Max Schaber, CEO der Datagroup, im Gespräch Datagroup-Chef: „Mit jedem Lieferanten steigt die Komplexität“

Redakteur: Michael Hase

Max Schaber, CEO der Datagroup, ist offen für eine Zusammenarbeit mit Hosting- und Cloud-Providern. Allerdings muss die Sicherheit gewährleistet und die Komplexität beherrschbar sein.

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Max Schaber, Gründer und Vorstand der Datagroup, denkt über die Kooperation mit externen Service-Providern nach.
Max Schaber, Gründer und Vorstand der Datagroup, denkt über die Kooperation mit externen Service-Providern nach.
(Bild: Datagroup)

ITB: Die Datagroup bietet unter dem Label „Corbox – Corporate IT out of the Box“ ein Portfolio von Services an, die nach ITIL standardisiert und nach ISO 20000 zertifiziert sind. Worin besteht der Mehrwert für den Kunden?

Schaber: Mit diesem Ansatz bieten wir Service als Produkt an, und nicht als manufakturhaft erzeugte Dienstleistung, die mal so, mal so funktioniert. Der Kunde bekommt eine sauber definierte Qualität. Er weiß genau, was er erwarten kann: Weil die Leistung auf industrieller Basis erbracht wird, ist sie wiederholbar und gelingsicher. Hinzu kommt, dass der Kunde bei uns eine Komplettdienstleistung aus einer Hand erhält. Auf Basis unserer dezentralen Struktur mit 17 Standorten sind wir zum einen in der Lage, flächendeckend Vor-Ort-Services zu erbringen. Zum anderen haben wir inzwischen eine Größe erreicht, bei der wir sehr effizient zentrale Services liefern können, die wir in die Dienstleistungspakete integrieren.

ITB: Zentrale Services stellt die Datagroup in eigenen Rechenzentren bereit. Wie effizient ist deren Betrieb für einen Dienstleister?

Schaber: Da muss man differenzieren: Wir haben zwei Rechenzentren aufgebaut, in denen wir Klimatisierung, Stromsysteme und Sicherheitsanlagen selbst betreiben. Vor vier Jahren haben wir entschieden, in diese Infrastruktur künftig nicht mehr zu investieren. Stattdessen bringen wir unsere Systeme jetzt in einem Frankfurter Datacenter von Interxion unter. Durch Colocation ersparen wir uns hohe Investments und können doch auf höchstem Sicherheitsniveau flexibel wachsen.

ITB: Maschinen betreiben Sie aber noch selbst. Wäre es nicht günstiger, Server-Leistung von einem Hosting- oder Cloud-Provider zu beziehen?

Schaber: Wir überlegen durchaus, ob wir in Zukunft auf einen Mix setzen, bei dem wir einen Teil der Services selbst betreiben und bestimmte Infrastruktur-Services zukaufen. Momentan tun wir das noch nicht. Wir binden in unsere Angebote auch keine Cloud-Services von Fremdanbietern ein. Mittelfristig werden wir unseren Ansatz aber vermutlich zu einem kooperativen Modell weiterentwickeln.

ITB: Was lässt Sie aktuell noch zögern?

Schaber: Das Schwierigkeit besteht darin, verschiedene Services zu einem funktionierenden Endprodukt zu verbinden. Die Komplexität steigt, je mehr Lieferanten beteiligt sind. Ich bin aber überzeugt, dass wir gewisse Basisdienste wie Storage, sofern sie in Deutschland gehostet werden, künftig zukaufen werden. Denn bei großen Providern gibt es tatsächlich Skaleneffekte. Die bemerken im Übrigen auch wir bei unserer Größe. Immerhin erzielt die Datagroup mehr als ein Drittel des Umsatzes mit Rechenzentren.

ITB: Auch viele mittelgroße Systemhäuser betreiben heute eigene Rechenzentren, mit denen sie deutlich weniger erlösen als die Datagroup. Ab wann rechnet sich der Betrieb?

Schaber: Es ist nicht einfach, auf Ihre Frage mit wirtschaftlichen Eckdaten zu antworten. Aber wir glauben, dass sich ein Rechenzentrum einigermaßen wirtschaftlich betreiben lässt, wenn man damit mehr als zehn Millionen Euro im Jahr umsetzt. Erst dann machen sich Effizienzgewinne bemerkbar. Von diesem Umsatz ist das typische mittelgroße Systemhaus mit seinem Datacenter aber weit entfernt.

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