterschiede zwischen der vom Arbeitgeber berechneten Lohnsteuer und der tatsächlichen Einkommensteuer kommen dadurch zustande, dass der Arbeitnehmer das Recht hat, gewisse Abzugsmöglichkeiten zu nutzen, die der Arbeitgeber in Sache und Höhe nicht kennt. Dazu zählen vor allem die Sonderausgaben und die Werbungskosten. Sonderausgaben sind zum Beispiel Aufwendungen für die eigene Vorsorge und bestimmte Spenden. Werbungskosten, die in der Anlage N im Lohnsteuerjahresausgleich eingetragen werden, sind Ausgaben, die in Zusammenhang mit dem Arbeitsverhältnis vorgenommen werden. Dazu zählen Fahrtkosten zur Arbeitsstelle, Arbeitskleidung sowie Aufwendungen für Weiterbildung, die vom Arbeitgeber nicht bezahlt werden. Zudem werden im Lohnsteuerjahresausgleich auch eventuelle Rentenleistungen, Kapitalerträge oder Mieteinnahmen berücksichtigt.

Im Lohnsteuerjahresausgleich werden auch eine eventuelle Kirchensteuer sowie der Solidaritätszuschlag berechnet.

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