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ITB: Was macht man bei Kunden, die auf eine vollständig individualisierte Lösung bestehen?
Schwefing: Man muss offen miteinander umgehen und darf den Konflikt bei Service-Definition und Transition nicht scheuen. Wer zu allem Ja sagt, weil es ein schöner Auftrag ist, verlagert die Diskussion nur in den Betrieb und hat mit Sicherheit einen unzufriedenen Kunden. Wenn sich herausstellt, dass die bisherigen Prozesse gut sind, oder eine Verlagerung aus anderen Gründen für den Kunden nicht sinnvoll ist, können wir auch mit einzelnen On-site-Experten oder ganzen Betriebsteams vor Ort unterstützen. Das A und O ist, dass die gegenseitigen Erwartungen klar definiert werden – was sinnvoll erfüllt werden kann und wie es sich realisieren lässt. Wenn man hier in der Angebotsphase die Auseinandersetzung scheut, ist Ärger vorprogrammiert.
ITB: Auf dem Papier klingen Dienstleistungskonzepte immer gut, in der Praxis müssen sie von engagierten Mitarbeitern mit Leben gefüllt werden. Wie viel Energie investieren Sie in die Mitarbeiter-Ausbildung?
Schwefing: Viel, auf verschiedenen Ebenen: Wir kooperieren aktuell mit den Studiengängen für Informatik an sechs Hochschulen: Darmstadt, Hannover, Berlin, Ingolstadt, München und Stuttgart. Die Studierenden sind die Hälfte der Zeit bei uns und die andere Hälfte in der Hochschule. Zwischen 30 und 50 Auszubildende und Studenten werden permanent bei Controlware ausgebildet und auf die anschließende Tätigkeit bei den Kunden vorbereitet.
ITB: Warum tut Controlware das?
Schwefing: Weil es erstens müßig ist, über den Fachkräftemangel zu jammern und nichts dagegen zu tun. Zweitens kann man früh entscheiden, in welche Richtung eine Ausbildung gehen soll. Damit können wir auch die Werte, die Art, wie hier gearbeitet wird, sinnvoll vermitteln und nicht erst, wenn jemand schon fertig von der Hochschule kommt. Das Studium ist so deutlich stärker von praktischen Herausforderungen beeinflusst. Viele Absolventen der kombinierten Studiengänge sind mittlerweile seit einer zweistelligen Jahreszahl bei uns. Und natürlich ist die Weiterentwicklung mit dem Studium nicht abgeschlossen, dazu entwickeln sich die Technologien viel zu schnell. So planen wir mit unseren Mitarbeitern die inhaltliche Weiterentwicklung, fördern diese durch regelmäßige Trainings und legen großen Wert darauf, dass das Wissen aktuell ist und auch zum Einsatz kommen kann. Insgesamt investieren wir deutlich siebenstellig in diesen Bereich. Dies zeigt sich auch darin, dass wir regelmäßig bei unseren Herstellern den höchsten Zertifizierungsstatus bekommen.
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