Arbeitsmarkt-Report von Robert Half Allein das fachliche Knowhow reicht nicht mehr

Autor Heidi Schuster

Wie wird künftig gearbeitet? Laut dem Arbeitsmarkt-Report von Robert Half sollen sich hybrid arbeitende Teams durchsetzen, also Mitarbeiter, die im Büro als auch von zuhause aus tätig sind. Dadurch entstehen aber auch neue Anforderungen an die Mitarbeiter.

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Arbeitnehmer müssen künftig bei Hard und Soft Skills Kompetenzen ausweisen.
Arbeitnehmer müssen künftig bei Hard und Soft Skills Kompetenzen ausweisen.
(Bild: marcinmaslowski - stock.adobe.com)

Viele Arbeitnehmer wollen nicht mehr auf das Arbeiten von zuhause verzichten und auch immer mehr Arbeitgeber finden Gefallen daran. Die einen sparen sich unter anderem den Arbeitsweg, die anderen teure Mieten für Büroflächen. Durch die Corona-Pandemie arbeiten viele Menschen sowohl im Büro als auch von zuhause aus – und das wird sich so schnell nicht ändern, wie der Arbeitsmarkt-Report des Personaldienstleisters Robert Half, der in Zusammenarbeit mit Burning Glass Technologies entstanden ist, zeigt: 86 Prozent der in Deutschland befragten Personalverantwortlichen sehen hybrid arbeitende Teams künftig als festen Bestandteil der Arbeitswelt an.

Neue Anforderungen an die Mitarbeiter

Entsprechend verändern sich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter: Wer in einem technischen Beruf arbeitet, muss künftig auch vermehrt Soft Skills einbringen. Umgekehrt müssen zum Beispiel Mitarbeiter im kaufmännischen Bereich mehr technische Fähigkeiten vorweisen.

„Fachliches Knowhow war natürlich immer wichtig. Neu ist, dass seit Beginn der Pandemie immer mehr Fähigkeiten miteinander kombiniert werden müssen“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director Central Europe & France bei Robert Half. Das zeigt auch eine aktuelle Analyse im Rahmen des Arbeitsmarkt-Reportes, die Angaben zu Soft Skills in Stellenausschreibungen aus der Zeit vor der Pandemie mit heutigen Jobbeschreibungen vergleicht.

Im Technologiesektor werden demnach immer mehr Systemanalysten mit Kundenkontakt gesucht (+290 %), genau wie immer mehr Systemadministratoren gesucht werden, die gerne im Team arbeiten (+167 %) und F&E-Manager, die die Team-Kommunikation unterstützen (+49 %).

Im Assistenz- und kaufmännischen Bereich müssen Office Manager immer öfter Datenbankkenntnisse mitbringen (+29 %), Sekretäre sich auch in der Buchhaltung auskennen (+21 %) und Persönliche und Geschäftsführungsassistenten analytisch denken können (+9 %).

Hybride Fähigkeiten

Zu den drei wichtigsten Prioritäten für das erste Halbjahr 2021 gehören laut den befragten Geschäftsführern das Kostenmanagement (50 %), die Identifizierung neuer Wachstumsstrategien (49 %) und Investitionen in neue Technologien (45 %). „Diese Kombination beeinflusst nicht nur die Strategien zur Bewältigung der Krise vieler Unternehmen in dieser Phase der Pandemie, sondern spiegelt sich auch in den Stellenbeschreibungen und den darin geforderten neuen Fähigkeiten wider. So wie die neue Arbeitswelt wahrscheinlich ein fester Bestandteil der zukünftigen Beschäftigungslandschaft sein wird, so wird auch die Nachfrage nach neuen hybriden Fähigkeiten steigen“, sagt Hennige.

„Die für Arbeitgeber wichtigen Fähigkeiten entwickeln sich nicht nur schnell weiter, sondern werden stets auf neue Weise umgestaltet und kombiniert. Vor wenigen Jahren hätte niemand gedacht, dass Marketingmanager Software konfigurieren müssen – oder dass Software-Entwickler Kundenbeziehungen aufbauen und pflegen müssen. Die fortschreitende Digitalisierung schafft sowohl neue Möglichkeiten für Arbeitnehmer als auch neue Herausforderungen bei der Besetzung neuer Positionen“, fügt Matt Sigelman, CEO bei Burning Glass Technologies, hinzu.

Details zum Arbeitsmarkt-Report

Die in allen Online-Stellenausschreibungen in Großbritannien, Deutschland, Belgien und Frankreich geforderten Qualifikationen wurden von Burning Glass Technologies für die Zeiträume Juli 2018 bis Juni 2019 und Dezember 2019 bis November 2020 analysiert, um Verschiebungen der Nachfrage nach bestimmten Qualifikationen zu identifizieren. Anschließend wurde das prozentuale Wachstum in der Nachfrage für bestimmte Fähigkeiten in Deutschland während der ersten Monate der Covid-19-Pandemie berechnet.

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