Bernd Schwefing, CEO von Controlware, nennt Perspektiven im Systemhausgeschäft Controlware: Die Stärken im Data-Center-Business ausspielen

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Dr. Andreas Bergler / Dr. Andreas Bergler

Als eines der größten Systemhäuser Deutschlands packt Controlware nicht nur hoch komplexe, sondern auch immer neue Themen an. IT-BUSINESS sprach mit CEO Bernd Schwefing über die Herausforderungen im Data-Center-Geschäft und als Managed Services Provider.

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Bernd Schwefing, Vorsitzender der Geschäftsführung von Controlware
Bernd Schwefing, Vorsitzender der Geschäftsführung von Controlware
(Bild: Controlware)

ITB: Als Controlware 1980 als Systemintegrator und Entwickler an den Start ging, prägten monolithische Rechenzentren und Mainframe-Architekturen die EDV-Landschaften. Geht es heute angesichts der zunehmenden Bedeutung der Cloud und der Konsolidierung auf große Data Center auch bei Controlware zurück zu den Wurzeln?

Schwefing: Was wir sehen, ist eine zunehmende Zentralisierung. Wir bauen Private-Cloud-Infrastrukturen, konsolidieren Rechenzentren und virtualisieren diese. Und ja: Ein Stück weit fühlt man sich an die Großrechner erinnert, allerdings mit einer ganz anderen Qualität bei der Bereitstellung von Anwendungen. So ist die Qualität der heutigen Terminal Services kaum noch von Desktops zu unterscheiden, und wenn ein höherer Individualisierungsgrad benötigt wird, lässt sich dies über eine virtuelle Desktop-Infrastruktur ebenfalls lösen. Die zentralisierte Bereitstellung individueller Services eröffnet Unternehmen in zahlreichen Bereichen ganz neue Möglichkeiten, etwa im Hinblick auf die Mobilität der Anwender und den damit verbundenen Wunsch, über verschiedenste Endgeräte auf Daten zuzugreifen. Auf dem Smartphone, dem Pad oder dem PC kann und will ich die Daten ja gar nicht vorrätig halten. Sie sind reine Sichtgeräte auf Datenbestände, die zentralisiert vorliegen – was sowohl aus Sicherheits- als auch aus Performance-Gründen sinnvoll ist. Weil die Anwender damit auf schnelle Konnektivität angewiesen sind, stellt die Zentralisierung der Daten allerdings hohe Anforderungen an das Data Center, das LAN und das WAN. Es geht also immer auch um eine sichere und hochverfügbare Gesamtarchitektur.

ITB: Gehört das Data-Center-Business denn zum Kerngeschäft von Controlware?

Schwefing: Definitiv, auch wenn wir in der Außenwahrnehmung oft noch auf unsere ursprünglichen Geschäftsbereiche Netzwerk und Security reduziert werden, haben wir Erfahrung mit dem kompletten Data-Center-Stack mit den Disziplinen Management, Orchestration, Compute, Storage, Network und natürlich Security – alles Bereiche, in denen Controlware seit Jahren erfolgreich tätig ist und ein hohes Maß an technischer und Umsetzungskompetenz mitbringt. Daher haben sich Data Center bei uns inzwischen zu einer hochinteressanten Querschnittsfunktion entwickelt, bei der wir unsere wichtigsten Stärken – tiefes punktuelles Know-how und hohe bereichsübergreifende Kompetenz – optimal ausspielen können. Was die externe Wahrnehmung betrifft, müssen wir dem Markt allerdings noch stärker vermitteln, was wir im Data-Center-Umfeld leisten können.

ITB: Wie gehen Sie Data-Center-Projekte typischerweise an?

Schwefing: Nur die wenigsten großen Data-Center-Projekte beginnen heute auf der grünen Wiese. In der Regel nehmen unsere Kunden anstehende Modernisierungen, Erweiterungen oder Umzüge zum Anlass, die Rechenzentrums-Infrastruktur zu konsolidieren und die IT-Services zu automatisieren. Als Dienstleister begleiten wir sie bei diesen Projekten, und helfen ihnen, das Potenzial moderner Data-Center-Infrastrukturen zu realisieren – etwa indem wir neue Funktionen implementieren, die Verfügbarkeit und Agilität erhöhen, neue Services realisieren oder Kosten senken. Auch bei solchen Teilmodernisierungen ist es natürlich wichtig, ein klares Ziel vor Augen zu haben und den Kunden mit Blick auf das gesamte Rechenzentrum zu beraten. Zu diesem Zweck unterhalten wir ein eigenes Data-Center-Consulting-Team mit Experten für Server, Storage, Virtualisierung, Netzwerktechnologie, Informationssicherheit und passive Infrastruktur. Diese betreuen Kunden vom ersten Orientierungsgespräch an und informieren sie im Zuge von Architektur-Workshops über die Möglichkeiten von Zukunftstechnologien wie SDN, ACI oder SDDC. Sie übernehmen bei Bedarf aber auch die Realisierung des Data Centers oder helfen beim Betrieb.

Welche Maßnahmen im Data Center den größten Mehrwert bieten, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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