Bernd Schwefing, CEO von Controlware, nennt Perspektiven im Systemhausgeschäft

Controlware: Die Stärken im Data-Center-Business ausspielen

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ITB: Welche Maßnahmen im Data-Center-Umfeld bieten Kunden den größten Mehrwert?

Schwefing: Das ist nach wie vor ganz klar die Virtualisierung – von Servern und Desktops, aber auch von Storage und Anwendungen. Virtualisierte Strukturen sind einfach wesentlich flexibler und agiler. Sie erfordern weniger Hardware und nutzen diese effizienter aus. Und: Als Dreh- und Angelpunkt moderner Data-Center-Strategien eröffnet die Virtualisierung Unternehmen neue Möglichkeiten bei der Umsetzung von Business-Continuity- und High-Availability-Konzepten. Hinzu kommt, dass mit der Virtualisierung immer auch eine wichtige Weichenstellung einhergeht: Unternehmen schaffen damit die strukturellen Voraussetzungen für eine standardisierte und automatisierte Bereitstellung von IT-Services, die für die Nutzung hybrider Cloud-Services und SaaS-Modelle erforderlich sind.

ITB: Wären wir damit schon bei der Industrialisierung der IT?

Schwefing: Es ist auf jeden Fall ein Schritt in diese Richtung. Industrialisierung der IT bedeutet ja auch reproduzierbare Prozesse und einen wachsenden Automatisierungsgrad, im Gegensatz zu individuellen und manuellen Prozessen. In modernen Data Centern ist das heute schon Realität – vor allem in virtualisierten Umgebungen, wo man gar nicht mehr genau sagen kann, welche Applikation auf welcher Hardware läuft. Dafür braucht man dann allerdings auch neue Provisionierungs-Systeme und andere Automatismen, um das Data Center vernünftig betreiben zu können.

ITB: Wie die Industrialisierung der IT steht auch die ‚IT-isierung‘ der Industrie – Schlagwort: Industrie 4.0 – zunehmend im Interesse der Öffentlichkeit. Mir wächst das Ganze, vor allem hinsichtlich der Sicherheitsaspekte, etwas zu schnell zusammen. Wie sehen Sie die Entwicklung?

Schwefing: Wir sind seit vielen Jahren für Kunden aus der Industrie tätig und haben einige Erfahrung bei der Betreuung von Produktionsnetzen. Insofern ist Industrie 4.0 für uns natürlich ein sehr spannendes Thema, da darunter neben den ganzen Smart-Meter- und Sensorik-Themen beispielsweise auch die Modernisierung von Steuerungsnetzen in der Energieversorgung fällt, die ihrerseits eine der Voraussetzungen für die Energiewende ist. Bei solch kritischen Infrastrukturen kommt es naturgemäß in hohem Maße auf die Sicherheit und ständige Verfügbarkeit an, so dass wir unsere langjährige Erfahrung in diesen Bereichen gut ausspielen können. Sicherheitsaspekte haben in diesen Umgebungen einen nochmal höheren Stellenwert, weil Verzögerungen, die im klassischen Datennetzbereich vollkommen unkritisch sind, schon zu massiven Ausfällen führen können.

ITB: Als Systemintegrator und Managed Services Provider muss sich Controlware in erster Linie über Dienstleistungen definieren und differenzieren. Wie gelingt das?

Schwefing: Als IT-Dienstleister bieten wir unseren Kunden die ganze Wertschöpfungskette von klassischen Beratungs-, Projekt- und Support-Services – und ergänzend dazu modulare, aber hochgradig individualisierbare Managed Services. In beiden Bereichen differenzieren wir uns in erster Linie über unser sehr hohes Qualitätsniveau, bei dem wir auch keine Kompromisse eingehen. Hinzu kommt, dass wir in allen Bereichen herstellerunabhängig agieren. So können wir sehr genau auf die Anforderungen und die Infrastruktur unserer Kunden eingehen und jedem eine optimale Lösung innerhalb der Zeit- und Budget-Vorgaben liefern.

ITB: Im Bereich Managed Services sprachen Sie von modularen Bausteinen. Wie haben sich diese Module entwickelt? Was ist Ihr Konzept dahinter?

Schwefing: Managed Services bewegen sich immer im Spannungsfeld zwischen einem komplett individualisierten Betrieb, der die bisherigen Kundenprozesse zu einhundert Prozent übernimmt, und einem rein auf den Provider ausgerichteten Standardprozess, auf den sich der Kunde einzustellen hat. Unser Ziel ist es einerseits, die Services zu modularisieren, um die Effizienzgewinne eines rationalisierten Betriebs tatsächlich zu gewährleisten. Andererseits schneidern wir die Module aber für jeden Kunden sehr individuell zurecht. Sie können das mit einem Herrenschneider vergleichen, der Maßkonfektionen herstellt. Natürlich gibt es da Elemente, die Sie immer wieder aufgreifen – aber diese Elemente lassen sich so kombinieren, dass für die einzelne Kundensituation ein tatsächlich maßgeschneidertes Konzept zu vernünftigen Konditionen entsteht. Reine Maßschneiderei ist so teuer, dass sie sich nicht rechnet. Aber die meisten Menschen brauchen sie auch gar nicht, weil die Bedürfnisse bei aller Verschiedenheit nicht so grundlegend unterschiedlich sind, dass man sie nicht mit Modulen abdecken könnte. Wir klären mit den Kunden genau, welches Maß an Individualität sinnvoll und geschäftsgetrieben und welches historisch gewachsen ist. Nicht alles, was historisch gewachsen ist, ist auch gut.

Was hinter dem langfristigen Erfolg von Controlware steht, erfahren Sie auf der nächsten Seite.

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