Die Wolke wird erwachsen

Cloud Computing als ganzheitliche Geschäftsstrategie

Seite: 2/3

Anbieter zum Thema

Elemente der Wolke – die fünf wesentlichen Charakteristika

Laut NIST zeichnet sich Cloud Computing durch fünf wesentliche Eigenschaften aus:

  • On-Demand Self Service – Nutzer können die IT-Kapazitäten, die sie benötigen, selbständig ordern und einrichten – und das, wann immer sie wollen. So kann zum Beispiel Netzwerkspeicher über ein Portal bestellt werden. Vorteil: Der Anbieter muss in den Prozess nicht eingebunden werden.
  • Broad Network Access – Standardbasierter Netzzugriff von verschiedenen Endgeräten (z.B. Smartphones, Tablets, Laptops, PCs) aus. Nutzer können ihre Arbeit unabhängig von Standort und Zeit erledigen.
  • Resource Pooling – Ressourcen des Anbieters (z.B. Speicher oder Bandbreite) werden gebündelt, multimandantenfähig bereitgestellt und nach Bedarf zugewiesen. Vorteil: Der Nutzer erhält alle Ressourcen, inklusive Verwaltung, Business Continuity und technische Instandhaltung, ohne sich selbst aktiv darum kümmern zu müssen.
  • Rapid Elasticity – Kapazitäten sind schnell und dynamisch verfügbar und können je nach Bedarf skaliert werden. Bei erhöhtem Datenverkehr zum Beispiel können Nutzer sofort und automatisch über zusätzliche Ressourcen verfügen. Gleichzeitig werden Ressourcen und Investments verringert, sobald die Anforderungen sinken.
  • Measured Service – automatische Kontrolle und Optimierung der genutzten Ressourcen durch Metering, was Transparenz für Anbieter und Nutzer sicherstellt. Größter Vorteil hier ist, dass Kunden nur die Dienstleistungen bezahlen, die sie auch tatsächlich in Anspruch nehmen.

Ein Unternehmen, das diese Eigenschaften der Wolke noch weiter ausbaut, ist T-Systems. So hat das Unternehmen die Definition nach NIST in seinen Services um zusätzliche Komponenten erweitert, die nicht nur die Infrastruktur betreffen.

Die wesentlichen Elemente von Cloud Computing – Vergleich NIST (links) und die Interpretation von T-Systems mit zusätzlichen Komponenten (rechts).
Die wesentlichen Elemente von Cloud Computing – Vergleich NIST (links) und die Interpretation von T-Systems mit zusätzlichen Komponenten (rechts).
(Bild: T-Systems)

„Last Mile and Security“ bietet beispielsweise Funktionalitäten für die Kontrolle der Bandbreite und Sicherheit wie VPN. Diese sechste Komponente ist gerade für Cloud Computing im Businessumfeld wichtig, da ganzheitliche Cloud-Strategien zunehmend auf Geschäftsprozessen aufbauen – nicht nur auf der technischen Infrastruktur.

Konkret bedeutet dies, dass Kunden zunehmend einen ganzheitlichen Cloud Service fordern. Diese End-to-End-Dienstleistung setzt aber voraus, dass der Anbieter Sicherheit gewährleisten kann und die letzte Meile – oder den letzten Abschnitt der ICT-Leitung – kontrolliert. Außerdem müssen angemessene Service Level Agreements (SLA) mit dem Kunden vereinbart werden. Diese SLA werden individuell dem jeweiligen Cloud Service angepasst, je nach Komplexität und benötigten Dienstleistungen.

Mit „Measured Service“ bietet T-Systems im erweiterten Cloud-Modell zudem „Pay per Demand“. Kunden können auswählen, wie die Dienste abgerechnet werden: nach bestellten Diensten, tatsächlich genutzten Diensten oder mit einer Flat-Fee-Rate pro Monat, Quartal oder Jahr.

Darüber hinaus wird „Rapid Elasticity“ auf „Virtualization“ und „Multi Tenancy“ verteilt. Das heißt, dass alle Dienste auf virtualisierten Hard- und Softwareumgebungen beruhen. Gleichzeitig nutzen voneinander abgeschirmte Kunden die Anwendungen, Plattformen und Infrastruktur gemeinsam. Hier spielt die Sicherheit eine große Rolle, da gewährleistet sein muss, dass ein Unternehmen nicht auf die Ressourcen und Daten eines anderen zugreifen kann.

„Resource Pooling“ schließlich umfasst ebenfalls Multi Tenancy sowie „Standardization“: Die Standardisierung ist Grundvoraussetzung für eine funktionierende Cloud, denn nur dadurch können eine automatische und schnelle Skalierbarkeit sowie eine Optimierung der Kostenersparnisse sichergestellt werden.

(ID:36558450)