Namensrechte nun weltweit geklärt Apple darf jetzt auch in China den Namen iPad nutzen

Redakteur: Harry Jacob

Die Markenrechte für China musste Apple teuer bezahlen: Mehr als das tausendfache dessen, was für den Namen „iPad“ in Europa, Südkorea und einige andere Staaten fällig war – das Ende eines Wirtschaftskrimis.

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Für die Namensrechte am iPad muss Apple einen Nachschlag von 60 Millionen US-Dollar berappen.
Für die Namensrechte am iPad muss Apple einen Nachschlag von 60 Millionen US-Dollar berappen.

„Hallo, hier ist Steve Jobs, der CEO von Apple. Wir möchten nach dem iPod das nächste große Ding starten, es soll iPad heißen. Würden Sie uns bitte die Namensrechte dafür verkaufen?“ – Hätte das Gespräch so stattgefunden, es wäre ehrlich gewesen. Aber leider auch sehr dumm, denn der Preis der iPad-Namensrechte für China und einige andere Regionen hätte sicherlich astronomische Höhen erreicht.

Tatsächlich meldete sich im Jahr 2006 nicht Apple, sondern eine Tochterfirma bei Proview Technology in Taiwan. Man sei ein junges Software-Unternehmen namens IP Applications Development und würde gerne mit der Abkürzung IPAD weltweit agieren. Proview brauchte das Geld, der tragbare Computer, den die Chinesen zwischen 2002 und 2004 angeboten hatten, war gefloppt und schon lange Markt. Und so einigte man sich auf moderate 55.000 US-Dollar. Beide Seiten glaubten danach, bekommen zu haben, was sie wollten.

Doch als das iPad auf den Markt kam und für Apple Milliarden-Umsätze einspielte, dämmerte den Chinesen, dass man sie über den Tisch gezogen hatte. Es dauerte noch ein paar Jahre, dann fanden sie einen Weg, sich zu „revanchieren“.

Kleiner Fehler – große Wirkung

Als 2010 der iPad auch in China auf den Markt kam, verklagte Proview Technology den iPad-Hersteller auf Verletzung von Markenrechten. Denn Verkäufer Proview Taiwan war gar nicht Inhaber der Markenrechte für China. Die lagen bei der Schwesterfirma Proview Shenzen. Und dieser Konzernzweig wollte aus dem kleinen Fehler von 2006 nun ordentlich Profit schlagen.

Apple wurde von Proview Shenzen vor mehreren chinesischen Gerichten verklagt. Mindestens 1,5 Milliarden Dollar Schadensersatz sollte Apple zahlen. Außerdem verlangte Proview, dass das iPad in China unter anderem Namen verkauft werden sollte. Auch wurde das iPad bei vielen Händlern aus den Regalen entfernt. So baute Proview ordentlich Druck auf, um Apple zu einer Einigung zu zwingen.

Die Kalifornier hofften allerdings lange darauf, sich auf juristischem Weg durchsetzen zu können. Im April 2012 entschied allerdings ein Vertreter der staatlichen Industrie- und Handelsverwaltung in China, dass die Namensrechte eindeutig bei Proview Technology in Shenzen liegen.

Glückliches Ende

Seitdem hatte Apple mit den Chinesen verhandelt. Nun ist eine Einigung erzielt, und das iPad der dritten Generation kann nun auch im Reich der Mitte ganz legal angeboten werden.

60 Millionen US-Dollar musste Apple dafür auf den Tisch legen, mehr als das tausendfache der ursprünglich gezahlten 55.000 Dollar. Angesichts der Umsatz- und Gewinn-Rekorde des iPad-Herstellers aber sicherlich ein fairer Preis. Nun können wirklich beide Seite zufrieden sein.

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