ESG-Studie zu Herausforderungen und Chancen Alte IT-Systeme machen bei ESG-Berichterstattung Probleme

Von Martin Hensel

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Eine Studie von Coleman Parkes im Auftrag von Workiva zeigt, dass sich zwei Drittel der deutschen Unternehmen nicht ausreichend für die voranschreitende ESG-Berichterstattung gewappnet sehen.

Workiva hat sich im Rahmen einer Studie ausführlich mit dem Stand der Dinge in Sachen ESG-Berichterstattung befasst.
Workiva hat sich im Rahmen einer Studie ausführlich mit dem Stand der Dinge in Sachen ESG-Berichterstattung befasst.
(Bild: Workiva )

Der weltweit unter ESG-Fachleuten („Environmental, Social, Governance“) durchgeführte „2022 Global ESG Survey“ zeigt, dass 67 Prozent der deutschen Entscheidungsträger daran zweifeln, dass ihre Firma ausreichend auf die Zielerreichung in Sachen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung sowie die gesetzlichen Berichtspflichten vorbereitet ist. Knapp drei Viertel (73 %) zudem kein Vertrauen in die entsprechenden Daten, die derzeit an Stakeholder berichtet werden – und das obwohl bereits 70 Prozent der deutschen Unternehmen Verantwortliche für die ESG-Berichterstattung benannt haben. In anderen Ländern ist dieser Anteil geringer.

ESG-Berichterstattung ist Neuland

Für die meisten Unternehmen ist die ESG-Berichterstattung noch ein relativ neues Gebiet. 53 Prozent haben erst in den vergangenen beiden Jahren damit begonnen, ESG-, Klima-, Nachhaltigkeits- oder Corporate-Social-Responsibility-Daten formell aufzubereiten und bereitzustellen. Dabei sind eine Vielzahl von Abteilungen eingebunden, unter anderem von Finanzen (37 %) und der ESG-/Nachhaltigkeitsabteilung (37 %) über das Personalwesen (32 %) bis hin zu Operations & Facilities (29 %). Als wichtig gelten auch Government/Legislative Affairs (24 %), Einkauf/Beschaffung (22 %), Marketing/Kommunikation (22 %), Investor Relations (21 %) sowie Recht/Compliance (14 %).

Unter den ESG-Bereichen wird das Budget in den kommenden zwölf bis 18 Monaten knapp zur Hälfte (48 %) für ökologische Faktoren ausgegeben. Soziale Faktoren machen 24 Prozent, Governance 28 Prozent der Mittel aus. Als größte Herausforderungen gelten die Berechnung von Treibhausgasprotokollen zur Messung von Scope-1-/2-/3-Emissionen sowie das Erreichen anlegergerechter CO2-Angaben.

Technologie kann helfen

Laut der Studie besteht angesichts der zunehmenden Bedeutung der Bereitstellung transparenter, genauer Daten für wichtige Stakeholder der Bedarf, die ESG-Berichterstattung durch Technologie zu vereinfachen. Gefragt ist derartige Unterstützung beim Zusammenstellen und der Zusammenarbeit mit ESG-Daten (74 %), bei der Validierung von Daten auf Genauigkeit (88 %) sowie der Zuordnung zu Vorschriften und Rahmenstandards (79 %). Dennoch gaben 57 Prozent der Befragten an, dass einzelne Abteilungen ihres Unternehmens nicht über die notwendigen Instrumente zur Bereitstellung von Daten für die ESG-Berichterstattung verfügen. In 19 Prozent der Firmen kommt sogar gar keine geeignete Technologie zur Verwaltung des ESB-Berichtsprozesses und der ESG-Programminitiativen zum Einsatz.

Ein Grund dafür: Über ein Drittel der deutschen Teilnehmer gab an, dass ihre alten IT-Systeme nicht zu den erforderlichen Technologien kompatibel sind. Am Geld liegt es meist nicht: Nur 16 Prozent nannten Budgetbeschränkungen als Grund für den Mangel an der nötigen Technologie. „Technologie, die eine nahtlose Integration zwischen Teams auf einer zentralen Plattform ermöglicht, wird der Schlüssel sein, um den Berichtsprozesses langfristig zu rationalisieren und transparente Berichte bereitzustellen, die diesen sich entwickelnden Anforderungen gerecht werden, um das Vertrauen von Mitarbeitern, Investoren und weiteren Stakeholdern zu stärken“, erklärt Julie Iskow, President und COO von Workiva.

Positiver Geschäftswert erkannt

Immerhin: Sieben von zehn deutschen Unternehmen erkennen in ihrer aktuellen ESG-Berichterstattung einen geschäftlichen Nutzen. Genannt wurden vor allem positive Auswirkungen auf Kundenbindung und -gewinnung (79 %), Kosteneinsparungen (73 %), Einbindung von Versicherungen und Kreditagenturen (79 %) und geringere langfristige Risiken (73 %). Weitere Verbesserungen werden in der Arbeitsmoral der Mitarbeiter (73 %), beim Anwerben neuer Angestellter (75 %) sowie bezüglich der Beziehungen zu Investoren und Stakeholdern (72 %) erkannt.

„Auch wenn die Kommunikation des ESG-Unternehmenswerts an die Stakeholder immer noch eine Herausforderung darstellt, zeigen die Ergebnisse eindeutig positive Ergebnisse für Unternehmen, die der ESG-Berichterstattung Priorität einräumen“, meint Iskow. „Unternehmen müssen Maßnahmen ergreifen, die es ihnen ermöglichen, mit den aktuellen und zukünftigen Anforderungen von Aufsichtsbehörden, Investoren und anderen Stakeholdern nach vertrauenswürdigen, transparenten Daten und zukunftsorientierten ESG-Geschäftszielen Schritt zu halten“, fügt sie hinzu.

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