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Auf Augenhöhe mit den Broadlinern
Um für den Wettbewerb mit den Microsoft-Distributoren Also, Ingram Micro und Tech Data gerüstet zu sein, baut deshalb jetzt auch ADN einen eigenen Marktplatz auf. Dabei sieht Ramacher das Unternehmen durchaus nicht als Verfolger der großen drei. „Mit Abschluss des CSP-Vertrags bewegen wir uns im Microsoft-Geschäft auf Augenhöhe mit den Broadlinern.“
Für einen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb hält der ADN-Chef die Lösungskompetenz des VADs. So haben die Bochumer seit jeher Software-Produkte von Microsoft mit Virtualisierungs-, Storage-, Netzwerk- oder Security-Technologien anderer Hersteller kombiniert. Genauso werden sie die Cloud-Services um Dienste aus anderen Technologiefeldern ergänzen. Beispielsweise sei es sinnvoll, Dokumente, die Nutzer gemeinsam mit Sharepoint in der Cloud bearbeiten, durch geeignete Mechanismen zu schützen oder sie in einem Langzeitarchiv abzulegen, erläutert Ramacher.
Neben Microsoft-Services bietet ADN über die Plattform einige Add-ons wie einen Dienst zur E-Mail-Migration von Audriga an. Außerdem sind komplementäre Services von Herstellern wie Acronis (Backup), Kaseya (System-Management), Kemp (Load-Balancing), Open Text (Enterprise Content Management), Proofpoint (Mail-Security), Safenet (Authentifizierung) und Thycotic (Privileged User Management) geplant. Darüber hinaus soll den Cloud-Partnern ab Juni ein White-Labelling-Center zur Verfügung stehen.
Ehrgeizige Ziele
Die Ziele, die ADN mit diesem Ansatz verfolgt, sind ehrgeizig. „Wir wollen der wichtigste Distributor im Cloud-Business werden“, stellt Ramacher klar. „In bestimmten Bereichen sehen wir uns bereits vorn.“ Eine Führungsrolle beansprucht der VAD im Geschäft mit Managed Service Providern (siehe „Ergänzendes zum Thema“), die auch eine wichtige Zielgruppe für die ADN Cloud bilden. Die Plattform bietet ihnen die Möglichkeit, eigene Angebote mit zusätzlichen Services zu veredeln. Als Zielgruppe ebenso wichtig sind ISVs, die ihre Software-Lösungen beispielsweise auf Microsoft Azure als Service bereitstellen können.
Freilich werden Endkunden ihre IT auf absehbare Zeit nicht komplett in die Cloud verlagern, sondern weiterhin Systeme lokal im Unternehmen betreiben. „Eine wesentliche Mehrwertleistung von uns wird künftig darin bestehen, Systemhäuser mittels Technologien, Services und Dienstleistungen dabei zu unterstützen, professionelle Architekturen für hybride Szenarien aufzubauen“, erwartet daher der IT-Profi. Der VAD verfüge über großes Plattform-Knowhow, das er Partnern als maßgeschneiderte Dienstleistung anbietet. Dazu stellt er ihnen eigene Experten für Consulting- und Installationsleistungen zur Verfügung. Ergänzt wird das Angebot um ausgewählte Lösungsbausteine für die Hybrid Cloud von Herstellern wie Citrix, Datacore, Nimble Storage, Palo Alto oder Pure Storage.
Bei allen Plänen für das Cloud-Geschäft schließt Ramacher eines definitiv aus: ADN wird selber kein Rechenzentrum aufbauen, um Services bereitzustellen. „Als Value Added Distributor halten wir es für sinnvoller, mit Microsoft oder anderen global agierenden Providern zusammenzuarbeiten. So können wir unseren Partnern auf Dauer konkurrenzfähige Cloud-Lösungen anbieten.“
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